Befeuert die bullische Wall-Street-Story: GE Vernova (GEV.US) könnte Anfang nächsten Jahres einen Auftragsbestand von 200 Milliarden US-Dollar überschreiten, CEO bezeichnet die Nachfrage als „stark und anhaltend“
Am Mittwoch erholte sich die Aktie von GE Vernova deutlich, nachdem CEO Scott Strazik auf der Morgan Stanley Laguna Conference erklärte, dass der Auftragsbestand des Unternehmens voraussichtlich Anfang 2027 die Marke von 200 Milliarden US-Dollar überschreiten wird – früher als bisher an der Wall Street erwartet.
Wie von der Plattform Zhihu Finance APP berichtet, erlebte die Aktie des Energietechnik-Riesen GE Vernova (GEV.US) am Mittwoch einen starken Rebound. Grund dafür waren Aussagen des CEO Scott Strazik auf der Morgan Stanley Laguna-Konferenz: Das Auftragsbuch des Unternehmens könnte Anfang 2027 bereits die Marke von 200 Milliarden US-Dollar überschreiten – früher als von der Wall Street erwartet.
Für Anleger, die zuletzt durch AI-getriebene Kursschwankungen verunsichert waren, kamen diese Aussagen genau zur rechten Zeit. Strazik erklärte, dass das GE Vernova-Auftragsbuch zum Ende des zweiten Quartals bereits 176 Milliarden US-Dollar erreichte. Aufgrund starker Auftragserwartungen im dritten Quartal dürfte das Unternehmen „sehr früh im Jahr 2027“ die 200-Milliarden-Marke erreichen.
„Wenn wir über die Endmärkte sprechen, kann ich Ihnen sagen, dass wir weiterhin eine sehr starke und nachhaltige Nachfrage erleben“, erklärte Strazik.
Er bezeichnete dieses Ziel außerdem als „sehr bescheidene Wegmarke“ und verwies auf den breiteren Trend eines wachsenden Stromverbrauchs. „Die Welt braucht wesentlich mehr Energie – und immer mehr davon wird aus Strom kommen. GE Vernova ist hervorragend positioniert, um diesen Bedarf zu bedienen“, ergänzte er.
Besonders optimistisch stimmte die Bullen, dass Strazik nicht nur über AI-Rechenzentren sprechen will. Sein Blick richtet sich auf den Zeitraum 2030 bis 2040, den er sogar als „besseres Jahrzehnt“ im Vergleich zu 2020 bis 2030 sieht. Ein Teil des Wachstums im Auftragsbestand ist auf die kontinuierlich steigenden, margenstarken Serviceerlöse zurückzuführen; darüber hinaus steigert das Unternehmen seine Kapazität mithilfe von Fabrikautomatisierung und Robotertechnik.
Auch der Rhythmus der Finanzberichterstattung liefert einen Zeitplan für den Markt: Strazik erklärte, dass GE Vernova im Januar nächsten Jahres auf der Ergebnis-Telefonkonferenz einen Ausblick für 2027 geben wird – inklusive Daten zu den Geräte-Margen und zum Auftragsbestand für 2026. Beim nächsten Capital Markets Day wird der Ausblick für 2030 festgelegt und ausführlich erläutert, warum das Unternehmen für den Zeitraum 2030 bis 2040 so zuversichtlich ist.
Diese Aussagen spiegeln praktisch das Narrativ optimistischer Analysten wie Bernstein wider. Sunaina Ocalan von Bernstein hat am Dienstag ihr „Buy“-Rating für GE Vernova mit einem Kursziel von 1.298 US-Dollar bekräftigt und betont, das Unternehmen sei weiterhin „wired to win“ – also für den Erfolg gemacht. Ihr zentraler Hinweis: Die Geschichte von GE Vernova ist „nicht nur ein Datenzentrum-Thema“. Im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich die Datenzentrumsaufträge auf 5 Milliarden US-Dollar, was rund 38 % der Elektrifizierungsaufträge ausmachte; die restlichen 62 % wurden durch Energieversorger getrieben.
Ocalan geht davon aus, dass die Ausgaben der Energieversorger weiter steigen werden, unterstützt durch Investitionen in Zuverlässigkeit und Resilienz der Netze. Sie weist darauf hin, dass eine nachlassende Nachfrage seitens der Datenzentren zwar den Erzeugungsengpass entschärfen kann, aber nahezu nichts zur Lösung bestehender Stromnetz-Einschränkungen beiträgt. Anders ausgedrückt: Ein Abkühlen des AI-Booms bedeutet nicht, dass die Modernisierung und Stärkung alternder Stromnetze ausbleibt.
Doch auch die Argumente der Bären sind sehr zugespitzt. Der direkte Auslöser für den Kursrutsch von GE Vernova am Montag war die Herabstufung der Aktie durch GLJ Research auf „Sell“ mit einem Kursziel von 470 US-Dollar – dem niedrigsten an der Wall Street. GLJ-Analyst Gordon Johnson erklärte in seinem Bericht, dass GE Vernova „ein zyklischer Gaskraftturbinenbauer ist, der wie eine langfristige Wachstumsaktie bewertet wird“. Er sieht eine fundamentale Fehlbewertung des Unternehmens durch den Markt. Johnson verweist darauf, dass das erwartete EV/EBITDA-Multiple der Aktie 38,9 beträgt – fast das Vierfache der Bewertung von Micron Technology (MU.US), obwohl deren Gewinne ebenfalls stark von schwer kontrollierbaren Angebot-und-Nachfragebedingungen der Branche abhängen.
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