Die Deutsche Bank warnt, dass die Bilanzverkürzung den US-Dollar nicht stützen kann, während das japanische Beispiel und politische Zielkonflikte zusätzlichen Druck ausüben.
智通财经2026/07/16 19:26- Der Deutsche Bank-Stratege Saravelos warnt, dass der US-Dollar unter Druck geraten und sich abschwächen könnte, falls die Federal Reserve ihren politischen Fokus statt auf Zinserhöhungen auf die Bilanzverkürzung zur Straffung der monetären Bedingungen verlagert. Diese Einschätzung steht zwar im Widerspruch zur Marktintuition, basiert jedoch auf empirischer Logik.
- Die Erfahrung Japans liefert ein anschauliches Beispiel: Obwohl die Bank of Japan die Zinsen nur langsam erhöht hat, wurde die quantitative Straffung in Rekordtempo vorangetrieben, indem eine große Menge an Staatsanleihen nach Fälligkeit nicht verlängert wurde. Dennoch befindet sich der Yen seit 2012 auf historisch niedrigem Niveau, was zeigt, dass die Bilanzverkürzung an sich nur eine sehr begrenzte stützende Wirkung auf den Wechselkurs hat.
- Saravelos ist der Meinung, dass die Bilanzverkürzung dem US-Dollar nur dann zugutekommt, wenn sie von einem substanziellen Anstieg der kurzfristigen Renditen begleitet wird. Das bloße Auslaufen von mittel- und langfristigen Anleihen verändert die Zinskurve kaum und kann dem strukturellen Abwertungsdruck durch die Ausweitung des Haushaltsdefizits nicht entgegenwirken.
- Der entscheidende Widerspruch liegt zudem darin, dass der Bilanzverkürzungsprozess der Federal Reserve sehr wahrscheinlich direkt mit dem Ziel der Trump-Regierung kollidiert, die langfristigen Renditen niedrig zu halten. Die Exekutive hat bereits explizit den Wunsch nach niedrigen Zinsen geäußert; die Spannungen zwischen Zentralbankunabhängigkeit und fiskalpolitischen Interessen könnten die Marktunsicherheit weiter verstärken.
- Japans Finanzministerin KATAYAMA Satsuki diskutiert inzwischen sogar, ob inländische Ersparnisse zur Stützung des Anleihemarkts genutzt werden sollen, was verdeutlicht, dass die Grenze zwischen Zentralbank und Fiskalpolitik bei extrem quantitativer Straffung zunehmend verschwimmt – ein Warnsignal, das auch die Federal Reserve beachten sollte.
- Insgesamt ist die Wahl des Tempos der Bilanzverkürzung nicht nur eine technische Frage, sondern ein komplexes Spiel der Politikkoordination und Wechselkursreaktionen. Sollte die Federal Reserve auf quantitative Straffung bestehen und dabei die Anpassung der kurzfristigen Zinsen ignorieren, ist das mittelfristige Abwertungsrisiko des US-Dollars nicht zu unterschätzen. Im Fokus steht künftig, wie groß die internen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Federal Reserve über die Kombination von Bilanzverkürzung und Zinserhöhungen sind und ob die Koordination zwischen Emissionsstrategie des Finanzministeriums und Zentralbankoperationen reibungslos verläuft.
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