Quartalsbericht-Vorschau | Nach fast 50 % Kursanstieg in diesem Jahr steht für Snowflake (SNOW.US) der "AI-Test" bevor
Die Cloud-Computing- und KI-Datenplattform Snowflake wird ihren Finanzbericht für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 nach Börsenschluss am 2. September Eastern Time veröffentlichen.
German财经APP hat erfahren, dass die Cloud Computing- und AI-Datenplattform Snowflake (SNOW.US) ihren Finanzbericht für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 nach Börsenschluss an der US-Börse am 2. September (Eastern Time) veröffentlichen wird. Vor dem Hintergrund eines Kursanstiegs von fast 50 % im laufenden Jahr und einer hohen Bewertung gilt dieser Finanzbericht als Schlüsselpunkt zur Überprüfung, ob die AI-Geschichte des Unternehmens nachhaltig eingelöst werden kann.
Der Markt erwartet allgemein, dass das Unternehmen im zweiten Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,45 Dollar erzielt, was einem Anstieg von etwa 29 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; der Gesamtumsatz wird voraussichtlich 1,48 Milliarden Dollar erreichen, was einer Steigerung von knapp 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Optionsmarkt deutet darauf hin, dass der Kurs nach dem Finanzbericht etwa 10 % in beide Richtungen schwanken könnte.
Analysten zufolge werden sich Investoren besonders auf drei Hauptkennzahlen konzentrieren: das Umsatzwachstum bei Produkten, die verbleibenden Verpflichtungen (RPO) und die Netto-Umsatzbindung (NRR). Zugleich wird genau darauf geachtet, ob das Management die Jahresprognose deutlich anhebt, um zu zeigen, dass AI-bezogene Nachfrage tatsächlich schneller in tatsächliche Umsätze umgewandelt wird.
Produktumsatz: 30 % Wachstum als Mindeststandard, 6 Milliarden Dollar Jahresprognose im Fokus
Snowflake präsentierte im ersten Quartal beeindruckende Zahlen: Der Produktumsatz betrug 1,33 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 34 % gegenüber dem Vorjahr entspricht – klar schneller als die 30 % im Vorquartal und 29 % im dritten Quartal des Vorjahres. Das Management führt das Wachstum auf Kunden zurück, die zur Entwicklung von AI-Anwendungen mehr Workloads auf die Snowflake-Plattform migrieren; zudem tragen die hauseigenen AI-Produkte – insbesondere der AI-Programmierungsassistent Cortex Code (CoCo) – erstmals zum Umsatzwachstum bei.
Für das zweite Quartal gibt Snowflake eine Prognose von etwa 1,4 Milliarden Dollar Produktumsatz, was einem Wachstum von 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Obwohl sich das Wachstum im Vergleich zum ersten Quartal etwas abschwächt, würde eine Erfüllung oder Übertreffen dieser Prognose bedeuten, dass die Beschleunigung kein einmaliger Effekt, sondern eine nachhaltige Entwicklung ist.
Außerdem ist die Jahresprognose besonders interessant. Snowflake hat die Prognose für den Produktumsatz im Geschäftsjahr 2026 bereits auf 5,84 Milliarden Dollar und damit um 31 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht, liegt aber immer noch unter dem allgemeinen Marktkonsens von etwa 6,1 Milliarden Dollar.
Der Seeking Alpha Analyst Louis Gerard betont, dass angesichts voller Markterwartungen eine Anhebung der Prognose auf etwa 5,9 Milliarden Dollar „bei weitem nicht ausreicht“. Er meint, dass nur eine Prognoseerhöhung auf nahe oder über 6 Milliarden Dollar beweist, dass das Management tatsächlich eine Trendwende beim AI-Nachfrageausgaben im zweiten Halbjahr sieht. Andernfalls könnte selbst bei leicht besser als erwarteten Quartalszahlen der Kurs unter „ausbleibendem Kurstreiber“ leiden.
RPO und Kundenzuwachs: Der „Speicher“ zukünftiger Umsätze expandiert weiter?
Die verbleibenden Verpflichtungen (RPO) sind ein wichtiger Frühindikator für die zukünftigen Vertragsumsätze von Snowflake. Im ersten Quartal erreichten die RPOs 9,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 38 % gegenüber dem Vorjahr, was zeigt, dass Kunden weiterhin langfristige Ausgaben festlegen. Gleichzeitig gewann Snowflake im ersten Quartal netto 616 neue Kunden, was einem Zuwachs von 38 % entspricht. Das Unternehmen meldete zudem, dass in den letzten 12 Monaten 64 Kunden Ausgaben von mehr als 10 Millionen Dollar getätigt haben; weitere 79 Kunden haben die 1-Millionen-Dollar-Marke überschritten.
Diese Zahlen zeigen, dass das Wachstum von Snowflake nicht allein auf einige wenige Neukunden zurückzuführen ist, sondern auf einer breiten Kundenbasis aufbaut. Wenn die RPOs im zweiten Quartal weiterhin mehr als 30 % gegenüber dem Vorjahr wachsen und die Zahl der Großkunden weiter steigt, bestätigt das, dass die Bereitschaft der Unternehmenskunden zu langfristigen Investitionen in die Snowflake-Plattform trotz makroökonomischer Unsicherheiten ungebrochen, ja sogar durch den AI-Bedarf gestärkt ist.
Netto-Umsatzbindung: Kann AI tatsächlich in mehr Ausgaben der Kunden umgewandelt werden?
Die Netto-Umsatzbindung (NRR) spiegelt direkt die Veränderung der Ausgaben bestehender Kunden auf der Snowflake-Plattform wider. Im ersten Quartal erreichte die NRR 126 %, was bedeutet, dass Bestandskunden ohne neue Kunden gegenüber dem Vorjahr 26 % mehr Umsatz beitrugen. Das Management begründete diesen starken Wert mit der verstärkten Nutzung AI-bezogener Funktionen, insbesondere von CoCo und neuen Produkten wie Snowflake Intelligence.
Konkret nutzten im ersten Quartal bereits über 7100 Konten den CoCo Programmierungsassistenten, und die Zahl der Konten, die Snowflake Intelligence einsetzen, hat sich im Quartalsvergleich sogar verdoppelt. Diese AI-Funktionen erhöhen nicht nur die Kundenbindung, sondern treiben auch direkt den Verbrauch auf der Datenplattform.
Kann die NRR im zweiten Quartal etwa bei 126 % bleiben oder sogar weiter steigen, sendet das eine starke Botschaft an den Markt: Snowflakes AI-Strategie ist nicht nur ein Konzept, sondern steigert tatsächlich die Ausgaben der bestehenden Kunden. Genau das will die Wall Street sehen. Analysten erwarten bereits, dass Snowflake im Geschäftsjahr 2028 den Umsatz und Gewinn je Aktie um jeweils 25,6 % bzw. 39,8 % steigern wird.
Analysten sind optimistisch, aber „bestehen“ reicht dem Markt nicht mehr
Obwohl die Snowflake-Aktie seit dem letzten Quartalsbericht fast verdoppelt hat, bleiben viele Wall Street-Institute vor dem Bericht positiv gestimmt.
Die Analysten von Oppenheimer berichten, dass Snowflake in allen Regionen und vertikalen Märkten ein starkes Konsum- und Projektaufkommen zeigt, große Deals laufen gut, die Migrationstätigkeit beschleunigt sich und die Nutzung von CoCo wächst schnell.
Auch RBC Capital Markets sieht Snowflake als eine der wenigen Softwarefirmen, die direkt vom „AI-Ready“-Trend profitieren können; das breite CoCo-Rollout könnte den Produktumsatz weiter antreiben. Das Analystenteam unter der Führung von Matthew Hedberg zieht sogar einen Vergleich zu Cloudflare (NET.US) nach deren Quartalsbericht und sieht Potenzial, dass Snowflake als „führender AI-Profiteur“ seinen Anstieg fortsetzt.
Historische Daten geben den Bullen weiteren Rückhalt: In den letzten zwei Jahren übertraf Snowflake die EPS-Schätzungen des Marktes in 88 % der Fälle, beim Umsatz sogar 100 %. Doch der Seeking Alpha Analyst Agar Capital mahnt, dass bei der aktuellen Bewertung „nur die Erfüllung der eigenen Prognosen nicht mehr reicht“ – der Markt verlangt mehr echte Kurstreiber. Besonders wenn die NRR weiter steigt, wäre das ein positives Signal für Snowflakes Fähigkeit, über AI-Workloads die Ausgaben der Kunden zu erhöhen.
Bewertungstechnisch beträgt das Forward-KGV von Snowflake (berechnet für die nächsten 12 Monate) stolze 121 – der Markt preist somit reichlich zukünftiges Wachstum ein. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um etwa 48 % bis 51 % zugelegt, derzeit ist der Kurs nahe am Durchschnittsziel der Wall-Street-Analysten.
Von den 45 Analysten, die Snowflake abdecken, vergeben 36 die Bewertung „Starkes Buy“, 3 „Moderates Buy“, 5 „Halten“, nur einer ein „Starkes Sell“. Insgesamt ist die Bewertung „Starkes Buy“.

Optionsmarkt: Preist 10 % Kursschwankung ein, kurzfristige Stimmung defensiv
Auch die Reaktion des Optionsmarkts auf den Finanzbericht von Snowflake ist bemerkenswert. Basierend auf der Straddle-Option mit Verfallsdatum 4. September und einem Ausübungspreis von rund 322,50 Dollar, wird eine implizite Volatilität von circa 10,15 % eingepreist. Das heißt, der Kurs könnte nach dem Bericht etwa zwischen 289,24 und 354,60 Dollar liegen.
Von den Handelsströmen her ist die kurzfristige Optionsaktivität vor dem Quartalsbericht deutlich bearish. Am letzten Handelstag wurden 4197 Put-Optionen gehandelt, aber nur 2229 Call-Optionen – das Put/Call-Volumenverhältnis liegt bei 1,88, was zeigt, dass einige Investoren vor dem Bericht auf Kursrückgänge absichern. Der Bestand an offenen Kontrakten ist jedoch ausgewogener: Das Verhältnis von offenen Puts zu Calls liegt bei 0,77; Calls überwiegen insgesamt weiterhin.
Bei den Optionen mit Verfall am 4. September haben die Puts das höchste offene Volumen beim Ausübungspreis von 240 Dollar, die Calls beim Ausübungspreis von 375 Dollar. Auch wenn diese Preise weit vom aktuellen Kurs entfernt sind und keine direkte Prognose darstellen, liefern sie wichtige psychologische Bezugspunkte. Unter allen auslaufenden Kontrakten weisen die 160-Dollar-Puts und 340-Dollar-Calls das höchste offene Volumen auf und sind ebenfalls beobachtenswert.
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