Moderna (MRNA.US) mRNA-Krebsimpfstoff erzielt bedeutenden Durchbruch und löst Marktbegeisterung aus! Die Neubewertung des Biotechnologiesektors könnte gerade erst begonnen haben
Die Phase-III-Studie von Moderna zum Melanom hat positive Ergebnisse erzielt und dient als Katalysator für den gesamten Biotechnologiesektor. Dadurch sind Biotech-ETFs allgemein gestiegen und das Vertrauen des Marktes in die nächste Generation von Therapietechnologien wurde erneuert.
Laut dem Finanzinformationsdienst Sino Finanzen wird die Biotechnologiebranche maßgeblich von klinischen Ereignissen beeinflusst – der Erfolg oder das Scheitern einer Phase-III-Studie kann nicht nur die Aktienkurse der unmittelbar beteiligten Unternehmen stark schwanken lassen, sondern auch die gesamte therapeutische Technologieklasse beeinflussen, die sie repräsentieren. Nach einem erfolgreichen Test einer neuen therapeutischen Methode in einer wichtigen klinischen Studie sinkt das wahrgenommene Risiko für Projekte, die ähnliche Ansätze in ihren Entwicklungspipelines verfolgen, im gesamten Markt.
mRNA-basierte Krebsbehandlungen gehören aktuell zu den meistbeachteten Innovationsrichtungen in der Tumorforschung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Therapien zielt die individualisierte Neoantigen-Therapie darauf ab, das Immunsystem des Patienten so zu trainieren, dass es den jeweiligen Tumor gezielt erkennt und bekämpft. Ein erfolgreicher später klinischer Versuch in diesem Bereich würde weit über die beteiligten Unternehmen hinaus wirken und Bereiche wie Genom-Editing, Genomik und KI-gesteuerte Wirkstoffforschung betreffen, da diese Felder einen breit gefassten, auf Heilung ausgerichteten Forschungsschwerpunkt teilen.
Am vergangenen Mittwoch gaben Moderna (MRNA.US) und Merck (MRK.US) bekannt, dass die kombinierte Anwendung der individualisierten mRNA-Neoantigen-Therapie intismeran autogene mit Keytruda in der Phase-III-Studie INTerpath-001 für Melanom den primären Endpunkt erreicht hat. Diese Nachricht ließ die Aktie von Moderna um fast 177% steigen und Merck um mehr als 12%. Der SPDR S&P Biotechnologie ETF (XBI.US) stieg um nahezu 6% auf den höchsten Stand seit Februar 2021.
Der Erfolg der Studie sorgte auch für allgemeine Kursgewinne bei Unternehmen aus den Bereichen Genom-Editing und KI-Wirkstoffentwicklung, darunter Prime Medicine (PRME.US), Intellia (NTLA.US), CRISPR Therapeutics (CRSP.US), Editas Medicine (EDIT.US) und Beam Therapeutics (BEAM.US), die das gesamte Segment stärkten. Der iShares Genomics Immunology and Healthcare ETF (IDNA.US) legte an einem einzigen Handelstag um 13,53% zu und das Handelsvolumen lag beim 2,8-Fachen des Durchschnitts.
Laut dem US-Bank Research Investment Committee liegt die Rendite des Biotechnologiesektors seit Juni bei etwa 10% oder höher. Das Komitee betrachtet Biotechnologie außerdem als eine diversifizierte Investitionsoption zur Umgehung der überfüllten Technologie-Aktienbestände, zusammen mit Versicherungsunternehmen und regionalen Banken.
Beachtenswerte Investitionsmöglichkeiten
Das direkteste öffentlich gehandelte Investmenttool für dieses Thema sind auf Biotechnologie spezialisierte ETFs. Der SPDR S&P Biotech ETF und der iShares Biotech Index ETF (IBB.US) bieten eine breite Branchenabdeckung. Der iShares Genomics Immunology and Healthcare ETF ist stärker auf Genomik und Präzisionsmedizin fokussiert, während der Invesco Biotechnology & Genome ETF (PBE.US) Unternehmen aus dem Biotech- und Genomikbereich abdeckt.
Durch jüngste Katalysatoren zeigen neben den direkt beteiligten Aktien wie Moderna und Merck auch Gen-Editing- und seltene Krankheiten betreffende Unternehmen eine verbesserte Stimmung und Kursanstiege, darunter Prime Medicine, Intellia, CRISPR Therapeutics, Editas Medicine und Beam Therapeutics. KI-gesteuerte Wirkstoffentdeckungsunternehmen wie Absci (ABSI.US) und Recursion Pharmaceuticals (RXRX.US) sind ebenfalls aktiv, und Twist Bioscience (TWST.US) steht im Fokus der Beobachter.
Analystenmeinungen
Nach Veröffentlichung der Melanom-Studienergebnisse haben sich die Stimmungen der Analysten gegenüber Biotechnologie-ETFs deutlich gewandelt. Die bullischen Argumente konzentrieren sich hauptsächlich auf Bewertungen, technische Momentum-Signale und Potenziale für Fusionen und Übernahmen. Hauptsächliche Risiken sehen Analysten hingegen in der makroökonomischen Lage sowie in der Struktur hohe Volatilität bei Small Caps und klinischen Entwicklungsunternehmen.
Potenzielle Aufwärtstreiber, die es zu beachten gilt
Bewertungsunterschiede könnten sich verringern – Financial Serenity schätzt, dass die IDNA-Aktie theoretisch um etwa 29,5% steigen könnte, sollte sich das Forward-KGV von IDNA dem von XBI annähern, allein durch eine einmalige Neubewertung. Die Schätzung basiert auf dem Unterschied der Forward-KGVs: IDNA liegt bei 14,90 und XBI bei 19,29.
Aktive Übernahme-Pipelines – Mit sinkendem sektorübergreifendem Transformationsrisiko sieht der Markt mögliche weitere Übernahmeaktivitäten. Revolution Medicines (RVMD.US), IDEAYA Biosciences (IDYA.US), Arcus Biosciences (RCUS.US) und Iovance Biotherapeutics (IOVA.US) werden als potenzielle Übernahmeziele gehandelt.
Technische und fundamentale Indikatoren verstärken sich gegenseitig – Analyst Mike Zaccardi bemerkt, dass das bullische technische Momentum von XBI zunimmt, inklusive des stetig steigenden 200-Tage-Durchschnitts sowie eines starken RSI, während die Bewertungen seiner Meinung nach angemessen sind und beide Faktoren einen Resonanzeffekt erzeugen.
Potenzielle Abwärtsrisiken, die es zu beachten gilt
Makroökonomische Risiken bleiben bestehen – Mike Zaccardi weist ebenfalls darauf hin, dass höhere Finanzierungskosten und das Risiko makroökonomischer Störungen die gesamte Branchenaktivität, speziell M&A und F&E-Ausgaben, beeinträchtigen könnten.
Strukturelle Volatilität bei Small Caps – XBI weist eine hohe Beta-Kennzahl und Small-Cap-Risikoeigenschaften auf, weshalb ETF gerade in Belastungsphasen des Gesamtmarkts zu deutlichen Rücksetzern neigen kann.
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