Golden-Futures-Analyse vom 20. Juli: Dreifache Belastung drückt den Goldpreis, Augenmerk auf Veränderungen der Liquidität an den Finanzmärkten
Letzte Woche wurde der Goldmarkt gleich von drei Faktoren unter Druck gesetzt: makroökonomische Daten, Politik der US-Notenbank sowie geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der Preis fiel erneut Schritt für Schritt.
Aus makroökonomischer Sicht veröffentlichte das US-Arbeitsministerium die CPI-Daten für Juni, die im Jahresvergleich um 3,5% stiegen, was deutlich unter den erwarteten 3,8% und den vorherigen 4,2% lag; im Monatsvergleich sank er um 0,4%. Der Kern-CPI fiel im Jahresvergleich auf 2,6%, ebenfalls niedriger als der erwartete Wert von 2,8%. Der PPI sank im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,3% (erwartet war unverändert), was den ersten Rückgang seit dem letzten Jahr darstellt; das Wachstum im Jahresvergleich verkleinerte sich erheblich von 6,5% im Mai auf 5,5%, der Kern-PPI verlangsamte sich auf 4,7%. Nach Veröffentlichung der Daten senkten und verschoben die Märkte rasch die Erwartungen und Zeitpunkte für weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve, woraufhin die Edelmetallmärkte zwischenzeitlich stark anstiegen. Doch der neue Vorsitzende der Federal Reserve, Walsh, hielt in seinem ersten Auftritt vor dem Kongress weiterhin an einem „hawkish“ Ton fest. Er machte zwar keine Andeutung bezüglich des zukünftigen Zinspfads, betonte aber die „Null-Toleranz“ der Federal Reserve gegenüber anhaltend hoher Inflation. Walsh veränderte seine Position im Senat nicht und erklärte, er werde die politischen Werkzeuge, einschließlich Zinssatz und Bilanz, neu evaluieren; daraufhin kehrten die Edelmetallmärkte wieder in den Abwärtstrend zurück. Zudem zeigten die veröffentlichten US-Daten zu Einzelhandelsumsätzen und Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe eine relativ starke Widerstandskraft, was die Fed in ihrer hawkischen Haltung bestärkte.
Auf geopolitischer Ebene trat das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran in eine „Krisenphase“ ein; gegenseitige Angriffe zwischen den beiden Ländern hielten weiter an, beide Seiten kündigten zudem eine erneute Blockade der Straße an. Dies führte zu einem schnellen Anstieg der Rohölpreise; der Markt kehrte zeitweise zu Erwartungen über hartnäckige Inflation und Zinserhöhungen zurück, was sich erneut negativ auf den Verlauf der Edelmetalle auswirkte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Preisdynamik für Gold derzeit weiterhin um die Logik „Geopolitik - Inflation - Politik - Liquidität“ dreht. Die Entwicklung zeichnet sich durch folgende Merkmale aus: geopolitische Konflikte erhöhen die Klebrigkeit der Inflation, eine hawkische Politik begrenzt den Aufwärtsspielraum, eine Beruhigung der Marktstimmung und Zentralbank-Käufe bieten Unterstützung am Boden und geopolitische sowie finanzielle Risiken erhöhen die Volatilität. Kurzfristig bleibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ungelöst und sorgt für anhaltende Unsicherheit hinsichtlich Inflation und Zinsen. Das bedeutet für Gold vor allem schwache Rückgänge und technische Erholungen; es empfiehlt sich weiterhin ein defensiver Ansatz angesichts hoher Volatilität. Anleger sollten die Entwicklungen des USA-Iran-Konflikts, die Erwartungen an die Fed-Politik und die Frage, ob angesichts des Zinserhöhungspfads Liquiditätsrisiken in den internationalen Finanzmärkten auftreten, genau beobachten.
Verfasst von: Li Qi
Berufsqualifikation: F3046227
Handelsberatungslizenz: Z0016145
Redakteur: Zhu Henan
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