Bitcoin: Strategie entgeht beim ersten Nasdaq 100-Sortieren der Streichung
Es gibt Unternehmen, die in einen Index eintreten, als würden sie einem Club beitreten. Und andere, die eintreten, als würden sie ein unangenehmes Gespräch am Tisch auslösen. Strategy gehört eindeutig zur zweiten Kategorie: ein börsennotiertes Unternehmen, ehemals MicroStrategy, das sich hauptsächlich in eine Bitcoin-Akkumulationsmaschine verwandelt hat. Doch beim jährlichen Nasdaq 100 Rebalancing, das am 13. Dezember 2025 angekündigt wurde, ist es nicht ausgeschieden. Der erste echte Test seit seiner Aufnahme im vergangenen Dezember ist bestanden.
Kurz gefasst
- Strategy bleibt trotz seines Bitcoin-lastigen Modells im Nasdaq 100
- Der Markt bleibt skeptisch, da die Aktie weiter fällt
- MSCI könnte das Unternehmen im Januar 2026 aus wichtigen Indizes ausschließen.
Ein Index, der kürzt, Strategy, das bleibt
Die Handelsvolumina sinken, während der Markt stagniert. In diesem Kontext hat sich der Nasdaq 100 bewegt – und das nicht zaghaft: sechs Abgänge (Biogen, CDW, GlobalFoundries, Lululemon, ON Semiconductor, Trade Desk) und sechs Neuzugänge (Alnylam Pharmaceuticals, Ferrovial, Insmed, Monolithic Power Systems, Seagate, Western Digital), wobei die Änderungen am 22. Dezember 2025 in Kraft treten.
In diesem Spiel fällt Strategy als UFO auf. Ursprünglich ein Tech-Unternehmen, seit 2020 mit „bitcoin treasury“ im Herzen, wirkt das Unternehmen manchmal eher wie ein Marktvehikel als wie ein traditionell operierendes Unternehmen. Genau das macht den Verbleib im Index bemerkenswert: Der Index hat sein Modell zumindest bei diesem Rebalancing nicht „bestraft“.
Doch der Markt applaudierte nicht. Die Aktie schloss die Sitzung mit einem Minus (-3,74 % laut gemeldeten Zahlen) und der Kurs befindet sich seit einem Monat im Abwärtstrend. Im Index zu bleiben reicht nicht aus, um die Nerven zu beruhigen, wenn Bitcoin stärker atmet als das historische Kerngeschäft.
Ein Bitcoin-Schatz, der Köpfe verdreht… und Regeln
Im Kern geht es um die Größe des Tresors. Strategy ist heute der größte Unternehmenshalter von Bitcoin und stapelt weiter. Jüngstes Beispiel: 10.624 BTC wurden Anfang Dezember für etwa 962,7 Millionen Dollar gekauft, womit sich der Gesamtbestand auf 660.624 BTC erhöht, laut Marktschätzungen etwa 60 Milliarden wert.
Auf diesem Niveau wird das Unternehmen fast zu einer Gleichung: „Wert = Bitcoin + Aufschlag (oder Abschlag) + Finanzierungsstruktur.“ Hier wird die Frage konkret: Sprechen wir noch von einem operativen Unternehmen oder von einem quasi-börsennotierten Fonds mit Software-Anstrich?
Genau diese Debatte entsteht derzeit bei MSCI. Der Indexanbieter prüft die Möglichkeit, Unternehmen, deren Krypto-Assets mehr als 50 % des Gesamtvermögens ausmachen, aus den Indizes auszuschließen. Eine Entscheidung wird im Januar erwartet (in einigen Berichten ist der 15. Januar 2026 als Datum genannt). Sollte MSCI entscheiden, wäre die Auswirkung nicht nur theoretisch: JPMorgan weist auf ein Risiko von Zwangsverkäufen in Höhe von bis zu 2,8 Milliarden Dollar durch passive Fonds hin.
Die Saylor-Antwort: „Wir stapeln nicht, wir finanzieren“
Gegenüber MSCI setzt Strategy eher auf das Argument der Struktur als auf Überzeugung. In einem Schreiben vom 10. Dezember verteidigen Michael Saylor und CEO Phong Le die Idee eines Unternehmens, das verschiedene Instrumente, insbesondere Vorzugsaktien, ausgibt, um seine Käufe zu finanzieren. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um eine finanzielle Logik und nicht um eine einfache passive Bitcoin-Akkumulation.
Gleichzeitig hat Strategy rund 1,44 Milliarden Dollar aufgenommen, um Zweifel an der Fähigkeit zur Zahlung von Dividenden und Schulden auszuräumen, falls die Aktie weiter fällt. Der Mechanismus bringt es auf den Punkt: Wenn Angst aufkommt, positionieren sich einige als „short bitcoin“ mit Kettenreaktion.
Und die Kommunikation geht über die technische Verteidigung hinaus. In Abu Dhabi, während der Bitcoin MENA, sprach Saylor von „digitalem Kapital“ und „digitalem Gold“ und fügte eine ambitioniertere Idee hinzu: den Aufbau einer Form von „digitalem Kredit“ auf Basis von Bitcoin, um Rendite zu erzielen und gleichzeitig Staatsfonds, Banken und Family Offices anzuziehen. Das ist die finale Wette: Akzeptanz zu schaffen, dass Strategy kein Marktunfall ist, sondern eine bewusste Brücke zwischen traditionellen Indizes und Treasury in BTC.
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