Der S&P 500 erreicht ein Allzeithoch, Oracle profitiert davon
Die US-Märkte feierten am Montag die Bestätigung einer vorläufigen Einigung zwischen Washington und Peking bezüglich der Zukunft von TikTok. Oracle, der Favorit für die Übernahme der chinesischen Plattform, sprang um mehr als 3 %, während der S&P 500 erstmals die symbolische Schwelle von 6600 Punkten überschritt.
Kurz gefasst
- Die Oracle-Aktien stiegen nach der Ankündigung einer Rahmenvereinbarung zu TikTok während des Handels um mehr als 4 %.
- Der S&P 500 schloss erstmals in seiner Geschichte über 6.600 Punkten.
- Finanzminister Scott Bessent bestätigte das Bestehen eines „Rahmens für eine TikTok-Vereinbarung“.
- Trump und Xi Jinping werden sich am Freitag treffen, um die Bedingungen endgültig festzulegen.
ByteDance muss TikTok verkaufen, Oracle in guter Position
Oracle ist nun als Favorit für die Übernahme von TikTok in den Vereinigten Staaten etabliert. Am Montagmorgen sprang der Aktienkurs des Unternehmens, nachdem Donald Trump auf Truth Social erklärte, dass eine Einigung mit einem bestimmten Unternehmen erzielt worden sei – ein offensichtlicher Hinweis auf die chinesische Plattform.
Die in Madrid geführten Verhandlungen zwischen amerikanischen und chinesischen Delegationen führten zu einer Rahmenvereinbarung, die von Finanzminister Scott Bessent bestätigt wurde.
Diese Ankündigung beflügelte die Oracle-Aktie, die seit Jahresbeginn dank starker Cloud-Prognosen bereits um 81 % gestiegen ist. Die Gruppe von Larry Ellison profitiert tatsächlich von einem entscheidenden Vorteil: Sie hostet seit 2020 die amerikanischen TikTok-Daten im Rahmen des „Project Texas“.
Diese bestehende Infrastruktur verschafft Oracle einen Vorsprung gegenüber anderen Bewerbern, sei es Microsoft, das von Frank McCourt geführte Konsortium oder sogar unerwartete Persönlichkeiten wie Mr. Beast.
Die geopolitische Dimension erhöht den Druck zusätzlich. ByteDance, die Muttergesellschaft von TikTok, muss ihre US-Aktivitäten zwingend vor dem 17. September verkaufen, andernfalls droht ein vollständiges Anwendungsverbot.
Laut Bessent hat Washington eine neue Stufe erreicht, indem es Peking klarmachte, dass es bereit sei, bis zu einer dauerhaften Abschaltung zu gehen – ein Hebel, der dazu beitrug, die Gespräche zu entblockieren.
Der S&P 500 erreicht ein neues Allzeithoch
Der S&P 500 stieg am Montag um 0,5 % und überschritt erstmals die symbolische Schwelle von 6.600 Punkten, während der Nasdaq Composite mit einem Plus von 0,9 % den sechsten Rekord in Folge verzeichnete.
Diese Entwicklungen spiegeln den Optimismus am Markt wider, der sowohl durch Fortschritte in den sino-amerikanischen Handelsgesprächen als auch durch Erwartungen an die nächste Entscheidung der Federal Reserve befeuert wird.
Unter den führenden Aktien stach Tesla mit einem Anstieg von 7 % hervor, nachdem Elon Musk den Kauf von Aktien seines eigenen Unternehmens im Wert von einer Milliarde Dollar angekündigt hatte.
Diese Transaktion, die größte, die der Tesla-CEO jemals am offenen Markt durchgeführt hat, wurde als starkes Vertrauensvotum in die Zukunft der Gruppe gewertet, die nun neben Elektrofahrzeugen auch auf Robotik setzt.
Im Gegensatz dazu fiel Nvidia um 1,8 %, nachdem chinesische Regulierungsbehörden eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht eingeleitet hatten. Dieser Rückschlag verdeutlicht die anhaltende Fragilität der technologischen Beziehungen zwischen Washington und Peking, auch wenn eine vorläufige Einigung zu TikTok auf eine gewisse Entspannung hindeutet.
Investoren beobachten auch genau das Fed-Treffen, das am Mittwoch endet. Die Verlangsamung am Arbeitsmarkt und eine moderate Inflation verstärken die Erwartungen an eine Zinssenkung. Laut dem FedWatch-Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung um einen Viertelpunkt bei 96 %.
Der Anstieg von Oracle, kombiniert mit dem Rekord des S&P 500, symbolisiert somit die Begeisterung eines Marktes, in dem Politik, Geopolitik und Finanzen eng miteinander verflochten sind. In diesem Balanceakt scheint Oracle derzeit den besten Schwung zu haben.
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