US-Dollar: Abwartende Stimmung vor den Arbeitsmarktdaten – ING
Francesco Pesole, FX-Stratege bei ING, stellt fest, dass die verbesserte Risikostimmung im Zusammenhang mit dem Golf den Dollar etwas belastet hat, während die stabilen Zinserwartungen für die Federal Reserve weiterhin unterstützend wirken. Angesichts der morgigen US-Arbeitsmarktdaten argumentiert er, dass Vorsicht an den Märkten und begrenzte Änderungen bei der Fed-Bepreisung den Dollar in einer breiten Spanne halten sollten, auch wenn Daten und Fed-Kommunikation mehr Einfluss haben als Ölpreisentwicklungen und geopolitische Schlagzeilen.
Risikofreudige Stimmung, aber Dollar in Seitwärtsbewegung
"Nachrichten über eine Einigung zwischen Iran und Oman zur Öffnung einer sicheren Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus haben den FX-Markt auf risikofreudig gestellt und eine Rotation vom Dollar hin zu Währungen mit höherem Beta begünstigt. Dennoch fielen die Bewegungen der G10-Währungen in dieser Woche bislang moderat aus, vermutlich weil der morgige US-Arbeitsmarktbericht nach wie vor der zentrale Impulsgeber ist und als besonders schwer prognostizierbar gilt."
"Die Erwartungen für die kommenden Fed-Sitzungen haben sich seit der Bekanntgabe im Juli kaum verändert, mit durchgehend eingepreisten 14-17 Basispunkten für September und 30-35 Basispunkten für Dezember. Dies geschah in einer Woche, in der der Brent-Preis um 15 Dollar pro Barrel gefallen ist – ein klarer Beleg dafür, dass die US-Zinserwartungen aktuell deutlich stärker von Daten und Fed-Kommunikation als von Energiepreisen beeinflusst werden."
"Was die Daten betrifft, so fielen die ADP-Arbeitsmarktzahlen mit 44 Tausend etwas schwächer aus und der ISM-Index für Dienstleistungen stieg gestern weniger als erwartet auf 54,1. Der Teilindex für die Beschäftigung im Dienstleistungssektor brach auf 47,5 ein, was laut unserem Makroteam auf leichte Abwärtsrisiken für die morgigen Arbeitsmarktdaten hindeutet."
"Die Märkte warten zudem auf die nächsten Schlagzeilen zu den Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Im FX-Markt scheint wenig Pessimismus zu herrschen, und positive Nachrichten zu diesem Thema dürften keine nachhaltige USD-Schwäche auslösen. Mit den anstehenden Arbeitsmarktdaten morgen könnte eine abwartende Haltung die Volatilität gering halten und den Dollar insgesamt in einer engen Spanne bewegen."
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
