WTI-Öl fällt unter 76,00 $, während die laufenden Gespräche zur Wiedereröffnung von Hormuz andauern
Die Ölpreise geben am Freitag ihre Gewinne wieder ab, wobei das Fass der US-Benchmark West Texas Intermediate (WTI) zum Zeitpunkt der Veröffentlichung knapp unter 76,00 $ gehandelt wird und auf einen Wochenverlust von 10 % zusteuert. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des US-Iran-Konflikts begrenzen die Anstiege beim Ölpreis, da Anleger auf das Ergebnis der Iran-Oman-Verhandlungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus warten.
Zuvor sorgte ein Bericht der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Fars, wonach Teheran erwäge, US-amerikanischen und israelischen Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verbieten, für einige Bedenken. Der Plan sah Gebühren zwischen fünf und sieben Prozent der Ladung für Schiffe vor, die die Wasserstraße passieren – eine Idee, die mit dem Bestreben der USA kollidieren würde, Seewege frei von Gebühren oder Beschränkungen zu halten.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich hingegen optimistisch hinsichtlich einer schnellen Beendigung des Konflikts und erklärte, dass die Straße von Hormus „sozusagen offen“ und unter US-Kontrolle sei, auch wenn er vor der Möglichkeit warnte, dass iranische Streitkräfte „etwas abschießen“ oder „eine Mine abwerfen“ könnten.
Rabobank: Ölvorräte als begrenzter Puffer bei anhaltender Störung von Hormus
Analysten der Rabobank warnen, dass der derzeitige Rückgang der globalen Lagerbestände weiterhin erheblich ist, da die Welt „je nach weiterer Freigabe strategischer Reserven immer noch etwa 2–5 Millionen Barrel pro Tag verbraucht und weitere 5–6 Millionen Barrel raffinierte Produkte“. Sie betonen, dass das „Inventar-Sparkonto nicht ewig reicht“ und unterstreichen damit die Grenzen des Einsatzes gelagerten Rohöls und Produkten, um anhaltende Angebotsunterbrechungen abzufedern.
Mit Blick auf die Zukunft geht das Basisszenario der Rabobank davon aus, dass sich die Rohölströme nur langsam erholen werden. So könnte „Hormus nur zu 50–60 % der Vorkriegsströme (einschließlich Umleitungen nach Yanbu/Fujairah) bis 2027 zurückkehren“, während „die Raffinerie-Exporte aus dem Nahen Osten erst bis Mitte 2028 wieder das Normalniveau erreichen dürften“. Die Bank hebt diese „große Kluft zwischen Öl und Produkten“ hervor und deutet an, dass die Märkte für raffinierte Produkte anhaltend angespannt bleiben könnten, selbst wenn sich die Rohölströme allmählich normalisieren.
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