Tägliche Beobachtung | Nach Walshs Rede stürzte der Goldpreis ab – was kommt als Nächstes?
Der Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Walsh, legte in seiner Grundsatzrede auf dem jährlichen globalen Zentralbanktreffen in Jackson Hole eine harte Haltung gegenüber der Inflation dar. Der US-Dollar und US-Staatsanleihen legten zu, während der internationale Goldpreis deutlich zurückging. Es ist jedoch zu beachten, dass Walsh bei seiner Vereidigung als Fed-Vorsitzender im Weißen Haus versprach, die Unabhängigkeit der Fed zu verteidigen, die Inflation zu bekämpfen und interne Reformen voranzutreiben. Bislang haben seine „hawkish“-Aussagen und „dovish“-Maßnahmen bereits zu Zweifeln am Markt geführt, die Zinserwartungen ändern sich immer wieder. Tatsächlich ist die Erwartung einer Zinserhöhung im September aktuell zwar gestiegen, bleibt aber ein unwahrscheinliches Ereignis.
Die Rückkäufe von US-Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium werden als „quasi-quantitative Lockerung“ betrachtet und stehen in effektiver Wechselwirkung mit der Geldpolitik der Fed. Dadurch wird der Zinsanhebungsdruck auf die Fed in gewissem Maße verringert. Die Geldpolitik der Fed beeinflusst den Markt nie durch tatsächliche Zinserhöhungen oder -senkungen, sondern durch das Steuern von Erwartungen; wenn Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, ist oft bereits alles eingepreist.
In der kommenden Woche könnte der internationale Goldpreis nach mehreren aufeinanderfolgenden Wochengewinnen eine Abwärtsbewegung erleben, jedoch ist die erzeugte Erwartung letztlich nur Spekulation. Angesichts der enormen US-Verschuldung und der wirtschaftlichen Lage gibt es keinen Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Die strukturellen Probleme der USA werden sich auch durch die Reden von Walsh nicht grundlegend verbessern. Der internationale Goldpreis spiegelt das Risiko wider, und die USA stehen weiterhin vor zahlreichen Unsicherheiten.
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