„Stellen Sie sich nicht gegen KI!“ HSBC: Der Sturm am Anleihemarkt kann den Aktienmarkt nicht aufhalten – die KI-Thematik bleibt konstruktiv
Vor dem Hintergrund einer neuen Runde von Verkäufen auf dem Anleihenmarkt und erhöhter Volatilität bei globalen Risikoanlagen zeigen die Aktienmärkte eine ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit. Das neueste Statement des HSBC Global Investment Research Teams betont: Anleger sollten nicht „gegen Trades mit KI opponieren“.
Wie Smart Finance APP berichtet, zeigt sich der Aktienmarkt inmitten einer neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt und erhöhter Volatilität globaler Risikoanlagen bemerkenswert widerstandsfähig. Der S&P 500-Index bewegt sich weiter stetig auf ein neues Allzeithoch zu, was darauf hindeutet, dass das Kapital seine Präferenz für Aktienanlagen, insbesondere im Bereich AI, nicht aufgegeben hat. Das globale Investment-Research-Team von HSBC bringt es in seiner aktuellen Einschätzung direkt auf den Punkt: Investoren sollten „nicht gegen AI-Trades wetten“. Das Institut ist der Meinung, dass die Gewinn-Dynamik im AI-Sektor stark ist, die Monetarisierungspfade immer klarer werden und die Bewertungen nach der Korrektur nicht mehr teuer sind – das gesamte Risiko-Ertrags-Verhältnis bleibt attraktiv.
Resonanz von Gewinn-Dynamik und Monetarisierungssignalen
HSBC-Stratege betonen, dass AI weiterhin einer der derzeit unaufhaltsamsten Trends am Markt bleibt. Die Monetarisierungssignale sind nach wie vor überwiegend positiv: Berichten zufolge hat sich der Unternehmensumsatz von OpenAI seit Juli mehr als verdoppelt, was auf eine steigende Zahlungsbereitschaft von Unternehmen für generative AI hinweist. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach AI-Inferencing beschleunigt, was die Cloud-Umsätze der wichtigsten Hyperscaler ankurbelt und auch die Mietpreise für GPUs anhaltend hochhält. Dies bedeutet, dass die AI-Wertschöpfungskette sich vom „Capex-Story“ zum „Einnahmenrealisierungs-Story“ wandelt und die Sorgen um den Return on Investment bei Rechenleistung abnehmen.
Obwohl die Preissignale für AI-Modelle gemischt ausfallen und der Wettbewerbsdruck in der Branche Teile der Margen belasten könnte, sprechen unerwartet hohe Gewinne, anhaltende Anhebungen der Analystenschätzungen und die zuvor deutlich korrigierten Bewertungen bei Technologiewerten dafür, dass viele Abwärtsrisiken bereits im Markt eingepreist sind. Nach einer Korrekturphase wirken die Bewertungen entlang der Technologiewertschöpfungskette nun relativ günstig und lassen Spielraum für weitere Kursanstiege.
Anleihemarktturbulenzen erschüttern den AI-Trend kaum
Der jüngste Sell-Off am Anleihemarkt hat die Renditen nach oben getrieben und übt typischerweise Druck auf wachstumsstarke Aktien mit hohen Bewertungen aus. Doch die Aktienmarktentwicklung zeigt, dass die Gewinnunterlegung der AI-Trendwerte derzeit die Auswirkungen der steigenden Zinsen kompensiert. Nach Ansicht von HSBC gibt es weiteres Potenzial für AI-getriebene Kursanstiege, solange die Monetarisierung voranschreitet, Unternehmen ihre IT-Investitionen weiter in Richtung AI verschieben und die Nachfrage nach Cloud- sowie Rechenkapazitäten stark bleibt.
Nach Einschätzung der Marktstruktur hat sich das AI-Trading von einem reinen Hype- zu einem gewinnorientierten Trend gewandelt. Investoren fokussieren sich nicht mehr auf mögliche Storys, sondern auf reale Ertragschancen. Trotz hoher Capex bei den Cloud-Anbietern nehmen Umsätze und Ordertransparenz zu; das Wachstum der AI-Inferencing-Nachfrage bedeutet, dass der Verbrauch von Rechenleistung sich von Training zu Anwendung verlagert und der kommerzielle Kreislauf klarer wird; stabile GPU-Mietpreise zeigen eine anhaltende Knappheit auf Angebotsseite bei Rechenleistung. Diese Faktoren festigen gemeinsam die fundamentale Unterstützung des AI-Trends.
Verbreiterung der Allokation und Risiken gehen Hand in Hand
Aus Allokationssicht könnte das AI-Trading vom Fokus auf wenige Marktführer auf breitere Bereiche übergehen, darunter Infrastruktur für Rechenleistung, Cloud Computing, Halbleiter, AI-Anwendungen sowie unterstützende Bereiche wie Energieversorgung. Dennoch bleiben Risiken bestehen: Sollte die Volatilität am Anleihemarkt zunehmen und die Renditen weiter steigen, könnte der Bewertungsdruck bei Wachstumswerten anhalten; sollten sich die Erträge der AI-Investitionen nicht wie erwartet realisieren lassen, Regulierungen verschärft oder der Wettbewerb verschärft werden, dürften die Schwankungen im Sektor ebenfalls zunehmen.
Das Signal von HSBC ist klar: In einer Phase, in der dunkle Wolken über dem Anleihemarkt schweben, während Aktien neue Höchststände erreichen, bleibt AI eine der klarsten Leitlinien an den globalen Aktienmärkten. Für Investoren gilt: Statt gegen den Trend von AI zu wetten, sollte man in der Volatilität nach profitablen und fair bewerteten Anlagemöglichkeiten Ausschau halten.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen

Britische Regulierungsbehörden nehmen Microsoft (MSFT.US) Geschäftsoftware ins Visier: Bündelung mit Copilot im Fokus
Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) teilte am Freitag mit, dass Microsoft (MSFT.US) durch seine Kontrolle über Geschäftsanwendungen den Kunden den Wechsel zu anderen Anbietern erschwert. Daher schlägt die Behörde strengere Regulierungsmaßnahmen gegen den Technologiekonzern vor.

BUZZ - Netflix-Aktien fallen; das Unternehmen ernennt einen neuen Content-Chef
