Morgan Stanley: Der Weltraum ist der „ultimative Hinterhof“ für Rechenleistung – SpaceX (SPCX.US) bleibt auf „Übergewichten“ bewertet
Morgan Stanley hält an der "Overweight"-Bewertung für SpaceX fest und bestätigt das Kursziel von 300 US-Dollar; das Unternehmen bezeichnet den Weltraum als das ultimative Anwendungsszenario für KI-Rechenleistung und die Umbenennung in SpaceXSI spiegelt die Ambitionen im Bereich Superintelligenz wider.
Laut Informationen von Jinse Finance hat Morgan Stanley einen Research-Bericht veröffentlicht, in dem sie die Einstufung „Overweight“ für SpaceX (SPCX.US) sowie das Kursziel von 300 US-Dollar beibehalten. Dies bedeutet im Vergleich zum Schlusskurs vom 2. Oktober (158,96 US-Dollar) ein Aufwärtspotenzial von fast 90 %. Das Analystenteam um Adam Jonas trifft darüber hinaus eine weitreichendere Einschätzung: Der Weltraum entwickelt sich im Zeitalter der KI zum ultimativen Ort, an dem Energie in Intelligenz umgewandelt wird.
Morgan Stanley hebt hervor, dass der Weltraum der ideale Ort sei, um im großen Maßstab Energie in Intelligenz umzuwandeln – quasi ein „großer, kalter, sonnendurchfluteter Hinterhof“. Gerade jetzt, da Rechenzentren am Boden an ihre Stromgrenzen stoßen und Standortdebatten ausbrechen, gewinne diese Logik zunehmend an Gewicht.
Der Bericht weist insbesondere auf ein neues Phänomen hin: das sogenannte „Space Washing“. Mit dem wachsenden Widerstand gegen Rechenzentren am Boden beginnen immer mehr Unternehmen, die Vorteile des Weltalls zu propagieren und verlagern die Erzählung rund um Rechenkapazität in den Orbit. Morgan Stanley bemerkt, dass bereits mehrere Technologiekonzerne klar auf den Aufbau KI-basierter Weltrauminfrastruktur setzen; SpaceX ist dabei nicht der einzige große Akteur.
Namensänderung zu SpaceXSI: „Superintelligenz“-Ambitionen hinter einem Buchstaben
Elon Musk hat seine KI-Abteilung in SpaceX von SpaceXAI in SpaceXSI umbenannt – das „AI“ („Artificial Intelligence“) wird hierbei zu „SI“ („Super Intelligence“) aufgewertet. Morgan Stanley rät Investoren, der Symbolik dieses Schritts besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Die Änderung spiegele eine Anordnung von Trump wider – in nicht-rechtlich bindenden Verwaltungsdokumenten wird „Artificial Intelligence“ durch „Super Intelligence“ ersetzt. Zuvor hatte Musk bei seinem jüngsten Staatsbesuch in China einen großen Auftritt und wurde gerade erst von Verteidigungsminister Hegseth zum Co-Leiter des „Project Meridian“ ernannt; diese Rolle teilt er sich mit Anduril-CEO Palmer Luckey und dem früheren Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich.
Morgan Stanley betont, dass all diese scheinbar beiläufigen, voneinander unabhängigen Ereignisse in Wirklichkeit eine klare Linie erkennen lassen: Die von der sogenannten „Muskonomy“ angeführte Bewegung wird von der US-Regierung als zentrales Element beim Wiederaufbau nationaler Industrie- und Verteidigungskompetenz betrachtet.
Aufschlüsselung der Bewertung: Wie die 300 US-Dollar zustande kommen
Morgan Stanley nutzt die Sum-of-the-Parts-Bewertung (SOTP) und unterteilt SpaceX in vier Segmente: Space Business 8 US-Dollar, Connectivity (Starlink) 118 US-Dollar, X und Grok 8 US-Dollar sowie Enterprise AI 165 US-Dollar. Dabei macht alleine der Bereich Enterprise AI über die Hälfte aus, wurde jedoch aufgrund von Ausführungsrisiken bereits um 50 % abgewertet.
Von der „letzten Meile der KI“ bis zum „Namensspiel um Superintelligenz“ will Morgan Stanley in diesem Bericht vor allem eines klarstellen: Wenn die physischen Grenzen von Rechenleistung am Boden erreicht sind, wird der Weltraum vom visionären Narrativ zur nächsten großen Arena für KI-Infrastruktur – und SpaceX steht an der Startlinie dieses Wettlaufs.
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