Die KI-Infrastruktur-Dividende wird weiterhin realisiert! TSMC (TSM.US) verzeichnet im zweiten Quartal einen Nettogewinnanstieg von 77 % auf ein neues Rekordhoch und hebt die Jahresprognose für Investitionen und Umsatz an.
TSMC (TSM.US) hat am Donnerstag einen weit über den Erwartungen liegenden Gewinn für das zweite Quartal bekannt gegeben.
Laut German Finance APP verzeichnete TSMC (TSM.US) dank der weltweit starken Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (AI)-Chips am Donnerstag einen deutlich höher als erwarteten Quartalsgewinn. Die Daten zeigen, dass TSMC im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,27 Billionen NT-Dollar (39,45 Milliarden US-Dollar) erzielte, was einem Anstieg von 36% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktkonsens lag bei 1,264 Billionen NT-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 706,562 Milliarden NT-Dollar, ein Anstieg von 77,4% im Vergleich zum Vorjahr und von 23,4% gegenüber dem Vorquartal. Die Markterwartung lag bei 632,64 Milliarden NT-Dollar.
Der Nettogewinn des weltweit größten Auftragsfertigers für Chips erreichte das fünfte Quartal in Folge ein Allzeithoch. Dieses Ergebnis ist in erster Linie auf die explosive Zunahme der globalen Nachfrage nach AI-Infrastruktur zurückzuführen, die eine starke Nachfrage nach fortschrittlichen Herstellungsverfahren und packaging-Technologien zur Folge hatte. TSMC gab an, dass fortschrittliche Herstellungsverfahren mit einer Strukturbreite von 7 Nanometern oder weniger 77% des gesamten Wafer-Umsatzes ausmachen.
TSMC erhöht die jährlichen Investitionen und setzt auf die langfristige Nachfrage nach AI-Chips
Bemerkenswert ist, dass TSMC die diesjährige Kapitalausgaben und Umsatzerwartung erhöht hat und damit das starke Vertrauen des Unternehmens in die weltweite Nachfrage nach AI-Chips demonstriert.
TSMC erwartet derzeit, dass die Kapitalausgaben im Jahr 2026 zwischen 60 und 64 Milliarden US-Dollar liegen werden, was über der vorherigen Prognose von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar liegt. Das Unternehmen rechnet zudem mit einer Umsatzwachstumsrate im US-Dollar, die leicht über 40% liegen wird und damit über der vorherigen Schätzung von über 30%.
Die anhaltend starke Geschäftsentwicklung bestätigt die zentrale Position von TSMC im globalen AI-Industrieverband: Der Großteil der fortschrittlichen Chips, die weltweit für Rechenzentren und Smartphones verwendet werden, wird von TSMC gefertigt. Das asiatische Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert ist zum zentralen Indikator für das Wachstum der globalen AI-Infrastruktur geworden.
TSMC bestätigte am Donnerstag, dass in den nächsten drei Jahren die Ausgaben noch weiter steigen könnten. Dieser Expansionskurs spiegelt wider, dass große Tech-Unternehmen wie Meta und Alphabet weiterhin Chips und Hardware für den Ausbau ihrer Rechenzentren in großem Umfang kaufen werden.
TSMC Chief Financial Officer Huang Wende sagte den Analysten während der Ergebnisbesprechung: „Wir sind sehr zuversichtlich hinsichtlich des AI-Trends. Die Investitionsausgaben in den nächsten drei Jahren werden deutlich höher sein als in den letzten drei Jahren.“
Ein Teil der zusätzlichen Ausgaben könnte für den US-Bundesstaat Arizona vorgesehen sein, wo TSMC insgesamt 265 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Kapazitäten reserviert hat. TSMC-Präsident Wei Zhejia erklärte bereits im Juni, dass selbst bei einem erheblichen Kapazitätsausbau in den USA die Nachfrage der US-Kunden in den nächsten Jahren nicht vollständig gedeckt werden könne.
Marktspaltung bleibt: Boom bei Rechenleistung birgt Risiken
Die Kapitalausgaben von TSMC stehen im Fokus und gelten als Schlüsselindikator für Angebot und Nachfrage bei Kernen-Chips weltweit – von Nvidia AI-Beschleunigern über Tesla-Autoprocessoren bis hin zu serverseitigen Chips für verschiedene AI-Dienste.
Der koreanische Chip-Gigant SK Hynix ist ebenfalls der Ansicht, dass der Mangel an Speicherchips bis nach 2030 anhalten wird, da die Ausgabenwelle der Betreiber von Rechenzentren die Nachfrage nach klassischen Speicherchips und High-Bandwidth Memory (HBM), die mit AI-Systemen genutzt werden, antreibt.
Allein in diesem Jahr dürften Ausgaben von Tech-Giganten wie Meta für AI-Rechenleistung die Marke von 725 Milliarden US-Dollar überschreiten. Allerdings zeigt sich eine Spaltung am Markt: Die Bewertung des AI-Sektors ist derzeit hoch und viele Investoren sorgen sich, dass die gleichzeitige Kapazitätserweiterung aller großen Anbieter zu einem Überangebot an Chips führen könnte.
Darüber hinaus nehmen führende Betreiber von Rechenzentren stetig Schulden auf und finanzieren sich, um den Ausbau der Recheninfrastruktur zu fördern – ein Großteil der AI-bezogenen Investitionen basiert auf stetig steigender Verschuldung. Trotz des beschleunigten Umsetzungstempos im globalen AI-Sektor bestehen weiterhin große Unsicherheiten, ob die immensen Investitionen auch tatsächlich hohe Gewinne erzielen werden.
Seit Jahresbeginn hat die globale Halbleiterbranche durch den Boom bei AI-Rechenleistung deutlich zugelegt. Mit Beginn der Berichtssaison nimmt der Markt eine Neubewertung der Chipbranche vor; ob der AI-Trend anhält, bleibt ein Fokus. Am Donnerstag gerieten die Aktien asiatischer Chiphersteller kollektiv unter Druck und zogen die Indizes nach unten, was die aktuellen Sorgen der Investoren über die hohen Bewertungen der AI-Wertschöpfungskette widerspiegelt.
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