Bitcoin fällt unter 90.000 $, was laut Analysten einen „bedeutenden“ psychologischen Bruch markiert
Bitcoin fiel am Montag unter 90.000 $, da Analysten auf eine Neupositionierung institutioneller Investoren und Gewinnmitnahmen von kurzfristigen Händlern hinwiesen. Ein Analyst bezeichnete die Marke von 80.000 $ als kritische Schwelle; ein Unterschreiten könnte zu Tiefstständen um 74.000 $ führen, wie sie im Februar zu beobachten waren.
Bitcoin fiel am Montagabend unter ein neues lokales Tief von $90.000 und erreichte damit ein Sieben-Monats-Tief.
Laut der Krypto-Preisseite von The Block rutschte Bitcoin am Montagabend auf ein Tief von etwa $89.650 ab und setzte damit seinen steilen Rückgang seit Ende Oktober fort. Bis 23:43 Uhr am Montag konnte sich der Kurs teilweise erholen und lag bei $89.990, was einem Rückgang von 5,55% in den letzten 24 Stunden entspricht.
"Bitcoin ist in der heutigen Sitzung unter die Marke von $90.000 gefallen – ein bedeutender psychologischer Bruch, der die aktuelle Fragilität des Marktes unterstreicht", sagte Rachael Lucas, Krypto-Analystin bei BTC Markets. "Institutionelle Investoren geben den Ton an, wobei ETF-Abflüsse auf Gewinnmitnahmen und eine risikoscheue Positionierung zum Jahresende hindeuten."
Spot-bitcoin ETFs in den USA verzeichneten in den letzten drei Wochen Nettoabflüsse von über $3 Milliarden, wie Daten von SoSoValue zeigen.
Ein weiterer Analyst sagte, dass kurzfristige Händler zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben, obwohl langfristige Halter weiterhin Vertrauen in Bitcoin haben.
"Der langfristige Wert von BTC als digitales Gold bleibt intakt, aber kurzfristige Verkäufe von Tradern, gehebelten Akteuren und Fonds, die ihr Engagement anpassen, belasten die Preise", sagte Vincent Liu, CIO bei Kronos Research.
Liu fügte hinzu, dass makroökonomische Faktoren und Asset-Rotation weiterhin Liquidität aus dem Markt abziehen und so zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben.
Marktexperten haben zuvor darauf hingewiesen, dass die Liquidität zuletzt angespannt war, was auf den Shutdown der US-Regierung zurückzuführen ist. Dadurch blieb das Treasury General Account (TGA) erhöht, da die Regierung ihre Ausgaben für nicht-essenzielle Tätigkeiten einschränkte.
Darüber hinaus belastet die Unsicherheit über die Zinsentscheidung der Federal Reserve im Dezember die Stimmung der Anleger. Während Händler auf eine weitere Zinssenkung im nächsten Monat hofften, deuten aktuelle Berichte darauf hin, dass dieser Schritt innerhalb der Zentralbank diskutiert wird. Das FedWatch Tool der CME Group sieht derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 57,1%, dass die Fed im Dezember keine weitere Zinssenkung vornimmt.
Analysten merkten jedoch an, dass die Wiedereröffnung der US-Regierung kurzfristig die Liquiditätsprobleme lindern und möglicherweise eine Umkehr am Kryptomarkt einleiten könnte.
Wichtige Unterstützungsbereiche im Blick
"Das Unterschreiten der $90K-Marke durch BTC markiert eine kurzfristige Korrektur, wobei $85K–$87K als unmittelbare Unterstützungszone gelten", sagte Liu. "Das Zurückerobern der $90K ist entscheidend für Käufer, um das Vertrauen wiederherzustellen, insbesondere da die Stimmung mit 11 auf dem Fear Greed Index weiterhin gedämpft ist."
Lucas von BTC Markets sagte, die nächsten wichtigen Marken seien $85.000 als kurzfristige Unterstützung und $80.000 als kritische Schwelle. Ein Unterschreiten könnte zu einem Tief von etwa $74.000 führen, das zuletzt im Februar erreicht wurde.
Die Fed-Entscheidung für Dezember bleibt das zentrale Ereignis, das Händler im Auge behalten sollten, während die Veröffentlichung der US-Arbeitslosenzahlen am Donnerstag Aufschluss über die aktuelle Gesundheit und Entwicklung des Arbeitsmarktes geben wird. Dies beeinflusst direkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve im nächsten Monat die Zinssätze anhebt oder senkt.
"Jahresendliche Steueroptimierungen könnten zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen, da Investoren Gewinne oder Verluste realisieren, während makroökonomische Schlagzeilen zu Handelspolitik oder geopolitischen Schocks die Volatilität verstärken könnten", ergänzte Lucas. "Positiv wäre, wenn größere ETF-Ankündigungen oder Netzwerk-Upgrades die Stimmung stabilisieren könnten."
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