Der Markt „stimmt mit den Füßen ab“! 250 Milliarden US-Dollar Garantie für OpenAI, während Nvidia einen Börsenwert von 250 Milliarden US-Dollar verliert
Nvidia verhandelt derzeit über eine Finanzgarantie in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar für OpenAI und könnte zusätzlich eine Finanzierung von 350 Milliarden US-Dollar bereitstellen, damit OpenAI die für das Rechenzentrum benötigten Chips kaufen kann. Dieser Deal sorgt bei den Wall-Street-Händlern für erhebliche Unruhe. Viele glauben, dass dies als ein symbolischer Moment gilt, an dem der AI-Finanzierungskreislauf seinen Höhepunkt erreicht. Der CDS-Spread von Nvidia stieg an einem Tag um 14 Basispunkte, der Aktienkurs brach um 5 % ein und die Marktkapitalisierung schrumpfte um etwa 250 Milliarden US-Dollar.
Berichten zufolge erwägt Nvidia, OpenAI für ein Datenzentrumprojekt in Ohio eine finanzielle Unterstützung von bis zu 600 Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Dieser Deal hat bei Händlern an der Wall Street große Unruhe ausgelöst. Viele sehen darin einen symbolischen Moment, der den Höhepunkt der Finanzierungsrunde im KI-Sektor markieren könnte.
Wallstreet Nachrichten erwähnt, dass laut einem Bericht des Wall Street Journal vom 27. Juli Nvidia derzeit über eine Finanzbürgschaft in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar für OpenAI verhandelt und möglicherweise zusätzlich eine Finanzierung von 350 Milliarden US-Dollar bereitstellt, die OpenAI für den Kauf von Chips für das Datenzentrum verwenden soll.
Nach Veröffentlichung der Nachricht kühlte die Marktstimmung deutlich ab. Der CDS-Spread von Nvidia stieg an einem Tag um 14 Basispunkte, der Aktienkurs brach um 5% ein, und der Börsenwert löste sich an einem Tag um etwa 250 Milliarden US-Dollar in Luft auf – was ungefähr dem Umfang des aktuell verhandelten Bürgschaftsvolumens entspricht.

Gleichzeitig hat Nvidia am vergangenen Freitag eine langfristige Liefervereinbarung mit dem südkoreanischen Speicherchip-Riesen SK Hynix im Wert von 50 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben und am Sonntag die Zusammenarbeit mit Siemens im Bereich KI-Arbeitsabläufe erweitert.
John Flood, Chief Trader bei Goldman Sachs, weist darauf hin, dass am Montag viele Anfragen am Trading Desk eingingen, wobei die zentrale Frage immer dieselbe war: Wie kann das gesamte Ökosystem finanziell überleben, wenn die von den führenden KI-Unternehmen übernommenen unerfüllten finanziellen Verpflichtungen bereits 1,5 Billionen US-Dollar überschreiten?
Diese Sorge wird durch mehrere Faktoren verstärkt: die bevorstehende Fed-Sitzung, die intensive Berichtssaison der Tech-Giganten und den schnellen Zinsanstieg – alles zusammen erhöht die Risikovermeidung am Markt. Das aktuelle Forward-KGV des Nasdaq 100 liegt bei etwa 21,8, rund 10% unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 23,6 und damit auf dem niedrigsten Bewertungsniveau seit Beginn des KI-Booms Anfang 2023.

600 Milliarden Dollar Deal erschüttert die Märkte
Der Umfang und die besondere Struktur des von Wall Street Journal enthüllten Deals wurden schnell zum Mittelpunkt der Marktdiskussion.
Dem Bericht zufolge plant Nvidia, OpenAI für das Datenzentrumprojekt in Ohio eine Finanzbürgschaft in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar zu geben und könnte zusätzlich 350 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen, damit OpenAI Chips direkt von Nvidia kauft – also finanziert Nvidia den Kauf der eigenen Produkte von OpenAI.
John Flood von Goldman Sachs erklärt, dass diese Struktur viele Händler beunruhigt.
Obwohl Nvidia aktuell über starke Cashflows verfügt, ist die Bürgschaftssumme von 250 Milliarden US-Dollar enorm und wird tiefgreifende Auswirkungen auf die Bilanz haben. Als Bürge nimmt Nvidia wesentliche Eventualverbindlichkeiten in Kauf.
Die gesamte KI-Branche, die auf etwa 2 Billionen US-Dollar an zyklischen Finanzierungen basiert, hängt letztlich davon ab, dass Unternehmen wie Anthropic und OpenAI tatsächlich zahlungsfähig sind. Doch falls Open-Source-KI-Modelle weiterhin Marktanteile übernehmen, bricht diese Annahme weg.
Laut den Brokerage-Daten von Goldman Sachs ist die Marktpositionierung bereits deutlich neutral. Hedgefonds reduzieren selektiv ihre Einzelaktienpositionen, langfristige Investoren bleiben hingegen meist passiv.
Die kapitalbezogenen Ausgaben im KI-Bereich waren lange ein Kernthema zur Ankurbelung des Marktes, aber John Flood stellt klar, dass die Investoren nun zunehmend Druck machen. Der Kreditmarkt ist derzeit das wichtigste Beobachtungsfenster.
Wallstreet Nachrichten erwähnt, laut ICE Data Services stieg der Spread von Nvidias fünfjährigem Credit Default Swap (CDS) an einem Tag um bis zu 14 Basispunkte auf 82 Basispunkte – das ist der größte Tagesanstieg seit der aktiven Handelseinführung im November letzten Jahres.
Analysten sehen die KI-Finanzierungsströme als hochgradig zyklisch: Die Finanzflüsse zwischen Chip-Herstellern, Cloud-Giganten und Modellunternehmen sind eng miteinander verwoben, die finanzielle Gesundheit aller Beteiligten ist voneinander abhängig.
Wenn Nvidia sowohl Lieferant als auch Finanzierer ist, verstärkt sich das Selbstverstärkende der Kette – gleichzeitig wächst ihre Anfälligkeit.
Zinsanstieg zeichnet die "Alarmgrenze" für Aktienmärkte
Gleichzeitig wirkt der Druck vom Zinsmarkt als weiterer entscheidender Faktor.
In der vergangenen Woche stiegen die Renditen der US-Staatsanleihen deutlich – die reale Rendite der 10-jährigen Anleihen erreichte das höchste Niveau seit 2023 und die reale 30-jährige Rendite nähert sich 3% – ein Wert, der in den letzten Jahrzehnten nur während der globalen Finanzkrise kurzfristig überschritten wurde.
(Die wichtigsten US-Renditekurven sanken am Montag)
John Flood verweist auf das Analysemodell von Goldman Sachs: Steigen die Zinsen im jeweiligen Zyklus mehr als zwei Standardabweichungen, kommt der Aktienmarkt meist unter Druck. Derzeit entspricht dies einem Anstieg der 10-jährigen nominalen Rendite um etwa 50 Basispunkte innerhalb eines Monats.

Daraus lässt sich ableiten, dass, wenn die nominale 10-jährige Rendite auf etwa 5% steigt bzw. die reale 10-jährige auf etwa 2,7%, der Aktienmarkt deutlichen Widerstand erfährt. Die zunehmende Zinsvolatilität wirkt zudem als zusätzlicher Treiber für die implizite Aktienvolatilität.
Multiple Faktoren begrenzen Angriffslust der Märkte
John Flood listet weitere Unsicherheiten auf, die sich überschneiden.
Die Fed-Sitzung am Mittwoch (Markt schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf etwa 35%), Meta- und Microsoft-Bilanz am selben Abend sowie Apple- und Amazon-Bilanzen am Donnerstag bilden ein dichtes Risikofenster, das Investoren von offensiven Positionierungen abhält.
Die instabile Lage im Nahen Osten, vor allem im Iran, sowie die harte Verhandlungsrhetorik von Trump sorgen für neue Unsicherheit auf dem Markt.
Trotzdem bleibt John Flood für die mittelfristige Entwicklung relativ optimistisch. Er erwartet, dass die Volatilität der Einzelaktien hoch bleibt, der Index aber weiterhin Aufwärtspotenzial zeigt – weil die Unternehmensgewinne sich voraussichtlich weiter materialisieren und die Fed sowohl diese Woche als auch im September sehr wahrscheinlich keine Zinserhöhung vornehmen wird, was der Markt bereits bewertet hat.
Basis-Long/Short-Hedgefonds haben im Juli 4,5% verloren und damit die schlechteste Monatsperformance seit 2023, aber seit Jahresbeginn stehen sie immer noch bei +13%, sodass der allgemeine Trend noch nicht gedreht ist.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen



Warnsignale für die Republikaner bei den Zwischenwahlen mehren sich, die KI-Hausse steht vor dem "Wahlzettel-Stresstest": Geht es auf eine "Blasenbildung 2027" oder einen Bewertungseinbruch zu?
Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos ist die Zustimmungsrate für Trump auf ein historisches Tief gefallen. Analysten sagen, dass die Demokratische Partei gute Chancen hat, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen.

