Deutschland: Vom Krieg ausgelöster Energieschock prägt die Aussichten – Commerzbank
Dr. Ralph Solveen von der Commerzbank analysiert die deutsche Inflation, nachdem der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli von 2,3% auf 2,8% gestiegen ist, hauptsächlich getrieben durch höhere Energiepreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Persischen Golf und dem Auslaufen der Kraftstoffsteuerermäßigungen. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel ist leicht zurückgegangen, und der kurzfristige Verlauf der deutschen Preise hängt stark von der Entwicklung im Nahen Osten ab.
Energieschock treibt deutschen VPI erneut nach oben
"Wie angesichts des starken Anstiegs der Energiepreise zu erwarten war, hat die Inflation in Deutschland im Juli wieder deutlich zugelegt. Die Verbraucherpreise (nationale Definition) lagen um 2,8% höher als ein Jahr zuvor. Im Juni war die Inflationsrate noch deutlich auf 2,3% gefallen."
"Bei anderen Gütern und Dienstleistungen hat sich die Inflation tatsächlich leicht abgeschwächt. Die Kerninflationsrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise sank leicht von 2,5% auf 2,4%."
"Unter den Unterkategorien der Kerninflationsrate hat sich der Preisanstieg bei Dienstleistungen erneut leicht abgeschwächt und lag im Juli bei knapp unter 3%. Die Inflationsrate für Waren (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb unverändert bei 1,6%."
"Der kurzfristige Trend bei der Inflationsrate hängt eindeutig stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Solange das derzeitige Muster eines Wechsels zwischen guten und schlechten Nachrichten anhält, dürften die Ölpreise – und damit auch die Energiepreise für Haushalte – erhebliche Schwankungen erfahren. Sobald die Kampfhandlungen enden, wird erwartet, dass die Inflationsrate infolge sinkender Energiepreise wieder in Richtung 2% zurückgeht."
"Gleichzeitig dürfte die Kerninflationsrate nur langsam zurückgehen. Während die Arbeitskosten schon seit einiger Zeit langsamer steigen, was den Preisanstieg bei Dienstleistungen bremst, werden Unternehmen ihre gestiegenen Energiekosten vermutlich verstärkt an ihre Kunden weitergeben."
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