85 Milliarden Dollar Gewinn durch Investition in Intel! Softbank Group übertrifft die Gewinnerwartungen deutlich, aber die OpenAI-Börsennotierung verzögert sich und wirft einen Schatten.
Der starke Anstieg der Bestände von Intel brachte SoftBank einen Gewinn von 1,3 Billionen Yen und unterstützte damit den Quartalsüberschuss, der mit 347,3 Milliarden Yen die Erwartungen übertraf. Dennoch steht SoftBank vor erheblichen Herausforderungen bei Bilanz und Bewertung, da die hochverschuldete Finanzierung die Wetten auf den KI-Sektor rund um OpenAI erhöht, der Börsengang sich verzögert und Zweifel an der Rendite in der Branche bestehen.
Die enormen Gewinne aus Intels Beteiligung verschaffen SoftBank eine Atempause, doch die Unsicherheiten rund um den Börsengang von OpenAI und der zunehmende Schuldendruck stellen die KI-Wetten des japanischen Technologieinvestors auf eine harte Probe.
SoftBank Group veröffentlichte am Mittwoch die Quartalszahlen und meldete einen Nettogewinn, der im Jahresvergleich um 18 % auf 347,3 Milliarden Yen (ca. 24 Milliarden Dollar) sank, aber den Analystenkonsens von 166 Milliarden Yen deutlich übertraf. Diese bessere Entwicklung ist vor allem auf den Investmentgewinn aus Intels Beteiligung in Höhe von 1,3 Billionen Yen (ca. 8,5 Milliarden Dollar) zurückzuführen – die Aktie von Intel legte im Quartal bis Juni um 216 % zu.
Der unerwartete Geldsegen kam für SoftBank zur richtigen Zeit. Gleichzeitig blieb der Wertzuwachs der Kernbeteiligung OpenAI begrenzt, das Vision Fund-Portfolio verzeichnete Rückgänge und belastete dadurch das Gesamtergebnis. Die SoftBank-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte ihrer Kursgewinne abgegeben – infolge von Gerüchten über Verzögerungen beim Börsengang und Negativmeldungen zu KI-Modellsicherheit, sodass das Marktinteresse an SoftBanks KI-Story merklich abgekühlt ist.
Intels Großwette sorgt für Entlastung
SoftBanks Investment in Intel war das herausragende Highlight des Quartals. SoftBank kaufte letztes Jahr Intel-Aktien zu einem Preis von 23 Dollar pro Aktie und investierte insgesamt etwa 2 Milliarden Dollar. Mit einem Kursplus von 216 % im Juniquartal brachte das Investment einen Buchgewinn von 1,3 Billionen Yen und wurde zum entscheidenden Puffer gegen andere Belastungsfaktoren.
Dennoch kann dieses Highlight die gespaltene Entwicklung des gesamten Portfolios nicht verdecken. Der Wert der Bestände des Vision Fund ging zurück, der Anstieg der OpenAI-Bewertung war ebenfalls moderat. Analysten betonen, dass Aktien und Unternehmen im KI-Sektor in diesem Jahr sehr unterschiedlich abschneiden. OpenAI und Anthropic PBC finanzieren sich zwar weiterhin schnell und ihre Bewertungen nähern sich jeweils 1 Billion Dollar, doch beide Unternehmen aus San Francisco stehen vor Herausforderungen mit ihren Geschäftsmodellen: Ob die gewaltigen Investitionen Gewinne abwerfen können, bleibt offen.
KI-Wette wird ausgeweitet, Leverage-Risiko steigt
SoftBank-Gründer Masayoshi Son setzt voll auf KI und hat damit die Verschuldung deutlich erhöht. Die Gesamtinvestition in OpenAI dürfte bis etwa Oktober dieses Jahres auf 65 Milliarden Dollar anwachsen.
Um diese Kapitalaufwendungen zu stemmen, hat SoftBank eine einjährige Zwischenfinanzierung über 40 Milliarden Dollar unterzeichnet und mit den Anteilen der Chipdesigner Arm Holdings ein Margin-Darlehen über 20 Milliarden Dollar abgesichert. Diese hochleveragierte Struktur macht das Portfolio von SoftBank äußerst anfällig für extreme Schwankungen im KI-Sektor.
BTIG-Analyst Jesse Sobelson schrieb im Vorfeld des Quartalsberichts:
"Die Diskussion um den Wert fortschrittlicher Modelle wird immer intensiver, während OpenAI-bezogene Finanzierungsarrangements weiter ungeklärt sind."
Börsengang von OpenAI bleibt offen, zentrale Konflikte ungelöst
Die Kursentwicklung der SoftBank-Aktie in diesem Jahr spiegelt die starke Marktvolatilität rund um das Thema KI wider. Im Juni stieg SoftBank vorübergehend zum Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung an der Tokioter Börse auf, beflügelt von optimistischen Erwartungen zu Arm, OpenAI und den Plänen für KI-Infrastruktur-Investitionen. Die Aktie fiel jedoch deutlich vom Jahreshoch, nachdem Gerüchte über eine mögliche Verzögerung beim Börsengang von OpenAI auftauchten und OpenAI sowie andere KI-Modelle mit einer Reihe von Hackerangriffen und unautorisierten Zugriffen konfrontiert wurden.

Investoren sahen den Börsengang von OpenAI ursprünglich als wichtigen Moment, um mehr Transparenz in das SoftBank-Portfolio zu bringen – das Portfolio umfasst Hunderte nicht börsennotierte und noch nicht profitable Start-ups, darunter auch der ChatGPT-Mutterkonzern. Nun erschwert die unklare Aussicht auf einen Börsengang die Bewertung der gesamten SoftBank-Beteiligungen. Gleichzeitig steigt die Verschuldung globaler KI-Service-Anbieter zur Finanzierung von Datencentern und Infrastruktur weiter, was das Bewusstsein für SoftBanks Leverage-Risiko deutlich schärft.
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