Die US-Ölpreise könnten vor einer weiteren Rallye stehen! Ehemaliger Rohstoffstratege von Goldman Sachs warnt: Benzinpreise könnten vor den Zwischenwahlen die 5-Dollar-Marke überschreiten, Dieselpreise könnten sogar bis zu 9 Dollar erreichen.
Jeff Currie, der langjährige Senior Commodity Strategist bei Goldman Sachs und Gründer sowie CEO von Real Macro, warnt davor, dass sich die Energieversorgungsknappheit in den USA von raffinierten Produkten zunehmend auf Rohöl ausbreitet. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass der Benzinpreis in den USA vor den Zwischenwahlen im November auf 5 Dollar pro Gallone steigen werde.
Wie von der App Zhihui Finance berichtet, warnt Jeff Currie, langjähriger Senior-Stratege für Rohstoffe bei Goldman Sachs und Gründer sowie CEO von Real Macro, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Benzinpreise vor den Zwischenwahlen im November auf 5 US-Dollar pro Gallone steigen, „sehr hoch“ sei, da sich der Energiemangel in den USA von raffinierten Kraftstoffen weiter auf Rohöl ausdehnt. Die Dieselpreise könnten sogar auf 7 bis 9 US-Dollar pro Gallone steigen.
Currie erklärte am Freitag in einem Interview, dass der aktuelle Energiemarkt in eine noch gefährlichere Phase eintrete. Die Knappheit, die bisher vor allem den Markt für Benzin und Diesel betraf, breite sich nun auf den vorgelagerten Rohölmarkt aus. Durch das Zusammenspiel von Angebotsknappheit und Geldentwertung könnten US-Verbraucher vor einer neuen Energiekosten-Schockwelle stehen.
Currie sagte: „Rohöl ist das eigentliche Signal, raffinierte Produkte wie Benzin sind eher Lärm.“ Er ist der Meinung, dass der Rohölmarkt auf eine weitere Verschärfung des Angebotsengpasses hindeute, was sich letztlich auf die Endkundenpreise für Benzin und Diesel auswirken werde.
Das Überschreiten der 5-Dollar-Marke pro Gallone bei Benzin in den USA hätte große psychologische und politische Bedeutung, besonders im Kontext der bevorstehenden US-Zwischenwahlen am 3. November, bei denen die Kontrolle über den Kongress auf dem Spiel steht.
Zuletzt überschritten die landesweiten durchschnittlichen Einzelhandelspreise für Benzin die 5-Dollar-Grenze pro Gallone im Jahr 2022, als die Inflation nach der Pandemie rasant anstieg. Mit der jüngsten Eskalation des US-Iran-Konflikts lagen die durchschnittlichen Benzinpreise in den USA bis Donnerstag bereits bei über 4,29 US-Dollar pro Gallone und rücken damit der 5-Dollar-Marke näher.
Auf dem Dieselmarkt ist der Druck noch deutlicher zu spüren. In den USA überschritten die Dieselpreise erstmals die Marke von 6 US-Dollar pro Gallone. Currie rechnet damit, dass die Dieselpreise in den USA auf 7 bis 9 US-Dollar pro Gallone steigen könnten, wenn die aktuelle Angebotsknappheit anhält.
Bezüglich der Wahrscheinlichkeit, dass die Benzinpreise vor den Zwischenwahlen die 5-Dollar-Marke überschreiten, bewertet Currie diese als „sehr hoch“. Er weist darauf hin, dass US-Raffinerien derzeit noch ihre Produktion flexibel zwischen Diesel und Benzin anpassen können, um auf Knappheiten in den jeweiligen Endproduktmärkten zu reagieren. Diese Flexibilität sei jedoch nicht unbegrenzt; mit weiter zunehmendem Angebotsdruck könnten den Raffinerien schließlich die Möglichkeiten ausgehen, durch Umstellung des Produktmixes den Mangel abzufedern.
Gleichzeitig gibt es bislang keine Anzeichen dafür, dass die zuvor zur Überbrückung der Energiesupply-Lücke genutzten Freigaben aus der US-Strategischen Erdölreserve (SPR) wieder aufgenommen werden könnten. Dies bedeutet, dass dem Markt ein wichtiges Puffer-Instrument fehlen könnte.
Curries Warnung macht deutlich, dass die derzeitigen Energiemarktschocks in den USA längst nicht mehr nur durch die steigenden Ölpreise verursacht werden. Da sich die Knappheit von raffinierten Produkten auf Rohöl ausbreitet, könnten weiter steigende Benzin- und Dieselpreise die finanzielle Belastung der Verbraucher noch verstärken und vor den Zwischenwahlen zu einem noch sensibleren wirtschaftlichen und politischen Thema werden.
Gerade in einer Situation, in der der durchschnittliche Benzinpreis in den USA bereits über 4,29 US-Dollar und der Dieselpreis über 6 US-Dollar liegt, würde die Umsetzung von Curries Prognosen – Benzinpreise von 5 US-Dollar und Dieselpreise von 7 bis 9 US-Dollar – den Druck auf die Lebenshaltungskosten der US-Haushalte weiter verschärfen und den Energiemarkt vor den Zwischenwahlen im November zu einem zentralen Risikofaktor für Investoren werden lassen.
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