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Fidelity-Stratege sieht mehr Potenzial in Bitcoin als in Gold

Fidelity-Stratege sieht mehr Potenzial in Bitcoin als in Gold

BlocktrainerBlocktrainer2026/10/03 16:45
Von:Blocktrainer

Jurrien Timmer, Makrostratege beim Vermögensverwalter Fidelity, sieht Bitcoin derzeit als attraktivere Investition als Gold. Nachdem Bitcoin die 80.000-US-Dollar-Marke nachhaltig überschritten hat, liegt sein nächstes Kursziel bei 100.000 US-Dollar. Darüber hinaus rechnet er mit einem neuen 4-Jahres-Zyklus und verweist auf die niedrige Korrelation mit Staatsanleihen.

Bitcoin zeigt seit geraumer Zeit relative Stärke gegenüber anderen Anlageklassen. So stieg das Asset im dritten Quartal dieses Jahres um 42,77 %, während der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 um 2,31 % zulegen konnte. Gold hingegen verteuerte sich um circa 3,5 %.

Der zentrale Auslöser für die Bitcoin-Rally war die Meldung des US-Finanzministeriums vom 19. August, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Daraufhin rückte wieder das Narrativ des Debasement-Trades in den Mittelpunkt.

Auch Gold profitierte zunächst von der Ankündigung der ausgeweiteten Anleiherückkäufe. Doch das Edelmetall handelt inzwischen circa 5 % unter dem Niveau vom 19. August. Bitcoin hingegen ist seither noch über 30 % im Plus.

Im Zuge dieses Kursanstiegs gelang es Bitcoin schließlich, das Hoch aus dem Mai sowie den vielbeachteten 50-Wochen-Durchschnitt zu übersteigen, während die Spot-ETFs wieder starke Zuflüsse verzeichnen konnten.

Obwohl Bitcoin schwach in das Jahr 2026 startete, beträgt der Kursverlust seit Jahresauftakt nur noch circa 3 %. Gold ist auf Jahressicht derweil rund 4 % im Minus, nachdem das Edelmetall zu Beginn des Jahres noch das Asset mit der besten Performance war.

Jurrien Timmer hält Bitcoin für interessanter als Gold

Jurrien Timmer von Fidelity verweist in einer aktuellen Markteinschätzung nun unter anderem auf diese relative Stärke von Bitcoin, um den Punkt zu machen, dass er BTC momentan interessanter finde als das Edelmetall.

Zunächst verweist er aber darauf, dass es BTC gelungen ist, den Widerstand bei circa 80.000 US-Dollar zu beziehungsweise das Hoch aus dem Mai zu übersteigen.

Aus charttechnischer Sicht beträgt sein Kursziel jetzt 100.000 US-Dollar, da mit dem Ausbruch – wie auch einem vorherigen Post von Timmer zu entnehmen ist – ein Doppelboden bestätigt worden sei.

Ich mag weiterhin sowohl Gold als auch Bitcoin, aber insbesondere Bitcoin sieht derzeit interessant aus. Zum einen haben wir den Widerstand bei 80.000 US-Dollar durchbrochen und nehmen nun 100.000 US-Dollar ins Visier.

Jurrien Timmer, Fidelity

I continue to like both gold and Bitcoin, but especially Bitcoin looks interesting right now. For one we broke through resistance at $80k, targeting $100k. 🧵(1/2) pic.twitter.com/QkD5QPrS5i

— Jurrien Timmer (@TimmerFidelity) October 2, 2026

Timmer fährt fort, indem er den Bitcoin-Chart in Gold gemessen zeigt. Auch hier sieht Timmer seinen eingezeichneten Linien zufolge einen Ausbruch.

Seit dem Tief im Februar dieses Jahres konnte BTC bereits circa 67 % gegenüber Gold zulegen, wobei insbesondere in den vergangenen Wochen diese relative Stärke beobachtbar war.

Der Fidelity-Stratege macht zudem auf die starken Bitcoin-ETF-Zuflüsse sowie die nicht vorhandene Korrelation mit US-Staatsanleihen aufmerksam. Treasuries mit einer Laufzeit von 10 Jahren verzeichneten beispielsweise nämlich ihr schlechtestes Quartal seit 1994.

Auch die geringe Korrelation mit dem Aktienindex S&P 500 mache, so Timmer, BTC zu einem geeigneten Diversifikationsinstrument – und das zu einer Zeit, in der er den Beginn eines neuen 4‑Jahres-Zyklus für möglich hält.

Second, Bitcoin priced in gold (below) is showing a lot of strength as well as flows return to the BTC ecosystem. Bitcoin is only 30% correlated to the S&P 500 and uncorrelated to Treasuries. That makes it a good diversifier now that a new 4-year cycle is potentially underway.… pic.twitter.com/TKMuDP3mWP

— Jurrien Timmer (@TimmerFidelity) October 2, 2026

Zweitens zeigt Bitcoin, in Gold bepreist, ebenfalls viel Stärke, da wieder Kapital in das BTC-Ökosystem fließt. Bitcoin weist lediglich eine Korrelation von 30 % mit dem S&P 500 auf und ist mit US-Staatsanleihen unkorreliert. Das macht Bitcoin zu einem guten Instrument zur Diversifikation, zumal möglicherweise ein neuer 4-Jahres-Zyklus begonnen hat.

Jurrien Timmer, Fidelity

Der Beginn eines neuen Bullenmarkts?

Der Bitcoin-Kurs folgte in der noch jungen Vergangenheit recht zuverlässig einem Zyklus, der sich um das alle 4 Jahre stattfindende Halving herum aufbaut. Beim Bitcoin-Halving wird die Menge der pro Block neu hinzukommenden BTC halbiert.

Dabei gab es um das Halving herum immer rund 3 Jahre mit steigenden Kursen, auf die ein mehr oder weniger 12 Monate dauernder Bärenmarkt folgte. Da Bitcoin das bisherige Allzeithoch Anfang Oktober 2025 setzte, rechneten viele damit, dass erst im Oktober dieses Jahres der Boden erreicht würde.

Doch um das Jahrestief noch zu unterbieten, müsste BTC vom aktuellen Niveau aus um mehr als 30 % fallen. Wenn die 57.717 US-Dollar vom 1. Juli hingegen der Boden gewesen wären, hätte der Bärenmarkt lediglich 9 anstelle der eher üblichen 12 Monate gedauert.

Obwohl Timmer von Fidelity den 4-Jahres-Zyklus im Auge hat, erklärte er kurz vor der Augustrally, dass er auf dem damaligen Niveau ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis bei BTC sehe.

Damals zog er für seine Begründung unter anderem auch das Power Law heran, laut dem die Korrektur preislich schon abgeschlossen sein könnte. Dabei betonte er aber auch, dass es aus zeitlicher Perspektive eigentlich noch zu früh für eine Bodenbildung sei.

Spätestens nach dem Ausbruch über das Hoch aus dem Mai scheint sich Timmer nun jedoch sicher zu sein, dass das Tief im Kasten ist. Denn laut seiner Chartanalyse wurde damit der Doppelboden bestätigt.

Mit der relativen Stärke gegenüber anderen Anlageklassen trotz stark steigender Renditen von US-Staatsanleihen wird BTC offenbar für immer mehr Marktbeobachter wieder interessanter.

Dies könnte auch zu einem selbstverstärkenden Effekt werden. Denn wenn der Makrostratege des drittgrößten Vermögensverwalters der Welt positive Einschätzungen zu BTC veröffentlicht, dürfte dies weitere Käufer anziehen.

Die Großbank Citigroup hob in dieser Woche überdies ihr Kursziel auf 113.000 US-Dollar an und verwies dabei auf makroökonomischen Rückenwind, starke ETF-Zuflüsse sowie die Bemühungen der SEC, nach Scheitern des CLARITY Act selbst für regulatorische Klarheit zu sorgen.

Aktuell handelt BTC bei circa 85.000 US-Dollar. Am gestrigen Freitag ging es nach schwächer als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten, die eine Zinsanhebung im Oktober deutlich unwahrscheinlicher gemacht haben, kurz über die 87.000-US-Dollar-Marke. BTC gab die Kursgewinne – so wie auch Gold – im Tagesverlauf aber wieder ab.

Damit scheiterte BTC vorerst an dem Zwischenhoch von circa 87.400 US-Dollar, das am Montag vergangener Woche gesetzt wurde. Bei einem Ausbruch darüber würde Bitcoin nicht nur auf das höchste Niveau seit Januar steigen. Die Kursperformance für das Jahr 2026 wäre dann auch positiv. BTC startete in das Jahr nämlich bei ungefähr 87.500 US-Dollar.

Ob das schon im Oktober, dem Monat mit der historisch höchsten Median-Rendite für BTC, gelingen wird, muss die Zukunft zeigen. Das Momentum scheint in jedem Fall aber zurückzukommen und könnte sich laut der Prognose von Robbie Mitchnick von BlackRock rund um die Anfang November anstehenden Midterm-Wahlen in den USA weiter verstärken, sofern dann die US-Staatsschulden wieder in den Fokus der Märkte rücken.

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Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

Kommentare aus unserem Forum

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