Taiwan: Das Wachstum bleibt stark, während die Normalisierung beginnt – DBS
Die Ökonomin Ma Tieying von DBS Group Research weist darauf hin, dass das BIP-Wachstum Taiwans im zweiten Quartal im Jahresvergleich auf 12,9 % von 14,5 % im ersten Quartal zurückging, auf Quartalsbasis jedoch solide blieb. Der Bericht hebt hervor, dass sich die Diskrepanz zwischen Exporten und Binnennachfrage verringert, es Aufwärtsrisiken für die Wachstumsprognosen 2026–2027 gibt, eine Zinserhöhung der Zentralbank erwartet wird und weiterhin Druck auf die Aktien-, Währungs- und Anleihemärkte Taiwans besteht.
BIP, Zinsen und Marktdruck
„Laut vorläufiger Schätzung verlangsamte sich das BIP-Wachstum im zweiten Quartal im Jahresvergleich auf 12,9 % und lag damit unter dem Höchstwert von 14,5 % im ersten Quartal. Auf saisonbereinigter Quartalsbasis blieb das Wachstum mit 9,9 % solide, verglichen mit 6,9 % im ersten Quartal.“
„Daraus resultierte, dass die Nettoexporte 5,8 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum beitrugen, während die Binnennachfrage mit 7,1 Prozentpunkten beitrug. Dies war das erste Mal seit fünf Quartalen, dass die Binnennachfrage einen größeren Beitrag leistete als die Nettoexporte.“
„Wir sehen einige Aufwärtsrisiken für unsere BIP-Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 von jeweils 9,4 % und 4,5 %, halten jedoch vorerst an ihnen fest. Wir erwarten weiterhin, dass das durch KI getriebene Superwachstum ab der zweiten Jahreshälfte 2026 bis 2027 in einen normaleren Rhythmus übergeht.“
„Die BIP-Daten, sowohl hinsichtlich Wachstum als auch Zusammensetzung, sollten genügend Vertrauen für eine Zinserhöhung der Zentralbank in der zweiten Jahreshälfte 2026 schaffen. Die Teuerungsrate (CPI) dürfte sich dank wieder steigender Ölpreise im Zuge erneuter Spannungen im Nahen Osten und volatiler Nahrungsmittelpreise durch El Niño weiterhin im Bereich von 2–2,5 % im Jahresvergleich bewegen. Wir rechnen weiterhin mit einer Zinserhöhung um 12,5 Basispunkte im vierten Quartal, was den offiziellen Diskontsatz auf 2,125 % bringen würde.“
„An den Finanzmärkten bleibt der Druck durch die Korrektur am Aktienmarkt, Kapitalabflüsse und angespannte Liquiditätsbedingungen bestehen. Der TAIEX ist seit seinem Hoch Ende Juni um 10 % gefallen, getrieben vom weltweiten Ausverkauf bei Halbleiteraktien und insbesondere der erhöhten Volatilität beim KOSPI. Die Nettoverkäufe ausländischer Investoren im TAIEX erreichten im Juli 23 Milliarden USD.“
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