Erdgas: Zerbrechliche Versorgungsrisiken halten die Preise hoch – Rabobank
Florence Schmit von Rabobank weist darauf hin, dass TTF Natural Gas weiterhin von potenziellen Störungen in der Straße von Hormus und der verlängerten Force Majeure von QatarEnergy betroffen ist. Trotz einer gewissen Erholung der katarischen LNG-Lieferungen rechnet Rabobank für das dritte und vierte Quartal 2026 mit TTF-Preisen von etwa 51-52 €/MWh, wobei die Winterszenarien von einer Normalisierung bis hin zu einer Eskalation reichen. Im Basisszenario geht Rabobank erst ab dem nächsten Jahr von einer schrittweisen Entspannung aus, sobald es zu einem globalen LNG-Überangebot kommt.
Europäischer Leitindex für Gas steht vor Engpassrisiko
„Die Straße bleibt ein kritischer Engpass für den globalen LNG-Handel, und jede länger anhaltende Unterbrechung hätte erhebliche Folgen sowohl für die asiatische als auch die europäische Gasbilanz.“
„Die verlängerte Force Majeure von QatarEnergy bis Mitte Oktober deutet jedoch auf einen längeren Zeitraum eingeschränkter LNG-Verfügbarkeit hin, weshalb wir unsere TTF- und JKM-Gasprognosen für das dritte und vierte Quartal 2026 geringfügig auf 51-52 €/MWh beziehungsweise 17,00-18,50 $/MMBtu anheben.“
„Wir rechnen derzeit damit, dass die katarischen LNG-Lieferungen erst ab September/Oktober wieder spürbarer anziehen werden, was für eine komfortable Versorgung auf dem globalen LNG-Markt jedoch zu spät sein dürfte. Die TTF- und JKM-Gaspreise im Winter werden diese Realität widerspiegeln müssen.“
„Da es kurzfristig nur begrenzte Alternativen für den LNG-Markt gibt, bleiben die Preisrisiken selbst bei einem möglichen Abkommen zwischen den USA und Iran in den nächsten Wochen vorerst nach oben gerichtet. Wir erwarten, dass sich die Preise für TTF- und JKM-Gas für den Rest von Q3 und Q4 auf 51-52 €/MWh beziehungsweise 17-18 $/MMBtu einpendeln.“
„Sollten jedoch die geopolitischen Spannungen erneut zunehmen oder das Vertrauen in die Schifffahrt sinken, könnte sich das Engpassrisiko schnell verschärfen und eine Wiederaufnahme der katarischen LNG-Lieferungen weiter verzögern. In diesem Szenario würden die Gaspreise im Winter eher im Bereich von etwa 60 €/MWh beziehungsweise 21 $/MMBtu gehandelt werden.“
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