Ausländische Medien: Die Eigenschaft von Bitcoin als sicherer Hafen wird erneut in Frage gestellt
Ausländische Medien berichten, dass die Debatte darüber, ob Bitcoin als "digitales Gold" gilt, erneut an Fahrt gewinnt. Robin Brooks, Senior Fellow der Brookings Institution, erklärte kürzlich, dass Bitcoins Performance bei sogenannten Währungsabwertungsgeschäften nicht ausreicht, um seine Eigenschaften als traditioneller sicherer Hafen zu belegen.
Brooks sagt, Bitcoin bleibt hinter Edelmetallen zurück
Brooks schrieb auf X, dass Bitcoin „kein Teil des Währungsabwertungsgeschäfts“ sei. Seiner Ansicht nach schneidet Bitcoin in dieser Phase weiterhin schlechter ab als Edelmetalle, was das Argument schwächt, dass Bitcoin als Absicherung gegen Währungsabwertung dienen kann.
Er führte weiter aus, dass Bitcoin sich in Bezug auf die jüngste Kursentwicklung nicht so stabil als sicherer Hafen und zur Werterhaltung eignet wie Gold. Brooks räumte jedoch ein, dass die Wahrnehmung eines sicheren Hafens bis zu einem gewissen Grad auch von der Marktmeinung abhängt, glaubt aber, dass der aktuelle Trend seine Einschätzung bereits bestätigt.
Schon häufiger öffentlich kritisiert
Brooks hat Bitcoin nicht zum ersten Mal infrage gestellt. Im März 2023 bezeichnete er Bitcoin als „Spekulationsblase“ und warnte, dass BTC bei einer konsequenten Zinserhöhung der US-Notenbank deutlich zurückgehen könnte.
Später im selben Jahr erklärte er zudem, dass Bitcoin kaum Werterhaltungsfunktion besitze und auch wenig zur Diversifizierung beitrage. Er beschrieb Bitcoin damals als „eine weitere Wette auf die Terminpolitik der US-Notenbank“ und vertrat die Meinung, dass Bitcoin-Anstiege vor allem durch veränderte Erwartungen an die US-Notenbankpolitik getrieben werden.
Bitwise sieht das anders
Jeff Park, Leiter der Bitwise Alpha-Strategie, widersprach dieser Einschätzung. Er meint, dass man die Fähigkeit von Bitcoin, an Währungsabwertungsgeschäften teilzunehmen, nicht wegen kurzfristiger Kursentwicklungen in Frage stellen sollte.
Park führt an, dass nicht entscheidend ist, ob Bitcoin den Kurs von Gold exakt kopiert. Wichtig sei vielmehr, dass Bitcoin in der Vergangenheit während mehrerer Phasen mit steiler werdender Zinskurve gestiegen ist – unabhängig davon, ob es sich um eine „bullische“ oder „bärische“ Steilheitsphase handelte.
- März 2020
- Februar 2021
- März und September bis Oktober 2023 sowie September 2024
Nach Ansicht von Park reagiert Bitcoin empfindlich auf verschiedene Arten von Veränderungen der Zinskurve. Deshalb kann Bitcoin sowohl von Währungsabwertungsgeschäften als auch von Entdollarisierung profitieren. Das bedeutet auch, dass die Marktteilnehmer hinsichtlich des Status von Bitcoin als sicherer Hafen weiterhin deutlich uneins sind.
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