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Die Renditen europäischer Staatsanleihen fallen den dritten Tag in Folge, während die Ölpreise zurückgehen, was die Inflationsängste mildert und die Zinserhöhungserwartungen der Europäischen Zentralbank leicht dämpft.

Die Renditen europäischer Staatsanleihen fallen den dritten Tag in Folge, während die Ölpreise zurückgehen, was die Inflationsängste mildert und die Zinserhöhungserwartungen der Europäischen Zentralbank leicht dämpft.

智通财经智通财经2026/07/28 15:11
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  1. Der Anleihemarkt der Eurozone ist den dritten Handelstag in Folge gefallen, die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe ging auf etwa 3,12 % zurück – ein Rückgang von mehr als zehn Basispunkten gegenüber dem Mehrjahreshoch in der vergangenen Woche. Der anhaltende Rückgang der Ölpreise hat sich als Haupttreiber zur Entspannung kurzfristiger Inflationssorgen erwiesen.
  2. Brent-Rohöl ist nach einem Einbruch von fast 10 % am Montag am Dienstag um etwa 2,2 % weiter gefallen und notiert im Bereich von 86 US-Dollar je Barrel. Die Signale der Entspannung zwischen den USA und dem Iran sorgen im Rohstoffmarkt für Abkühlungserwartungen, auch wenn der Iran betont, keine Wiederaufnahme der Verhandlungen anzustreben.
  3. Das Rohstoffstrategie-Team der ING Group bleibt bei dieser Entwicklung vorsichtig und weist darauf hin, dass der Markt möglicherweise zu optimistisch sei. Es habe keine wesentliche Verbesserung beim Tankerverkehr durch die Straße von Hormus gegeben, und selbst im Falle einer Vereinbarung müssten aufgrund früherer, schnell gescheiterter Abkommen die Risikoprämien weiter hoch bleiben.
  4. Die Energiepreise haben erheblichen Einfluss auf die Inflationserwartungen im Euroraum. Die starke Importabhängigkeit der Region sorgt für eine enge Korrelation zwischen Ölpreisentwicklung und Anleiherenditen. Die diese Woche anstehenden Veröffentlichungen der BIP- und Inflationsvorabschätzungen werden weiter offenlegen, inwieweit geopolitische Faktoren die Wirtschaft beeinflussen.
  5. In Bezug auf die Geldpolitik hat die Europäische Zentralbank im Juli eine Pause eingelegt, sich aber die Option auf eine Zinserhöhung im September offengelassen. Derzeit preist der Geldmarkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September mit etwa 70 % ein, was jedoch bereits etwas zurückgegangen ist. Das deutet darauf hin, dass das Vertrauen des Marktes in eine weitere Straffung nachgelassen hat.
  6. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen ist im Tagesverlauf um fast 2 Basispunkte auf rund 2,76 % gesunken. Dieses besonders zinssensitive Laufzeitsegment ist seit dem Zweijahreshoch in der vergangenen Woche weiter gefallen und zeigt, dass kurzfristige Erwartungen an die Geldpolitik gerade neu kalibriert werden.
  7. Mit Blick auf die Marktstimmung ziehen es Investoren vor, ihre Positionen vor den anstehenden Entscheidungen mehrerer Zentralbanken in dieser Woche zu reduzieren. Besonders, da das Statement der Federal Reserve am Mittwoch mit Unsicherheiten behaftet bleibt. Die Marktbewertung der Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA ist bereits gestiegen und einige große Institute raten vor diesem Risiko zur Vorsicht.
  8. Im weiteren Verlauf liegt der Fokus auf den tatsächlichen Inflationsdaten im Euroraum, den Äußerungen von EZB-Offiziellen nach Ende der Ruhephase sowie auf der Frage, ob die Entscheidungen der Federal Reserve zu einer Neupreisung der globalen Benchmark-Anleiherenditen führen. Diese drei Faktoren werden bestimmen, ob der laufende Rückgang der Renditen eine kurzfristige Korrektur oder den Beginn einer Trendwende markiert.
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