Katalysatoren und Fundamentaldaten
Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 betrug 480,5 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahr und übertraf die Markterwartung von etwa 452 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EPS erreichte 0,59 US-Dollar und lag damit deutlich über der erwarteten 0,22 US-Dollar. Noch wichtiger: Das Unternehmen erzielte Bookings in Höhe von 683 Millionen US-Dollar, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,4 und der finanzierte Auftragsbestand erreichte mit 1,5 Milliarden US-Dollar einen Rekordstand, ein Wachstum von 37 % im Jahresvergleich und 23 % gegenüber dem Vorquartal. Der Umsatz des Kerngeschäftsbereichs Autonomous Systems betrug 346 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr. Drohnen, Loitering Munition und Anti-Drohnen-Systeme trugen weiterhin maßgeblich zum Wachstum bei. Gleichzeitig sank der SCDE-Umsatz auf 134,5 Millionen US-Dollar, was darauf hinweist, dass intern noch deutliche Unterschiede in der Geschäftsperformance bestehen.
Auch auf der Auftragsseite gab es neue Katalysatoren, darunter einen P550-Vertrag der US-Armee über 117 Millionen US-Dollar, einen Auftrag für Switchblade 600 im Wert von 51 Millionen US-Dollar sowie den ersten internationalen Auftrag für das LOCUST Laser-Anti-Drohnen-System. Die kontinuierlich steigenden Einkäufe durch das Militär bedeuten, dass das Wachstum von AVAV weiterhin durch reale Aufträge gestützt wird.
Gewinnerwartungen und Bewertung
Das Unternehmen hält an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2027 fest: Umsatz von 2,125 bis 2,225 Milliarden US-Dollar, bereinigtes EBITDA von 305 bis 325 Millionen US-Dollar und Non-GAAP EPS von 3,02 bis 3,34 US-Dollar. Das Management erwartet, dass etwa 55 % des Umsatzes, zwei Drittel des EBITDA und 70 % des EPS in der zweiten Jahreshälfte erzielt werden, sodass die Ausführung in den nächsten zwei Quartalen darüber entscheidet, ob die Gewinnerwartungen tatsächlich in einen Zyklus der nach oben korrigierten Prognosen eintreten.
Derzeit liegt das Forward-PE von AVAV bei etwa 39, eine deutliche Reduzierung gegenüber ca. 90 zu Jahresbeginn. 39 gilt im Rüstungssektor weiterhin als hohe Bewertung, aber der Markt rechnet in den kommenden Jahren mit einer Gewinnwachstumsrate von knapp 39 %. Da unbemannte Systeme, Loitering Munition und C-UAS sich in einer strukturellen Expansionsphase befinden, ist die aktuelle Bewertung bereits im Bereich, den das Gewinnwachstum wieder absorbieren kann. Erst wenn Analysten beginnen, ihre Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2027 bis 2028 kontinuierlich nach oben zu korrigieren, erhält die Bewertung tatsächlich Unterstützung.
Technische Struktur
AVAV fiel Ende Juni auf ein Tief von etwa 135,20 US-Dollar und bildete anschließend eine Zone mit niedriger Volatilität. Nach dem Geschäftsbericht am 10. September stieg der Aktienkurs kurzzeitig auf 159,24 US-Dollar, schloss aber letztendlich bei 147,07 US-Dollar – ein Plus von 4,45 %. Dadurch zeigt sich, dass im
Bereich von 150 bis 160 US-Dollar deutliches Verkaufsinteresse besteht; zudem liegt der Kurs weiterhin weit unterhalb der 200-Tage-Linie, und die langzeitige Abwärtstendenz ist noch nicht durchbrochen.
Die erste kurzfristige Unterstützung liegt bei 140 bis 145 US-Dollar, weitere Unterstützung befindet sich im Bereich von 135 US-Dollar; oben markiert der Bereich von 155 bis 160 US-Dollar die erste wichtige Widerstandszone. Bei einem nachhaltigen Ausbruch über 160 US-Dollar gibt es die Möglichkeit, den Bereich von 170 bis 175 US-Dollar erneut zu testen.
Handelsstrategie
In der jetzigen Phase ist es sinnvoller, AVAV als Trade mit fundamentaler Erholung im Tief zu betrachten. Direktes Nachjagen bei rund 147 US-Dollar bietet nur durchschnittliche Chancen; die ideale Strategie ist, zunächst das Kaufinteresse nach einem Rücksetzer auf 140 bis 145 US-Dollar zu beobachten oder auf ein bestätigtes Volumen-Ausbruch über 160 US-Dollar und eine Verbesserung der kurzfristigen Struktur zu warten. Sollte der Kurs über 160 US-Dollar ausbrechen und sich festigen, kann man den Bereich von 170 bis 175 US-Dollar weiter im Auge behalten; fällt er hingegen unter 135 US-Dollar, bedeutet dies, dass die Erholung nach dem Geschäftsbericht die ursprüngliche Abwärtstendenz nicht ändern konnte – dementsprechend sollte man bullische Erwartungen reduzieren.