Wie viel kostet es für traditionelle Unternehmen, in den RWA-Markt einzusteigen?
Chainfeeds Einleitung:
Die großflächige Implementierung von RWA ist nicht nur eine Frage der Regulierung oder der Kosten, sondern stellt eine systemische Herausforderung dar, die sich aus Technologie, Fachkräften und Vertriebskanälen zusammensetzt.
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PANews
Meinung:
PANews: Die Kerndefinition von RWA besteht darin, reale materielle und immaterielle Vermögenswerte (wie Immobilien, Private Equity, Schuldscheine, Anleihen usw.) mittels Blockchain-Technologie zu tokenisieren, sodass sie im Kryptomarkt zirkulieren und genutzt werden können. Allerdings sind nicht alle Vermögenswerte für eine Tokenisierung geeignet; die Qualität und Kategorie der zugrunde liegenden Vermögenswerte ist entscheidend. Standardisierte und hochliquide Vermögenswerte sind die wichtigste Voraussetzung, beispielsweise Geldmarktfonds, US-Staatsanleihen und andere bereits finanzialisierte Produkte, die Vorteile in Bezug auf Compliance und reibungslose Emission bieten. Darüber hinaus muss die Rendite von RWA-Produkten wettbewerbsfähig sein: Sie muss nicht nur mit dem risikofreien Zinssatz auf dem TradFi-Markt (wie US-Staatsanleihen) konkurrieren, sondern auch mit den Renditen von DeFi-Protokollen. Daher verfolgen viele RWA-Produkte ein „Dual-Yield“-Modell: Die Rendite des zugrunde liegenden Vermögenswerts wird durch Token-Anreize ergänzt. Im Vergleich dazu sind nicht standardisierte Vermögenswerte wie Photovoltaik-Ladestationen zwar narrativ attraktiv, können aber aufgrund mangelnder Skalierbarkeit und Liquidität kaum zum Mainstream werden. Der Wertvorschlag von RWA zeigt sich vor allem in drei Dimensionen: globale Preisfindung und 24/7-Liquidität, programmierbare Kombinierbarkeit und Universalität sowie Effizienzvorteile bei der Emission. RWA ersetzt nicht die Verbriefungs- und Due-Diligence-Systeme von TradFi, sondern verleiht Vermögenswerten durch Blockchain-Technologie neue Möglichkeiten, erweitert die Investitionsgrenzen, erhöht Liquidität und Kombinierbarkeit und fungiert als zusätzliche Schicht, nicht als Ersatz. Die Implementierung von RWA-Projekten ist mit vielfältigen Kosten verbunden, die je nach Geschäftsmodell variieren. Am Beispiel Hongkongs lassen sich RWA-Projekte in einmalige Emissionen und langfristige Strategien unterteilen. Die Kosten für eine einmalige Emission liegen in der Regel zwischen 3 und 6 Millionen RMB, wobei der größte Anteil auf Maklergebühren entfällt (2 bis 3 Millionen RMB) – für Compliance, Due Diligence, Underwriting und Emissionskanäle. Die Kosten für rechtliche Compliance liegen bei 100.000 bis 200.000 RMB, hauptsächlich für den Aufbau einer SPV-Struktur und die Erfüllung grenzüberschreitender Anforderungen – ein zentraler Schritt zur Eigentumsbestätigung und Risikotrennung. Die technischen On-Chain-Kosten betragen etwa 500.000 bis 800.000 RMB, einschließlich Smart-Contract-Entwicklung, Sicherheitsprüfung und On-/Off-Chain-Datensynchronisation; komplexe Vermögenswerte wie Private-Equity-Fonds erfordern noch höhere Investitionen. Die Fundraising-Kosten betragen in der Regel 2 % bis 5 % des Betrags und hängen von der Rendite und Markenbekanntheit ab; die QFLP-Kanalgebühr beträgt etwa 1 % des Fundraising-Betrags und dient der grenzüberschreitenden Rückführung von Festlandsgeldern in Übereinstimmung mit den Vorschriften. Die Marketingkosten hängen von der Marktphase ab: In der Frühphase kann auf Medieninteresse gesetzt werden, langfristig sind jedoch professionelle Kampagnen erforderlich. Für eine langfristige Strategie müssen zudem Offshore-Strukturen aufgebaut und verschiedene Lizenzen beantragt werden, wobei die Kosten für die Lizenzen Typ 1, 4, 9 und VASP zwischen mehreren Millionen und zehn Millionen RMB liegen und laufende Wartungskosten anfallen. Dieses „Asset-heavy“-Modell hat zwar eine hohe finanzielle Einstiegshürde, schafft aber gleichzeitig einen Burggraben für die Branche. Neben den Kostenbarrieren stehen RWA-Projekte auch vor strukturellen Herausforderungen auf Ökosystemebene. Erstens ist die technische Infrastruktur noch nicht ausgereift: Orakel und Cross-Chain-Protokolle weisen Single-Point-of-Failure-Risiken auf, derzeit ist Chainlink nahezu monopolistisch; bei Problemen hätte dies systemische Auswirkungen auf RWA, die auf Off-Chain-Datensynchronisation angewiesen sind. Zweitens mangelt es an interdisziplinären Fachkräften: Die Branche benötigt dringend Asset Manager, die sowohl TradFi als auch DeFi verstehen; das Fehlen solcher Fachkräfte erschwert die effektive Verbindung von Off-Chain-Vermögenswerten und On-Chain-Protokollen. Drittens gibt es eine Lücke bei Vertriebskanälen: In der Asien-Pazifik-Region fehlt ein ausgereiftes On-Chain-Distributionsökosystem, sodass hochwertige lokale Vermögenswerte keinen vollständigen Liquiditätskreislauf aufbauen können; die meisten Hongkonger RWA-Produkte sind weiterhin auf teure Off-Chain-Maklerkanäle angewiesen, statt auf DeFi-Protokolle. On-Chain-Distribution bietet zwar Vorteile bei Kosten und Kombinierbarkeit, erfüllt aber oft nicht die regulatorischen Anforderungen; Off-Chain-Maklerkanäle sind zwar hochgradig compliant, aber sehr teuer und stellen eine erhebliche Eintrittsbarriere dar. Daraus wird deutlich, dass die großflächige Implementierung von RWA nicht nur eine Frage von Regulierung und Kosten ist, sondern eine systemische Herausforderung in den Bereichen Technologie, Fachkräfte und Vertriebskanäle. Zukünftige Durchbrüche erfordern eine koordinierte Entwicklung in diesen drei Bereichen, um RWA von Pilotprojekten zur industriellen Skalierung zu führen.
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