Goldman Sachs: Präzise Warnung vor dem Absturz der Momentum-Aktien am US-Aktienmarkt – Ist jetzt eine gute Gelegenheit zum Einstieg?
Der High-Beta-Momentum-Aktienkorb von Goldman Sachs (GSPRHIMO) ist in den letzten zwei Handelstagen um 18% gefallen und verzeichnet damit den größten zweitägigen Rückgang seit 2020.
Goldman Sachs ist der Ansicht, dass dieser Einbruch nicht von einem einzelnen Ereignis verursacht wurde, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels ausplötzlichem Liquiditätsrückgang, überfüllten Positionen und saisonalen Faktoren ist.
Bemerkenswert ist, dass Goldman Sachs wenige Stunden vor dem Kurssturz bereits einen Bericht veröffentlichte, in dem der Markt vor einer möglichen Anpassung desMomentum-Faktors im Juli gewarnt wurde.
Obwohl der aktuelle Rückgang kurzfristigen Tradern eine taktische Rebound-Chance bietet, warnt Goldman Sachs gleichzeitig:Momentum-Trades sind weiterhin extrem überfüllt und sollte die Deleveraging-Dynamik anhalten, könnte der Rückgang künftig sogar das Doppelte des aktuellen Ausmaßes erreichen.

Insgesamt betrachtet sieht Goldman Sachs den Markt aktuell erst am Beginn derDeleveraging-Phase bei Momentum-Strategien und die weitere Entwicklung hängt von zwei entscheidenden Variablen ab:
- Ob die Marktliquidität wiederhergestellt werden kann;
- Ob die Stimmung der Investoren sich rasch erholt.
Warum kam es zu diesem plötzlichen Einbruch?
Goldman Sachs-Stratege Guillaume Soria betont, dass dieser Rücksetzer ohne einen einzelnen Auslöser erfolgte, sondern mehrere negative Faktoren zusammenwirkten.
Hauptgründe sind:
Erstens: Massive Gewinnmitnahmen.
Im ersten Halbjahr 2026 performten Momentum-Strategien sehr stark, Investoren häuften erhebliche Buchgewinne an, und bei kleinsten Marktveränderungen wurden Gewinne schnell realisiert.
Zweitens: Vor dem US-Unabhängigkeitstag sank die Marktliquidität rapide.
Das Handelsvolumen war vor dem Feiertag ohnehin gering, größere Verkaufsorders verstärkten die Marktvolatilität zusätzlich.
Drittens: Faktorvolatilität steigt steil an.
Laut Daten von Goldman Sachs hat die Faktorvolatilität nun dashöchste Niveau der letzten fünf Jahre erreicht, was dazu führt, dass Quant-Investoren aktiv ihre Risikopositionen abbauen.
Viertens: Portfolioumschichtungen zum Quartalsende.
Viele Fonds balancieren ihre Positionen am Quartalsende neu, was den Kapitalabfluss verstärkt hat.
Laut US-Aktien-Big-Data von StockWe.com führte das Zusammenwirken dieser Faktoren schlussendlich zu einer der heftigsten Anpassungen bei High-Beta-Momentum-Strategien der letzten Jahre.
Wie gravierend ist die Korrektur bereits?
Daten zeigen:
- Der Momentum-Faktor liegt bereits 24%
- Das ist der größte Rückgang seit dem ersten Quartal 2023
- Der historische durchschnittliche Rückgang beträgt nur etwa 12%
Das bedeutet:
Der aktuelle Rückgang ist bereits doppelt so hoch wie der historische Durchschnitt.
Im Hinblick auf die Dauer der Korrektur:
- Die durchschnittliche Korrekturdauer lag historisch bei 24 Tagen
- Die aktuelle Korrektur läuft erst seit 10 Tagen
Anders gesagt:
Gemäß historischer Erfahrung könnte die Korrektur noch nicht beendet sein.
Dies ist nicht nur ein US-Phänomen, sondern passiert weltweit synchron
Goldman Sachs beobachtet zudem, dass der Abzug von Momentum-Kapital eine deutlich globale Dynamik aufweist.
Zum Beispiel:
Der südkoreanische Aktienmarkt verzeichnete rekordverdächtige ausländische Kapitalabflüsse;

Dabei sind lokale institutionelle Anleger aktiv eingestiegen und haben den Verkaufsdruck der ausländischen Investoren teilweise kompensiert.
Das bedeutet:
Quant-Kapital weltweit reduziert synchron Risikopositionen – es handelt sich nicht um ein isoliertes Ereignis eines einzelnen Marktes.
Goldman Sachs: Kurzfristige Rebound-Chancen beginnen zu entstehen
Trotz heftiger Marktanpassungen bleibt die Trading-Abteilung von Goldman Sachs relativ optimistisch.
Sie stellen fest:
Seit 2026 gab es bei High-Beta-Momentum-Strategien schon mehrfach
"über 10%-Rückgänge in zwei Tagen"
und danach folgten nahezu ausnahmslos Rebounds unterschiedlicher Stärke.
Goldman Sachs meint daher:
Der aktuelle Kurssturz wirkt eher wie einetechnische Anpassung infolge von Liquiditätsmangel und ruhigem Sommerhandel,
und nicht wie eine grundlegende Änderung des langfristigen Trends.
Historische Daten zeigen:
Insbesondere nachdemdie Federal Reserve in einen Lockerungszyklus eingetreten ist,
waren Käufe bei starken Rückgängen von Momentum-Aktien langfristig oft deutlich erfolgreicher.
Goldman Sachs erkennt daher,
dass jetzt eine Grundlage für einen taktischen Rebound (Tactical Rebound) beginnt.
Das eigentliche Risiko ist aber noch nicht überwunden
Goldman Sachs betont jedoch:
Es ist zu früh, von einer Entwarnung zu sprechen.
Das größte Risiko besteht aus:
① Positionen sind weiterhin extrem überfüllt
Obwohl der Markt stark gefallen ist,
bleiben die Momentum-Trade-Positionen auf historisch hohem Niveau.
Das heißt:
Sollten weitere Fonds weiter deleveragen,
könnte Verkaufsdruck erneut geballt auftreten.
Goldman Sachs schätzt: Im Extremfall könnte der maximale Rückgang des Momentum-Faktors 50% erreichen.
Das heißt:
Im Vergleich zum aktuellen Rückgang von etwa 24%
gibt es theoretisch noch fast doppelt so viel möglichen Abwärtsspielraum.
② Beim AI-Trading besteht weiter Realisierungsdruck
Bis jetzt:
Momentum-Faktoren sind dieses Jahr etwa 27% gestiegen.
Dabei:
Entstammen die Gewinne in großer Zahl aus AI-bezogenen Aktien.
Sollte sich die AI-Investment-Story ändern,
könnten die über das Jahr angesammelten Buchgewinne weiter realisiert werden.
Das bedeutet:
Die größte Variable am Markt
ist weiterhin AI.
Meta beginnt, die Marktsorgen über AI-Kapitalausgaben zu verstärken
Goldman Sachs hebt besonders hervor:
Die jüngste Meldung, dassMeta Platforms einen Teil seiner Strategie auf Cloud Services verlagert, veranlasst einige Investoren zu Zweifeln:
Wird der massive AI-Kapitalaufwand (CapEx) künftig wirklich genug Rendite bringen?
Diese Unsicherheit ähnelt dem Stimmungswandel bei früheren AI-Marktkorrekturen.

Allerdings glaubt die Handelsabteilung von Goldman Sachs aktuell:
Die langfristige Investment-Story von AI hat sich strukturell noch nicht verändert.
Deshalb,
reicht dies noch nicht aus, um einen tieferen, langfristigen systemischen Abwärtstrend auszulösen.
US-Aktien Investmentportal-Analyse: Wie sollen Investoren diesen Bericht verstehen?
Dieser Bericht sendet ein recht diffiziles Signal:
Kurzfristig:
- Nach den aufeinanderfolgenden Kursstürzen bei Momentum-Aktien bestehen tatsächlich Chancen auf technische Rebounds;
- Historisch gesehen erhielten vergleichbare rasche Rückgänge meist eine gewisse Erholung.
Mittelfristig und langfristig:
- Momentum-Handel bleibt weiterhin überfüllt;
- Der Deleveraging-Prozess ist womöglich noch nicht abgeschlossen;
- AI bleibt der wichtigste Trend am Markt, aber sollten die Erwartungen an AI-Kapitalausgaben oder Gewinne deutlich nach unten korrigiert werden, könnten die dieses Jahr angehäuften Buchgewinne weiter realisiert werden.
Goldman Sachs gibt demnach keine Aussage ab, dass das Risiko beendet sei, sondern sieht den Markt in einer Phase,in der Deleveraging und Stimmungsaufhellung parallel verlaufen. Kurzfristige Investoren können technische Rebounds nach Übertreibungen beobachten, langfristig sollten Anleger Liquiditätsverbesserungen, den Fortschritt beim Deleveraging und vor allem strukturelle Änderungen in der AI-Story sehr genau verfolgen.
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