Verzicht auf Lebensmittel und Fokus auf Körperpflege zahlen sich aus! Unilever (UL.US) verzeichnet im zweiten Quartal das höchste Absatzwachstum seit über zehn Jahren und hebt die Jahresprognose entsprechend an
Dank der starken Nachfrage in Schlüsselmärkten wie Indien, Indonesien und Lateinamerika hat der internationale Konsumgüterkonzern Unilever im zweiten Quartal das beste Absatzquartalsergebnis seit über zehn Jahren erzielt und gleichzeitig seine Jahresprognose angehoben.
GermanFinance APP hat erfahren, dass der internationale Konsumgüterriese Unilever (UL.US) im zweiten Quartal dank der starken Nachfrage aus Schlüsselmarkten wie Indien, Indonesien und Lateinamerika das beste Quartalsergebnis bei den Verkaufszahlen seit über einem Jahrzehnt vorgelegt hat und daraufhin die Jahresprognose angehoben hat. Unterstützt durch diese positive Nachricht verzeichnete die Unilever-Aktie den größten Intraday-Anstieg seit zwei Jahren.
Laut den am Dienstag veröffentlichten Unternehmensdaten stieg der Basisumsatz von Unilever im zweiten Quartal (bis zum 30. Juni) um 5,8% gegenüber dem Vorjahr, deutlich über der bisherigen Analystenprognose von 4,3%. Der Gesamtumsatz kletterte ebenfalls um 3,8% auf 13 Milliarden Euro (ca. 14,78 Milliarden US-Dollar). Besonders bemerkenswert ist das Verkaufsvolumen der Produkte im Quartal, das um satte 5,5% zunahm und damit den höchsten Wert seit über zehn Jahren erreichte.

CEO Fernando Fernandes erklärte, dies sei das stärkste Quartal, das das Unternehmen in diesem Indikator seit Jahren verzeichnet habe. Haushaltsreinigungsmarke Cif und die Pflegemarke Sunsilk erzielten jeweils zweistellige Wachstumsraten, Dove-Seife ist in wichtigen Märkten wie den USA und Indien bei Verbrauchern sehr gefragt. Trotz geopolitischer Konflikte wie der Iran-Krieg, die die Kosten steigen lassen und die Haushaltsbudgets belasten, konnte Unilever dank seinem Portfolio aus Schönheits-, Körperpflege- und Haushaltsprodukten den negativen Einfluss auf die Konsumstimmung erfolgreich abfedern. Daher korrigierte Unilever die Prognose für das jährliche Absatzwachstum von zuvor 2% auf nun 3% nach oben.
Regional betrachtet verzeichnete der nordamerikanische Markt einen Basisumsatzanstieg von 3,6%, das Verkaufsvolumen stieg um 4,4% und lag jeweils über den Erwartungen. Das steht im deutlichen Kontrast zur Konkurrenz – Nestlé (NSRGY.US) hat letzte Woche schwache Verkaufszahlen in Nordamerika gemeldet, was den Aktienkurs stark belastete. Nachdem im letzten Jahr Preiserhöhungen kurzzeitig Verbraucher abgeschreckt hatten, erholt sich nun auch der brasilianische Markt und liefert wieder positive Impulse für das Unternehmen.
Barclays-Analyst Warren Ackman und Kollegen stellten in ihrem Bericht fest, dass das Ergebnis besonders hervorhebt, wie Unilevers Produktportfolio Wachstum erzielt, das die meisten Wettbewerber weit übertrifft.
Allerdings hat das Wachstum im Lebensmittelgeschäft nachgelassen. In entwickelten Märkten, besonders in Europa, stehen Kategorien wie Gewürze unter dem doppelten Druck intensiven Wettbewerbs und allgemein schwacher Konsumnachfrage. Das Management ergreift nun strategische Maßnahmen: Unilever plant, sein Lebensmittelgeschäft, zu dem unter anderem Hellmann’s Mayonnaise und Knorr gehören, mit dem US-Gewürzriesen McCormick (MKC.US) zusammenzulegen. Das Unternehmen gab an, dass der Deal gut voranschreitet und spätestens Mitte 2027 abgeschlossen sein soll.
Zuvor hatte Fernandes das Unternehmen bereits über ein Jahr hinweg tiefgreifend reformiert mit dem Ziel, Unilever in ein reines Haushalts- und Körperpflegeunternehmen zu transformieren. Ein Schlüsselpunkt der Strategie war die Ausgliederung des Eiscreme-Geschäfts, die bereits abgeschlossen ist.
Die Abspaltung des Lebensmittelgeschäfts wird vom Management und einigen Analysten ebenfalls als Trendfolge betrachtet. RBC-Analyst James Edwards Jones kommentierte: „Das ist ein herausragendes Quartal für Unilever – selbst weniger erfolgreiche Bereiche (Lebensmittel in Europa) bestätigen lediglich die Logik hinter dem Managemententscheid zur Abspaltung.“
Die Transaktion mit McCormick hat jedoch Unmut unter Investoren ausgelöst. Einige Aktionäre beklagen, dass sie nach der Fusion Anteile an einem hochverschuldeten US-Unternehmen halten und höheren Risiken durch das umfangreiche Lebensmittelportfolio ausgesetzt sind, während britische Aktionäre nicht einmal über die Transaktion abstimmen konnten.
Andererseits plant Unilever im zweiten Halbjahr angesichts der anhaltenden Weitergabe der Rohstoffpreise entlang der Lieferkette, die Preise weiter zu erhöhen. Das Unternehmen erwartet, dass das Basisumsatzwachstum im zweiten Halbjahr im preisgetriebenen Modell zwischen 4% und 5% liegen wird. Das jährliche Basisumsatzwachstum wird im langjährigen Zielbereich von 4% bis 6% liegen, und nicht am unteren Ende des ursprünglich erwarteten Bereichs. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen damit, dass die Basisbetriebsmarge 2025 auf dem Niveau von 20% „moderat“ weitersteigen wird.
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