Die Fed belässt den Leitzins unverändert und die Äußerungen von Waller schüren Inflationsängste – die drei wichtigsten US-Aktienindizes schließen deutlich im Minus
Quelle: Globale Marktberichterstattung
Die US-Notenbank kündigte am 29. an, das aktuelle Zinsniveau unverändert zu lassen. Da Fed-Chef Kevin Walsh nach der Sitzung andeutete, dass kurzfristig keine Zinserhöhungen notwendig seien, löste dies starke Bedenken hinsichtlich einer außer Kontrolle geratenen Inflation aus. Infolgedessen fielen am selben Tag alle drei wichtigen Aktienindizes der New Yorker Börse deutlich und die Rendite von Benchmark-Staatsanleihen stieg kräftig an.
Bis zum Handelsschluss am 29. fiel der Dow Jones Industrial Average um mehr als 1.100 Punkte, was einem Verlust von 2,2% entspricht – der größte Tagesverlust seit April 2025; der S&P 500 Index verlor 1,5%; der NasdaqComposite Index fiel um 1,7%. Gleichzeitig stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf einen Höchststand von nahezu 4,7%.
Während der am gleichen Tag abgeschlossenen geldpolitischen Sitzung kam es innerhalb des Führungsgremiums der Fed zu Meinungsverschiedenheiten, drei Mitglieder stimmten gegen die Entscheidung und plädierten für eine Zinserhöhung. Fed-Präsident Walsh erklärte jedoch auf der nachfolgenden Pressekonferenz, dass der jüngste Anstieg der langfristigen Staatsanleiherenditen die landesweiten Kreditkosten bereits in gewisser Weise erhöht habe und dies den Entscheidungsträgern „etwas Beruhigung“ verschaffe. Der Markt deutete dies allgemein als mangelnde Bereitschaft der Fed, in nächster Zeit weitere geldpolitische Straffungen vorzunehmen.
Die plötzliche Verschlechterung der Lage im Nahen Osten verschärfte die Inflationsängste am Markt zusätzlich. Ein Raketenangriff Irans zerstörte die Hoffnung auf neue Verhandlungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und führte zu Erwartungen eines Anstiegs der globalen Energiepreise. US-Präsident Trump erklärte daraufhin, mit einer entschlossenen militärischen Reaktion zu antworten.
John Briggs, US-Zinsstrategieleiter der französischen AußenhandelsBank, analysierte, dass die Marktreaktion darauf hindeutet, dass Anleger der Entschlossenheit der Federal Reserve zur Erfüllung ihrer Aufgaben misstrauen und befürchten, dass Walsh zwar verbal entschlossen gegen Inflation vorgeht, aber keine Taten folgen lässt. Seit seinem Amtsantritt als Fed-Präsident im Mai dieses Jahres hat Walsh zwar mehrfach betont, wie wichtig es ist, die Inflationsrate auf das Ziel von 2% zu senken, aber er vermeidet es konsequent, klare Prognosen zur künftigen Zinspolitik abzugeben, was die Unsicherheit an den Märkten angesichts der Kombination aus hoher Inflation und geopolitischen Risiken stark erhöht.
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