Zwei große Bankenverbände warnen davor, dass neue Stablecoin-Regeln echte Lücken bei der Überwachung von Geldwäsche- und Sanktionsrisiken hinterlassen könnten, während mehrere Bundesbehörden gleichzeitig an überschneidenden Regelwerken arbeiten.
Das Bank Policy Institute und The Clearing House Association haben am 4. August ein Stellungnahmeschreiben als Antwort auf den vom FDIC vorgeschlagenen Bank Secrecy Act (BSA) und die Sanktions-Compliance-Regel für Stablecoin-Emittenten eingereicht. Sie unterstützen grundsätzlich den Ansatz des FDIC, einschließlich der Anforderungen, dass Emittenten die gleichen Kundenidentifikations- und Sanktionsstandards erfüllen müssen, die bereits von FinCEN und dem Treasury festgelegt wurden.
Ihre eigentliche Sorge betrifft die Bereiche, in denen die Regeln nicht weit genug gehen:
- FinCEN selbst gibt an, dass der größte Teil der illegalen Stablecoin-Aktivitäten auf Sekundärmärkten stattfindet, also beim Handel und Transfer nach der erstmaligen Ausgabe einer Coin.
- Die aktuellen Regeln betreffen größtenteils Emittenten, nicht jedoch die Börsen, Verwahrer und Plattformen, auf denen dieser Handel tatsächlich stattfindet.
- Viele US-Kryptobörsen agieren als Zahlungsdienstleister ohne formelle Identifizierungsregeln – eine Lücke, die im Vergleich zu den strengen Prüfungen, die Banken einhalten müssen, auffällt.
Ja. Dies ist keine Spekulation; es stammt direkt aus den Unterlagen von FinCEN, die offen einräumen, dass die meisten illegalen Stablecoin-Aktivitäten nach der Ausgabe auftreten, während die Regeln hauptsächlich auf Emittenten abzielen. Ob daraus ein echtes Problem wird, hängt davon ab, ob die Aufsichtsbehörden später tatsächlich strengere Regeln für den Sekundärmarkt einführen – genau das fordern die Bankenverbände.
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});Die Stellungnahme erfolgt, während mehrere stablecoin-bezogene Regelungen noch zur öffentlichen Kommentierung offen sind, was den Branchenverbänden eine begrenzte Möglichkeit gibt, den endgültigen Rahmen mitzugestalten.
- FinCEN, OFAC, die OCC, der FDIC und die Federal Reserve haben alle innerhalb von wenigen Monaten im Jahr 2026 entsprechende Vorschläge veröffentlicht.
- Mehrere Vorschriften haben standardmäßige 60-Tage-Kommentierungsfristen, die sich überschneiden.
- Bankenverbände bemängeln, dass die Fristen für Stellungnahmen zum GENIUS Act zu kurz und sich überschneidend seien, was es erschwert, Inkonsistenzen zu erkennen, bevor Regeln finalisiert werden.
Die Bankenverbände lehnen den neuen Stablecoin-Rahmen nicht ab. Sie argumentieren vielmehr, dass eine Ausweitung der Geldwäschebekämpfung und der Sanktionsaufsicht über die Emittenten hinaus auf das gesamte Kryptosystem entscheidend sein wird, wenn die endgültigen Regelungen die von den Aufsichtsbehörden selbst identifizierten Risiken adressieren sollen.


