„KI-Transformation“ kann schwache Abonnementseinnahmen nicht verbergen, Morgan Stanley senkt Salesforce (CRM.US) Kursziel kräftig auf 185 US-Dollar
Morgan Stanley veröffentlichte einen Forschungsbericht: Das Kursziel von Salesforce wurde um 35 % gesenkt, die „zerrissene Geschichte zweier Städte“ zwischen der AI-Erzählung und der Wachstumsrealität untergräbt das Vertrauen der Investoren.
Wie das APP von Zhihui Finanz berichtet, hat Morgan Stanley das Rating für Salesforce (CRM.US) von "Übergewichten" auf "Neutral" herabgestuft und das Kursziel von 287 US-Dollar um etwa 35 % auf 185 US-Dollar gesenkt. Man spricht von einer deutlichen Diskrepanz zwischen dem rasanten Vormarsch von AI und dem weiterhin schleppenden Wachstum der Abonnement-Einnahmen.
AI „lautstark“, aber kein Wendepunkt in den Fundamentaldaten
Vor dem Hintergrund einer Neubewertung von Technologieaktien stellt Analyst Adam Wood von Morgan Stanley in seinem Bericht fest, dass Salesforce „aktiv an einer Selbstdisruption arbeitet“, aber das Kerngeschäft mit organischem Wachstum (Organic Growth) bisher keinen Wendepunkt erlebt hat. Der Aktienkurs von Salesforce hat sich in diesem Jahr um etwa 34 % nach unten entwickelt und ist weit vom 52-Wochen-Hoch von 274 US-Dollar entfernt.
Wood schreibt: „Die wichtigsten Kennzahlen (KPI) von Agentforce verändern sich, aber aufgrund traditioneller Aktivitäten (hauptsächlich Commerce und Tableau) bleibt der positive Einfluss von Artificial Intelligence noch aus, sodass cRPO (Current Remaining Performance Obligations)/natürliches Umsatzwachstum weiterhin gedrückt werden.“ Wood beschreibt die jüngsten Ergebnisse des SaaS-Giganten unter Marc Benioff als eine „Geschichte zweier Städte“: Einerseits gewinnen die Produkte mit AI-Agenten immer mehr an Schwung; andererseits verschlechtern sich das Wachstum der Abonnement-Einnahmen oder fehlt es an Wachstumspotential sowie sichtbaren Zukunftsindikatoren. Beide Faktoren gleichen sich aus und stellen das Wachstum auf ein zögerliches Fundament.
Kernproblem: Strategische Korrektheit ist kein Wendepunkt fürs Wachstum
Im Markt konzentriert sich alles auf die Frage, wie lange der Umschwung alter und neuer Geschäftsmodelle bei Salesforce dauert. Wood analysiert in seinem Bericht tiefgehend die Auswirkungen der Diskrepanz auf den Kapitalmarkt: „Die Diskrepanz zwischen starken KPIs bei den Agenten und der ausbleibenden Wendepunkt in den organischen Wachstumsindikatoren führt zu einem deutlichen Kursrückgang. Investoren fokussieren sich auf eine Schlüsselfrage: Wann werden Agentforce und das neue headless Gewinnmodell die strukturelle Belastung durch schlecht laufende Bereiche (Commerce, Tableau) kompensieren und ein nachhaltiges Wachstum der Abonnementeinnahmen fördern?“
Obwohl Salesforce die Integration von Übernahmen und internen Assets wie Informatica, MuleSoft, Data 360 und Slack beschleunigt, um eine unternehmensweite AI-Kontrollplattform zu schaffen, und Wood den strategischen Wechsel zu headless Software und agentenbasierten Angeboten als „strategisch korrekt“ anerkennt, bleibt der Monetarisierungsweg für Investoren unklar.
Rentabilität steht am Anfang: Wood ergänzt, dass zwar die Richtung der Transformation stimmt, die Rentabilität jedoch noch im „Anfangsstadium“ ist und das Wachstum wahrscheinlich langsamer ansteigt, als manche erwarten.
Investitionsausgaben drücken den Leverage: Obwohl die Gewinnmargen vermutlich steigen könnten, könnten jegliche Reinvestitionen in Agentforce, Data 360 und die headless Architektur den finanziellen Spielraum einschränken und so „die Selbsthilfe-Rendite verzögern“.
Bewertung verfrüht: Wood betont: „Wir sind überzeugt, dass die Integration von Informatica, MuleSoft, Data 360 und Slack Salesforce starke Argumente liefert, um eine AI-Kontrollplattform auf Unternehmensniveau aufzubauen. Aber wir erkennen auch, dass strategische Korrektheit kein Wendepunkt im Wachstum ist – und genau dieser Wendepunkt ist entscheidend dafür, dass Investoren Salesforce wieder Aufmerksamkeit schenken. Die Herausforderung bleibt, wie die intelligenten Aktivitäten in vorhersehbares Abonnementwachstum umgesetzt werden können. Nach unserer Einschätzung zeigt der aktuelle Preisweg am deutlichsten, dass es noch zu früh ist, Salesforce zu bewerten.“
Wachsende Meinungsverschiedenheiten an der Wall Street: SaaS-Modell und die Schmerzen der Umgestaltung im AI-Zeitalter
Die Herabstufung von Salesforce ist kein Einzelfall und spiegelt die gemeinsamen Herausforderungen wider, denen sich der SaaS-Softwaresektor im AI-Zeitalter gegenübersieht – nämlich, dass das traditionelle „Pro-Mitarbeiter“-Abrechnungsmodell durch AI-Agenten unter Druck gerät, während neue Modelle zur Monetarisierung nach Wirkung/Nutzung noch in der Erprobung sind.
Aktuell zeigen sich auf der Wall Street deutliche Meinungsverschiedenheiten bezüglich der weiteren Entwicklung von Salesforce:

Salesforce hat in den letzten Jahren eine Reihe von aggressiven Transformationsmaßnahmen ergriffen, darunter die Umstrukturierung der internen Serviceteams, den Einsatz von AI-Kundenservicebots Agentforce sowie die Übernahme der AI-Servicelösung Fin. Doch in der Übergangsphase, in der das Wachstum des traditionellen Geschäfts abflacht und die neuen AI-Geschäfte noch keinen skalierbaren und wiederkehrenden Umsatz generiert haben, wird die Geduld des Marktes für diesen „Generationenwechsel“ auf die Probe gestellt.
Für Salesforce und CEO Benioff wird der Schlüssel darin liegen, die Diskrepanz zwischen der „heißen AI-Story und den schwachen traditionellen Abonnements“ zu überwinden und die Agentenkennzahlen in solide wiederkehrende Einnahmen und Abonnementwachstum umzuwandeln. Davon hängt ab, ob Salesforce das Vertrauen der Wall Street zurückgewinnen kann.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
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