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Die nächsten Wochen werden bei Bitcoin entscheidend

Die nächsten Wochen werden bei Bitcoin entscheidend

BlocktrainerBlocktrainer2026/09/12 20:30
Von:Blocktrainer

Befindet sich Bitcoin schon im nächsten Bullenmarkt oder steht noch ein neues Tief im Oktober bevor? Das ist aktuell wohl eine der am heißesten diskutierten Fragen in der Community. Das Gute ist: In wenigen Wochen dürfte es bereits Klarheit geben, ob die Rally über 80.000 US-Dollar lediglich eine Bullenfalle war oder ob diese tatsächlich das Ende des Bärenmarkts markiert.

Der 4-Jahres-Zyklus von Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs folgte bislang einer Art Zyklus, der sich um das in etwa alle 4 Jahre stattfindende Halving herum aufgebaut hat. Dabei war beobachtbar, dass BTC immer in dem Kalenderjahr nach dem Halving einen vorübergehenden Höchststand erreicht hat, woraufhin rund 1 Jahr Bärenmarkt folgte.

Nach den Hochs in den Jahren 2017 und 2021 gab es genau 12 Monate mit fallenden Kursen. Der Bärenmarkt nach dem ersten Halving hingegen dauerte 14 Monate an – je nach Auslegung sogar 21 Monate, sofern das kurze Erreichen neuer Tiefs im August 2015 auf manchen Exchanges als Boden gezählt wird.

Die Bullenmärkte rund um Halving 2, 3 und 4 erstreckten sich derweil immer über 35 Monate.

Eine Erklärung für diesen 4-Jahres-Zyklus findet sich im Halving selbst. Bei diesem wird nämlich die Anzahl pro Block neu hinzukommender BTC halbiert. Weniger neues Angebot soll dann den Kurs steigen lassen, bevor der Markt überhitzt und entsprechend eine Korrektur folgt.

Im Gesamtkontext fällt aber kaum noch wirklich ins Gewicht, ob jetzt 3,125 BTC oder 1,5625 BTC pro Block neu entstehen. Inzwischen sind nämlich schon mehr als 20 Millionen BTC geschürft. Demnach liegt nahe, dass der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung bei diesem durchaus bemerkenswerten Kursmuster eine große Rolle spielt.

Boden erst im Oktober?

Wenn Bitcoin weiterhin diesem Muster folgen sollte, dann wäre mit dem Tiefstand also erst im Oktober dieses Jahres zu rechnen. Damit wäre der Bärenmarkt nämlich – so wie die beiden davor – wieder 12 Monate lang gewesen. BTC erreichte am 6. Oktober 2025 den bisherigen Höchststand von circa 126.300 US-Dollar.

Diese Theorie spricht also dagegen, dass das Tief vom 1. Juli dieses Jahres, als BTC auf ungefähr 57.750 US-Dollar gefallen ist, der Boden war. Der Bärenmarkt hätte damit nämlich noch nicht einmal 9 Monate angedauert und wäre dabei mit einem Rückgang um circa 54 % deutlich milder als die davor.

Doch tatsächlich hatte Bitcoin schon einmal einen ähnlich langen Bärenmarkt, der für viele in Vergessenheit geraten ist, weil er nicht von einem neuen Allzeithoch aus startete. 

Im Sommer 2019 erreichte BTC nämlich nach einer Vervielfachung ein Zwischenhoch von knapp 14.000 US-Dollar. Anschließend fiel der Kurs binnen 9 Monaten um mehr als 70 %, wobei die finale Kapitulation der Corona-Crash war.

Vergleicht man den Kursverlauf seit dem Allzeithoch 2025 mit dieser Phase, der ebenfalls kein wirklich euphorisches Top vorangegangen war, so zeigt sich eine gewisse Parallele. Sollte BTC dieses Muster wiederholen, so stünden jetzt stark steigende Kurse bevor.

Zyklustheorie ohne neues Tief gebrochen?

Doch der Zeitraum nach einem jeweiligen Höchststand ist nicht das einzig ausschlaggebende Merkmal, um zu erkennen, inwieweit BTC noch dem Zyklus folgt.

Bei Betrachtung der Kursverläufe ab dem jeweiligen Halving zeigt sich nämlich, dass BTC zu diesem Zeitpunkt in manchen vorherigen Zyklen bereits das Tief erreicht hatte.

Demnach wäre zu argumentieren, dass ein Bärenmarkt von weniger als 9 Monaten immer noch ins große Bild passt.

Außerdem hat Bitcoin bereits in diesem Zyklus ein bestimmtes Muster gebrochen. Es wurde nämlich das Allzeithoch aus dem Zyklus davor erstmals vor dem Halving durchbrochen. Und gemessen ab dem jeweiligen ATH-Breakout wäre ein Bärenmarkttief im Juli dieses Jahres sogar vergleichsweise spät.

Der Oktober rückt näher

In wenigen Wochen wird sich bereits herausstellen, ob der Boden tatsächlich im Oktober erreicht wird oder nicht. Bis dahin gilt: Je länger sich BTC auf dem aktuellen Niveau halten kann, desto unwahrscheinlicher wird es, dass es sich genau so ausspielt, wie viele erwartet haben. BTC müsste dafür nämlich jetzt schon binnen weniger Wochen um mehr als 25 % fallen – ausgehend vom aktuellen Kurs von circa 77.000 US-Dollar.

Sollte Bitcoin also im Oktober noch weit über dem Bärenmarkttief handeln, ist davon auszugehen, dass diejenigen, die noch auf niedrigere Kurse gewartet haben, wieder in den Markt zurückströmen – auch wenn es theoretisch natürlich möglich ist, dass BTC in den Monaten darauf noch auf neue Tiefs fällt.

Die in der kommenden Woche möglicherweise bevorstehende Zinsanhebung der Federal Reserve sowie die aktuell stark steigenden Renditen von US-Staatsanleihen wären zwar potenzielle Auslöser für einen weiteren Kursrutsch. Doch BTC konnte trotz der negativen Entwicklungen an der makroökonomischen Front bislang den Großteil der Gewinne seit dem Short-Squeeze im August halten.

Für den 15. September wurde überdies die wichtige Verfahrensabstimmung für den CLARITY Act im US-Senat angesetzt. Je nachdem, ob im Zuge dessen eine Verabschiedung des wichtigen Krypto-Marktstrukturgesetzes wahrscheinlicher wird, ist zusätzliche Volatilität bei BTC zu erwarten.

Die Rekordrally im August, die offenbar durch die Ankündigung größerer Anleiherückkäufe durch das US-Finanzministerium ausgelöst war, spricht letztlich dafür, dass makroökonomische Entwicklungen für den Kurs derzeit ausschlaggebender sein könnten als Muster der Vergangenheit. Außerdem wäre durchaus vorstellbar, dass BTC mit der vorangeschrittenen institutionellen Adoption und einer strategischen Bitcoin-Reserve der USA nicht mehr so brutale Bärenmärkte wie in früheren Zeiten durchlebt.

Wer aber ohnehin davon ausgeht, dass der Bitcoin-Kurs in einigen Jahren deutlich höher stehen wird als heute, der wäre wohl gut beraten, nicht darauf zu hoffen, den perfekten Tiefstpunkt zu erwischen. Denn mit diesem Ansatz besteht die Gefahr, den Einstieg komplett zu verpassen. Das bislang robusteste Muster bei Bitcoin ist unter dem Strich, dass der Kurs bislang immer binnen weniger Jahre wieder neue Höchststände erreicht hat.

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Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Kommentare aus unserem Forum

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