Dollar-Bullenmarkt überfüllt
Morning FX
2. Rückgang der Ölpreise, Zinserhöhungserwartungen können nicht unterstützen
Der Kernantrieb der Dollar-Stärke stammt derzeit aus der vorzeitigen Bepreisung der Markterwartungen an die Fed-Politik,der Dollarkurs korreliert stark mit den Zinserhöhungserwartungen der kommenden zwölf Monate.

Momentan preist der Markt für die Fed im laufenden Jahr 1,3 Zinserhöhungen ein, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung vor September bei 75% liegt – das ist bereits etwas unter dem Höchststand nach dem FOMC im Juni, aber der Rückgang der US-Zinsen ist immer noch geringer als der starke Rückgang beim Ölpreis.Ein fallender Ölpreis mildert die Inflation schrittweiseund verringert die Notwendigkeit weiterer Fed-Zinserhöhungen,so dass die Unterstützung des US-Dollar von der Zinsseite zunehmend schwächer wird.
3. Wirtschaftsdaten treten in ein saisonal schwaches Fenster
Im Juni und Juli gibt es in den US Non-Farm-Arbeitsmarktdaten einen saisonal schwachen Effekt: Einerseits führen die Sommerferien der Schulen zu einem temporären Wegfall vieler Stellen im öffentlichen Bildungssektor und viele Frauen verlassen wegen Kinderbetreuung im Sommer den Arbeitsmarkt; andererseits stoppen im Juli die Automobilhersteller und andere industrielle Sektoren häufig ihre Produktion für Wartung und Arbeiter gehen vorübergehend. Daher gibt es im Sommer natürliche saisonale Schwankungen bei den Beschäftigungsdaten, und bei JOLTS, ISM Fertigung und anderen Hochfrequenzindikatoren besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Abschwächung.
4. AI-Katalysator bereits ausreichend eingepreist, positive Effekte nehmen ab
Der Anstieg der US-Produktivität durch AI bleibt mittelfristig ein fundamentaler Treiber für die Dollar-Stärke, aber kurzfristig ist dies bereits im starken US-Dollar eingepreist.Der BofA-Investorenbericht vom Juni zeigt, dass 80% der Institutionen das globale Long-Engagement in Halbleitern als das derzeit überfüllteste Trade sehen. Wenndie Volatilität der Tech-Aktien steigt, könnte dies die Motivation der ausländischen Investoren schwächen, den Zufluss in US-Dollar-Assets weiter auszubauen.
5. Geopolitischer Sicherheitsaufschlag als Dollarunterstützung sinkt weiter
Mit dem Waffenstillstands-Memorandum zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage im Nahen Osten deutlich entspannt, das Verkehrsaufkommen durch die Straße von Hormus hat sich auf etwa 30% des Normalwertes stabilisiert, die Durchfahrt durch den Nahen Osten insgesamt liegt bei etwa 60%, und der zuvor unterstützende geopolitische Sicherheitsaufschlag für den US-Dollar fällt jetzt rasch ab.
Fazit:
Die aktuellen Long-Positionen beim US-Dollar sind überfüllt, gepaart mit fallenden Ölpreisen, saisonal schwächelnden Wirtschaftsdaten im Sommer, vollständig eingepreisten AI-Faktoren und dem Rückgang des geopolitischen Sicherheitsaufschlages verstärken sich mehrere Faktoren. Der kurzfristige Rücksetzerdruck auf den US-Dollar steigt.
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