Große Umstrukturierung im Apple-Smart-Home: Im Herbst soll ein neues Siri-AI-Endgerät kommen, Apple TV und HomePod mini stehen in den Startlöchern
Apple startet seine Smart-Home-Strategie mit einer weiterentwickelten Siri-AI neu und fordert damit Amazon und Google heraus. Zu den neuen Produkten zählen ein erster Home-Hub mit etwa 7-Zoll-Bildschirm und Unterstützung für Gesichtsinteraktion sowie ein im Herbst erscheinendes neues Apple TV und HomePod mini. Die Umsetzung der Strategie wurde zwar durch Softwareverzögerungen beeinträchtigt, dennoch plant Apple bereits fortschrittlichere Geräte wie Roboter und Sicherheitskameras, um das Home-Ökosystem umfassend neu zu gestalten.
Apple setzt erneut auf Smart-Home und stellt die weiterentwickelte Siri AI ins Zentrum seiner aktuellen Hardware-Strategie, um Amazon und Google, die den Markt seit Langem dominieren, gezielt herauszufordern.
Am 28. Juli berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, Apple steht kurz vor dem Abschluss der Entwicklung von drei neuen Smart-Home-Produkten: darunter das erste zentrale Smart-Home-Gerät mit der neuen Siri AI, sowie eine neue Generation von Apple TV und HomePod mini.
Das neue Apple TV und der HomePod mini sollen voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheinen, während das zentrale Smart-Home-Gerät zwischen Oktober dieses Jahres und Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Die Nachricht beflügelte den Aktienkurs von Apple am Dienstag zeitweise um 1,8 % auf 342,89 US-Dollar, wodurch die Marktkapitalisierung des Unternehmens erstmals die Marke von fünf Billionen US-Dollar überschritt.
Dies ist die bislang größte Expansion von Apple im Smart-Home-Bereich. Mit der rasanten Verbreitung generativer KI im häuslichen Umfeld möchte Apple das Nutzererlebnis durch Siri AI neu gestalten, direkt mit Produkten wie Amazon Echo Show und Google Nest Hub konkurrieren und so einen neuen Wachstumsmotor für das zunehmend stagnierende Wearable- und Zubehör-Geschäft schaffen.

Zentrale für das Zuhause: Gesichtserkennung für personalisierte Nutzererfahrung
Im Fokus steht das erste zentrale Smart-Home-Gerät von Apple.
Das Produkt bietet einen etwa 7 Zoll großen quadratischen Bildschirm und basiert auf tvOS von Apple TV, mit einem neu gestalteten Betriebssystem. Die Benutzeroberfläche kombiniert Designelemente von tvOS, watchOS und iOS und bietet Interaktionen wie Icon-Gitter, Widgets und Apps. Das Gerät unterstützt FaceTime-Videotelefonie, Überwachung der Haussicherheit, Intercom zwischen mehreren Geräten sowie Funktionen wie Smart-Home-Steuerung, Fotobrowser, Kalenderverwaltung und Musikwiedergabe und ermöglicht ein personalisiertes Zifferblatt-Erlebnis ähnlich wie bei Apple Watch.
Der größte Unterschied zu bisherigen Smart-Displays ist die Fähigkeit zur Gesichtserkennung. Das System erkennt in Echtzeit die Identität des Nutzers vor dem Bildschirm sowie dessen Entfernung zum Gerät und passt das Layout, die Schriftgröße und die Anzeigeinhalte dynamisch an. Außerdem werden automatisch kalender-, erinnerungs- und andere personalisierte Informationen des betreffenden Nutzers geladen.
Berichten zufolge existieren aktuell zwei Versionen des Produkts. Die Version mit internes Codenamen J490 setzt auf ein Design mit dem Bildschirm auf einem halbkugelförmigen Sockel und erinnert optisch an einen „geteilten“ HomePod mini; die andere, intern als J491 bezeichnet, kann mittels horizontaler Halterung an der Wand befestigt werden. Apple plant, dass Nutzer mehrere dieser Geräte in verschiedenen Räumen ihres Zuhauses einsetzen und so ein einheitliches Smart-Home-Netzwerk schaffen.
Softwareverzögerungen bremsen Hardware-Zeitplan
Die Entwicklung der drei Produkte begann laut Berichten bereits 2024. Apple plante ursprünglich, sie zusammen mit einer umfassend überarbeiteten Siri zu präsentieren. Wegen wiederholter Verzögerungen beim neuen Siri musste die Produkt-Roadmap angepasst werden.
Schlussendlich wird der neue Assistent unter dem Markennamen „Siri AI“ im Herbst dieses Jahres zusammen mit iOS 27 und anderen Systemen offiziell vorgestellt.
Durch die Verzögerungen bei der Softwareentwicklung wurden auch die Hardware-Termine mehrfach verschoben: von einer geplanten Veröffentlichung 2024 auf Frühjahr 2025, dann auf Herbst 2025 und zuletzt auf Frühjahr 2026. Apple hat die Produkt-Timeline bereits mehrfach angepasst. Laut Berichten, sind die Geräte stark von Siri AI abhängig, sodass eine getrennte Markteinführung von Software und Hardware nicht möglich wäre. Daher besteht grundsätzlich noch die Möglichkeit weiterer Verzögerungen.
Die neuen Apple TV und HomePod mini (interne Codenamen J265 und B525) behalten ihr bisheriges Design, erhalten aber schnellere Prozessoren und unterstützen Siri AI. Informierte Kreise erwarten Preise von 199 US-Dollar beziehungsweise 129 US-Dollar.
Robotik-Zentrale und Sicherheitskamera bereits in Planung
Neben den drei bevorstehenden Produkten plant Apple mindestens zwei weitere Smart-Home-Geräte mit höherer Ausstattung.
Eine davon ist eine robotische Smart-Home-Zentrale mit mechanischem Arm und etwa 9 Zoll großem Bildschirm, wobei der Arm das Display automatisch dem Nutzer folgen lässt. Beispielsweise kann das Gerät während FaceTime-Videoanrufen den Kamerawinkel automatisch anpassen, um die Person stets im Mittelpunkt zu halten, oder andere Objekte im Raum verfolgen.
Das zweite Produkt, intern als J450 bezeichnet, ist eine hochwertige Sicherheitskamera für Innenräume, die mit einem Smart-Home-Sicherheitssystem gekoppelt wird. Ziel ist es, auf dem Markt für Haussicherheit die Position von Amazon Ring anzugreifen.
Mit der Aufnahme der Smart-Home-Zentrale, Apple TV, HomePod mini, robotischen Geräten und Sicherheitsprodukten in die Planung baut Apple rund um Siri AI seine Smart-Home-Ökosystem neu auf. Dies ist das erste Mal seit Jahren, dass Apple seinen Fokus systematisch auf KI-Fähigkeiten und nicht auf einzelne Hardware-Produkte legt, um das häusliche Umfeld strategisch zu gestalten.
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