Der südkoreanische Aktienmarkt erleidet einen historischen Einbruch: 700.000 Kleinanleger werden durch Hebelgeschäfte ausgelöscht, die Regierung bewertet dringend fünf große Rettungsmaßnahmen.
GLONGHUI, 30. Juli – Der südkoreanische Aktienmarkt erlebte im Juli einen historischen Einbruch, wodurch etwa 700.000 Privatanleger durch gehebelte ETFs schwere Verluste erlitten und der Druck auf die Regierung zur Marktstabilisierung stark zunahm. Berichten zufolge prüft die südkoreanische Aufsichtsbehörde derzeit fünf potenzielle Interventionsmaßnahmen:
1) Nationaler Marktstabilisierungsfonds: Die Regierung hat rund 10 Billionen Won (etwa 6,9 Milliarden USD) zur Stabilisierung des Aktienmarktes in Krisenzeiten reserviert. Dieses Instrument kam zuletzt während der Finanzkrise 2008 zum Einsatz.
2) Leerverkaufsverbot: Die Korea Exchange prüft intern die technische Umsetzbarkeit sowie die Vorbereitungszeit für eine vorübergehende Aussetzung von Leerverkäufen und bewertet gleichzeitig, ob die derzeitige Ober- und Untergrenze von 30% für Kursbewegungen angepasst werden kann.
3) Einschränkung von gehebelten ETFs: Einige Investoren und Abgeordnete fordern die Zwangsdelistung entsprechender Produkte. Es gab sogar Investorenverbände, die zum Protest Kränze am Parlamentsgebäude niederlegten.
4) Margin-Anforderungen: Privatanleger haben umfangreich auf Kredit Aktien gekauft und wurden bei fallenden Kursen zur Zwangsliquidation gezwungen, was die Marktschwankungen weiter verschärfte. Die Regierung erwägt möglicherweise strengere Margin-Anforderungen. Einige Experten empfehlen, dass Brokerhäuser die Anforderungen an Sicherheiten zeitweise lockern oder eine kurze Frist einräumen, um den mechanischen Verkaufsdruck zu mildern.
5) Aktienrückkäufe: Die Regierung könnte zudem die Regelungen zu Aktienrückkäufen anpassen, um Unternehmen, die bereits Rückkaufprogramme angekündigt haben und ihre Aktien für unterbewertet halten, zu einem zügigeren Rückkauf zu motivieren.
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