Entgegen dem Trend setzt er auf japanische Langläufer! Azimut Fixed Income-Chef: Händler überschätzen die Inflation, steigende Renditen bieten eine hervorragende Gelegenheit für den Einstieg.
Obwohl japanische Staatsanleihen vom Markt als risikoreiche Vermögenswerte betrachtet werden, bieten sie laut einem Fondsmanager der Azimut Group derzeit eine der attraktivsten Chancen für globale Fixed-Income-Investoren.
Nach Informationen von Smart Finance APP, obwohl japanische Staatsanleihen von den Märkten als hochriskante Anlagen betrachtet werden, bietet sie laut dem Fondsmanager der Azimut Group derzeit eine der attraktivsten Gelegenheiten für globale Fixed-Income-Investoren.
Nicolo Bocchin, Global Head of Fixed Income im Dubai-Hauptsitz des Assetmanagers mit einem verwalteten Vermögen von 180 Milliarden US-Dollar, setzt mutig darauf, dass die Bank of Japan keine aggressiven Zinserhöhungen vornimmt. Er meint, Händler überschätzen die Inflationsaussichten in Japan.
„Ich bin Käufer langfristiger japanischer Staatsanleihen und sehr optimistisch bezüglich ihrer Perspektiven“, erklärte Bocchin am Montag in einem Interview. „Das lange Ende der Renditekurve ist äußerst attraktiv.“
Diese Sichtweise widerspricht dem aktuell vorherrschenden Konsens am Markt. Da erwartet wird, dass die anhaltende Inflation, ein wachsendes Haushaltsdefizit sowie der schrittweise Ausstieg der Zentralbank aus dem Anleihemarkt die Finanzierungskosten weiter steigen lassen, treiben Investoren die Renditen langfristiger japanischer Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit Jahrzehnten.

Letzte Woche stieg die Rendite der japanischen 40-jährigen Staatsanleihe zeitweise auf 4,01 % und näherte sich dem im Mai erreichten historischen Rekord von etwa 4,355 %. Begleitet von einem Ausverkauf bei Anleihen wurde der Yen schwächer und liegt nahe an seinem Vierzig-Jahres-Tief von 1 US-Dollar zu 164 Yen.
Bocchin betonte, dass die genannten Risikofaktoren bereits im aktuellen Preisniveau der japanischen Anleihen eingepreist seien. Obwohl Japan nach Jahrzehnten der Deflation nun endlich Inflation erlebt, liegt die jährliche Inflationsrate weiterhin unter 2 % und die japanischen Entscheidungsträger haben wiederholt betont, dass die Vermeidung einer Rückkehr zur Deflation weiterhin ihre Priorität bleibt.
„Man muss sich schon fragen, warum der Markt darauf besteht, Japan zu Zinserhöhungen zu bewegen“, sagte Bocchin. „Für ein hoch verschuldetes Land ist Inflation eigentlich ein Segen.“
Azimut geht zudem davon aus, dass die inländische Politik Japan den Markt unterstützen wird, unter anderem mit Plänen, steuerbegünstigte Sparprogramme wie das Nippon Individual Savings Account (NISA) auch auf Staatsanleihen auszudehnen. Anfang dieses Monats forderte Japans Finanzminister Katsuyuki Katayama auch nationale große Pensionsfonds, darunter den 1,81 Billionen US-Dollar schweren Government Pension Investment Fund, auf, ihr Engagement in inländische Vermögenswerte auszubauen.
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