Stratege: Vor September ist das perfekte Zeitfenster, um in Gold zu investieren; der Druck auf den Anleihemarkt und die erzwungene Abwertung der Währung werden langfristig für einen Anstieg sorgen.
FXStreet 21. Juli—— Sprott-Stratege Paul Wong erklärt, dass mehrere Indikatoren für Gold deutlich überverkauft sind, die Verkaufsdynamik erschöpft ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit bis September ein Boden gebildet wird. Politische und geopolitische Ereignisse im August könnten eine Erholung auslösen. In Bezug auf Kapitalflüsse werden Abflüsse aus europäischen und amerikanischen ETFs von asiatischen Großnationen aufgenommen, die Bestände sind bereits deutlich zurückgegangen. Die weltweiten hohen Schulden und die Entglobalisierung treiben die Inflation an, die Anleihemärkte bleiben unter Druck und die Zentralbanken können letztlich nur durch die Abwertung der Währungen die Schulden verwässern. Die Abwertung der Währungen wird zu einer langfristigen Kernstütze für neue Höchststände beim Goldpreis.
Paul Wong, geschäftsführender Partner und Marktstratege bei Sprott, betont, dass aktuell sämtliche quantitativen Kernindikatoren für Gold in den Bereich deutlicher Überverkauftheit eingetreten sind, die Verkaufsdynamik nahezu erschöpft ist und der Goldpreis voraussichtlich bis September einen zyklischen Boden bildet. Die fortwährende Abwertung der Währungen bleibt der langfristige Haupttreiber für neue historische Höchststände beim Gold.
Im kurzfristigen Ausblick steht im August ein Wendepunkt bevor: Die Jahrestagung der globalen Zentralbanken in Jackson Hole, geopolitische Konflikte im Nahen Osten und starke Schwankungen im Anleihemarkt können als Katalysatoren für eine Erholung des Goldpreises wirken. Die weltweiten hohen Schulden, Entglobalisierung und fiskalische Expansion treiben die Inflation stetig; dies zwingt Zentralbanken dazu, Schulden durch Währungsabwertung zu verwässern und stützt den Goldpreis langfristig.
Umfassende technische und Positionssignale deuten auf Kauf: Sommer als Zeitfenster für Goldpositionierung
Wong erklärt, dass der Goldpreis beim Rückgang auf 90 % der 200-Tage-Linie Unterstützung findet; das Ausmaß des diesmaligen Abschwungs hat diese Schwelle längst überschritten. Mehrere eigens entwickelte quantitativen Modelle zeigen übereinstimmend, dass sich der Goldpreis im Bereich von minus zwei bis drei Standardabweichungen eines überverkauften Zustands bewegt. Betrachtet man die Wahrscheinlichkeitsverteilung, wurde der Druck auf den Goldpreis deutlich reduziert.
Im Hinblick auf die Kapitalpositionen kehren die Bestände quantitativer Trendfonds zurück zum neutralen Bereich, die Long-Positionen in Gold beim US Commodity Futures Trading Commission sind auf das Niveau von 2018 zurückgefallen; die globalen Gold-ETFs haben nur geringe Mittelabflüsse verzeichnet, wobei die Abflüsse aus europäischen und amerikanischen ETFs vollständig von asiatischen Großnationen aufgenommen wurden.
Mehrere Indikatoren für Überverkauftheit bedeuten keinen sofortigen Boden, aber das Ende der Phase konzentrierter Verkäufe. Große Institutionen kaufen gestaffelt, wenn der Goldpreis an einem Tag zwischen 1 % und 2 % fällt.
Aus saisonaler Sicht fielen die Tiefpunkte bei Gold in der Vergangenheit meist auf Anfang August; im letzten Jahr war das Tief Ende August während der Jackson-Hole-Konferenz, als der Markt erwartete, dass die Fed nicht weiter erhöhen würde und der Goldpreis von 3.600 Dollar auf 4.500 Dollar stieg. Auch in diesem August ist ein ähnlicher Verlauf wahrscheinlich – geopolitische oder politische Nachrichten könnten eine Rally auslösen.
Der Anleihemarkt als Kern des Makrospiels: Riesige Schulden fördern die große Währungsabwertung
Im Zusammenhang mit der weiteren Politik des US Federal Open Market Committee (FOMC) und dem Zinspfad bis 2026 sieht Wong die Bondmärkte als entscheidende Schlachtfelder: Die Renditen von Staatsanleihen in den USA, Deutschland, Japan und weltweit steigen gemeinsam, die Bondmärkte bleiben langfristig unter Druck. Die US-Staatsverschuldung liegt bei 39,5 Billionen Dollar, allein in den letzten zwölf Monaten wurden 3,8 Billionen Dollar neue Schulden aufgenommen – eine Wachstumsrate von fast 10 %. Die Zinsausgaben für Staatsanleihen übersteigen bereits die Verteidigungsausgaben, beiden Parteien fehlt ein konkreter Plan zur Schuldenreduktion und die populistische Stimmung sowie die wachsende Wohlstandsschere verschärfen die Inflationsprobleme weiter.
Auch das weltweite Wirtschaftsumfeld ist schwach; die Entglobalisierung führt zu einer Rückverlagerung der Wertschöpfungsketten, Länder horten Energie und industrielle Metallvorräte, erhöhen Steuern und führen neue Exportbeschränkungen ein – dies treibt die Warenpreise nachhaltig nach oben. Angesichts globaler Inflation sind die Möglichkeiten der Fed begrenzt; sie kann nur noch durch verbale Intervention Erwartungen steuern. Die strikte Aussage von Waller im Juni drückte den Goldpreis kurzfristig, ändert aber nichts am fundamentalen Schuldenproblem.
Die Zentralbanken haben nur zwei Optionen: Entweder den Zusammenbruch des Anleihemarktes zulassen, wodurch die Ausgabe neuer Staatsanleihen unmöglich wird – oder
Fazit
Zusammengefasst zeigen technische Signale, Positionsdaten und globale makroökonomische Fundamentaldaten: Gold ist kurzfristig stark überverkauft, im August gibt es einen klaren Anlass für eine Erholung und bis September dürfte der zyklische Boden erreicht werden. Mittelfristig öffnen die erheblichen staatlichen Schulden, die anhaltende Inflation und der Druck auf die Anleihemärkte das Tor für weitere Abwertung der Fiat-Währungen und geben dem Goldpreis langfristigen Spielraum nach oben.
Investoren sollten die Aussagen auf der Jackson-Hole-Konferenz Ende August, die geopolitische Lage im Nahen Osten und die Schwankungen der US-Anleiherenditen besonders im Auge behalten – diese drei Variablen bestimmen die kurzfristige Erholung des Goldpreises und die mögliche Aufwärtsdynamik.
Spot-Gold Tageschart Quelle: EasyFXStreet
Beijing-Zeit 21. Juli, 10:04 (UTC+8) Spot-Gold notiert bei 4.022,89 USD pro Unze.
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