Warum ist die Bank of Japan für Bitcoin so wichtig?
Bitcoin-Händler achten in der Regel auf die US-Notenbank. Doch auch die Bank of Japan (BoJ) ist für den Kryptowährungsmarkt von entscheidender Bedeutung.
Das liegt daran, dass Japan eine einzigartige Rolle in der globalen Liquidität spielt. Wenn die Liquidität knapp wird, fällt Bitcoin oft stark.
„Billiger Yen“ ist der verborgene Liquiditätsmotor von Bitcoin
Seit Jahrzehnten hält Japan nahezu Null- oder Negativzinsen aufrecht, was den Yen zu einer der weltweit günstigsten Währungen für Kredite macht.
Dies hat das sogenannte Yen-Carry-Trading hervorgebracht.
Große Institutionen – darunter Hedgefonds, Banken, Vermögensverwalter und Eigenhandelsabteilungen – leihen sich Yen über japanische Banken, den Devisenswapmarkt und kurzfristige Finanzierungsquellen.
Sie tauschen diese Yen dann in US-Dollar oder Euro um. Das Kapital fließt in höher rentierende Anlagen.
Zu diesen Anlagen zählen Aktien, Kredite, Schwellenmärkte und zunehmend Kryptowährungen. Solange das Kapital günstig und reichlich vorhanden ist, profitiert Bitcoin davon.
Bitcoin ist dabei besonders attraktiv. Denn er wird rund um die Uhr gehandelt und ist sehr volatil. Für gehebelte Fonds ist er eine liquide, risikofreudige Anlagemöglichkeit.
Eine Zinserhöhung der Bank of Japan stört dieses System.
Warum schon kleine Zinserhöhungen der Bank of Japan große Auswirkungen haben
Auf den ersten Blick scheinen die erwarteten Maßnahmen der Bank of Japan nicht aggressiv zu sein.
Der Markt rechnet mit einem Anstieg von etwa 25 Basispunkten, wodurch der Leitzins Japans auf 0,75% steigen würde – immer noch deutlich unter dem Niveau der USA oder Europas.
Doch die Größe des Schrittes ist nicht das eigentliche Problem.
Japan bewegt sich seit Jahrzehnten in der Nähe von Nullzinsen. Selbst ein kleiner Anstieg stellt eine strukturelle Veränderung der Finanzierungsbedingungen dar.
Wichtiger ist, dass sich dadurch die Erwartungen ändern.
Wenn der Markt glaubt, dass Japan in einen mehrstufigen Straffungszyklus eintritt, warten die Händler nicht ab, sondern reduzieren frühzeitig ihre Positionen.
Schon diese Erwartung allein kann einen Ausverkauf globaler Risikoanlagen auslösen. Bitcoin spürt diese Auswirkungen besonders schnell, da er rund um die Uhr gehandelt wird und schneller reagiert als Aktien oder Anleihen.
Wie eine Straffung der Geldpolitik durch die Bank of Japan Bitcoin-Liquidationen auslöst
Die heftigsten Rückgänge bei Bitcoin sind selten nur auf Verkäufe am Spotmarkt zurückzuführen, sondern auf den Einsatz von Hebelwirkung.
Hawkische Maßnahmen der Bank of Japan könnten den Yen stärken und die globalen Renditen steigen lassen, während sie gleichzeitig Druck auf Risikoanlagen ausüben.
Bitcoin fällt daraufhin unter wichtige technische Marken. Das ist entscheidend, da der Kryptomarkt stark auf Perpetual Futures und Margin Trading angewiesen ist.
Mit fallenden Preisen erreichen gehebelte Long-Positionen ihre Liquidationsschwelle und die Börsen verkaufen automatisch Sicherheiten, um Verluste auszugleichen.
Dieser Zwangsverkauf führt zu weiteren Preisrückgängen bei Bitcoin und löst weitere Liquidationen aus – eine Kettenreaktion.
Deshalb wirken makroökonomische Ereignisse manchmal wie ein Crash im Kryptobereich. Der erste Schock kommt von Zinsen und Devisenmärkten.
Die zweite Welle stammt aus der Hebelstruktur der Kryptowährungen.
Worauf Händler bei Entscheidungen der Bank of Japan achten
Vor der Veröffentlichung von BoJ-Ankündigungen steigt das Marktrisiko stetig an. Händler achten genau auf Frühwarnzeichen:
- Stärke des Yen – dies deutet darauf hin, dass Carry-Trades geschlossen werden.
- Steigende Anleiherenditen – dies verschärft das Finanzumfeld.
- Sinkende Finanzierungssätze oder offene Positionen – dies zeigt einen Rückzug von Hebelwirkung an.
- Unterschreiten wichtiger Bitcoin-Unterstützungsniveaus – dies könnte Liquidationen auslösen.
Auch der Ton der geldpolitischen Leitlinien der Bank of Japan ist wichtig. Eine Zinserhöhung mit dovishem Ton kann die Märkte beruhigen.
Hawkische Signale könnten den Verkaufsdruck verstärken.
Zusammengefasst: Die Bank of Japan ist wichtig, weil sie eine Hauptquelle der globalen Liquidität kontrolliert. Wenn die Liquidität knapp wird, ist Bitcoin oft als Erstes betroffen.
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