Brasilianischer Real: Zuflüsse stützen die Carry-Resilienz – BNY
Geoff Yu von BNY merkt an, dass die Portfoliomittelzuflüsse nach Brasilien kurz vor der Selic-Entscheidung nahezu auf dem Höchststand nach COVID liegen, mit starker Nachfrage nach Aktien und Staatsanleihen. Er betont, dass die Überzeugung am Devisenmarkt begrenzt ist, da die Volumina niedrig und die Währungspositionierungen neutral sind, während iFlow-Daten darauf hinweisen, dass der breitere Zuflusszyklus im April seinen Höhepunkt erreicht hat und das Finanzkonto sich voraussichtlich eher stabilisieren als erneut beschleunigen wird.
Starke Zuflüsse, aber vorsichtige FX-Überzeugung
„Die BRL-Zuflüsse erholen sich vor der heutigen Selic-Zinsentscheidung, gestützt durch erneutes Interesse an den Terms of Trade, starke Aktienneugier sowie anhaltende Käufe brasilianischer Staatsanleihen. Die Überzeugung bleibt jedoch begrenzt, da die Devisenvolumina außergewöhnlich niedrig sind, die Währungspositionen effektiv neutral und der breitere Portfolio-Zyklus offenbar seinen Höhepunkt überschritten hat. Der jüngste starke Spot-Abfluss scheint eher transaktionsgetrieben als Beleg für eine breitere Umkehr zu sein, insbesondere angesichts des sonst konstruktiven Umfelds bei den Vermögenszuflüssen.“
„Trotz unserer Vorsicht in Bezug auf die Währung selbst ist die deutlichste Bestätigung eines optimistischeren Marktbilds für Brasilien die anhaltende Verbesserung der zugrundeliegenden Asset-Flows. Aktien und Staatsanleihen haben in den vergangenen vier Wochen nur sehr wenige Abflusssitzungen verzeichnet, wobei die Nachfrage nach Aktien besonders robust bleibt. Die Zuflüsse in Staatsanleihen dürften weiterhin der Hauptanker für Brasiliens externe Verschuldungsposition bleiben.“
„Obwohl die Volumina bei Anleihen weicher sind als bei Aktien, bleibt die Dynamik positiv und deutet auf fortgesetzte Carry-Nachfrage hin. Die größte Herausforderung ist die Laufzeit. Das aktuelle Fed-Umfeld und eine steilere US-Treasury-Kurve begünstigen eher das kurze Laufzeitende, während Schwellenländer am meisten profitieren, wenn eine restriktive Geldpolitik und fiskalische Glaubwürdigkeit die Laufzeitprämien senken und den Zugang zu langfristiger Finanzierung verbessern.“
„Brasiliens Finanzkonto bleibt dennoch stark, auch wenn die Dynamik nachlässt. Unser iFlow EM Portfolio Flow Proxy folgt weiterhin eng den offiziellen Zahlungsbilanzdaten und deutet darauf hin, dass die kombinierten Zuflüsse im April ihren Höhepunkt erreicht haben, was mit den offiziellen Zahlen übereinstimmt. Das Verschlechterungstempo ließ im Juli nach, doch die Gesamtrichtung ist weiterhin klar.“
„Nach einem Rückgang von rund 1 Milliarde US-Dollar im Juni dürfte sich der monatliche Nettofinanzkontostand um null stabilisieren, anstatt schnell zu den außergewöhnlichen Zuflussniveaus zu Beginn des Jahres zurückzukehren.“
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