BlackRock: 12,55 Milliarden US-Dollar Meta (META.US) Datenzentrum-Anleihe zieht trotz Gegenwind Kapital an, 7,5 % „Trash-ähnliche“ Hochzinsanleihe durchbricht Kältewelle bei KI-Anleihen
BlackRock gibt für das Meta-Rechenzentrum in Texas Anleihen im Wert von 12,55 Milliarden US-Dollar mit einer Rendite von 7,534 % aus, die nahe am Niveau von Ramschanleihen liegt; die Nachfrage steigt entgegen dem Trend, da Investoren eine hohe Rendite als Ausgleich für das mit KI verbundene Risiko verlangen.
GermanFinance APP hat erfahren, dass angesichts der weltweit zunehmenden Sorge der Investoren über die riesigen KI-Ausgaben der Tech-Giganten die von BlackRock für das Meta Platforms (META.US) Texas Datenzentrum ausgegebenen Anleihen im Wert von 12,55 Milliarden US-Dollar am Montag vor der offiziellen Preisfestsetzung am Morgen entgegen dem Trend gestiegen sind. Diese von JPMorgan Chase und Morgan Stanley geleitete, mit einer Rendite von 7,534 % ausgegebene Investment-Grade-Anleihe liegt mit ihrem Renditeniveau nahe dem Bereich von Hochzinsanleihen ("Junk Bonds"), hat aber dennoch die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich gezogen.
Diese Kursentwicklung steht in starkem Gegensatz zu den jüngsten enttäuschenden Börsendebuts von Anleihen von Technologieunternehmen wie SpaceX (SPCX.US). Angesichts der wachsenden Besorgnis über übermäßige Investitionen in die KI-Infrastruktur verdeutlicht diese Transaktion, dass Kapital die KI-Risiken neu bewertet – indem höhere Renditen für das Unbekannte gezahlt werden, statt sich ganz zurückzuziehen.
Struktur der Transaktion: Das "BlackRock-Modell" für bilanzneutrale Finanzierung
Die Anleihe wurde von einer Special Purpose Entity (SPV) namens Sopaipilla Investor LLC ausgegeben und läuft bis 2048. Das Projektunternehmen Project Sopaipilla Holdings LLC wird zu 80 % von BlackRock-Tochtergesellschaften (GIP und HPS Investment Partners) gehalten, Meta besitzt die übrigen 20 %.
Die Anleihe wird durch Mieterlöse von Meta für einen Zeitraum von 20 Jahren ab 2028 besichert. Dieses bilanzneutrale Finanzierungsmodell ermöglicht es Meta, entscheidende KI-Infrastruktur zu erhalten, ohne direkt die eigene Verschuldung zu erhöhen. Das El Paso Datenzentrum soll bis zu 1 Gigawatt (GW) Rechenleistung bieten und ist für den Start 2028 geplant; mehr als 300 Arbeitsplätze werden geschaffen.
Dieses Arrangement folgt dem von Meta erstmals beim Hyperion-Projekt in Louisiana verwendeten Modell – damals kaufte BlackRock als einer der Investoren über drei Milliarden US-Dollar der privat platzierten Anleihen im Gesamtvolumen von 27 Milliarden US-Dollar.
Preisfindung: "Junk Bond"-ähnliche Rendite von 7,534 %
Die Anleihe wurde mit 7,534 % gepreist, einem Aufschlag von etwa 287,5 Basispunkten gegenüber US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit. Dieses Renditeniveau ist für Investment-Grade-Anleihen äußerst ungewöhnlich – es findet sich normalerweise im Hochzinssegment.
Die hohe Rendite widerspiegelt die Neubewertung des Risikos von KI-Infrastruktur durch die Investoren. Verglichen mit den Beignet-Anleihen (mit Laufzeit bis 2049), die Meta letztes Jahr für das Hyperion-Projekt in Louisiana ausgegeben hat, bietet die neue Anleihe etwa 0,4 Prozentpunkte mehr Rendite. Gleichzeitig hat sich das Hyperion-Projekt von ursprünglich 27 Milliarden US-Dollar deutlich erweitert und umfasst nun über 50 Milliarden US-Dollar.
Die Zeichnungsdaten zeigen, dass trotz eines finalen Zeichnungsvolumens von 20 Milliarden US-Dollar am vergangenen Freitag, was etwa das 1,6-fache des geplanten Emissionsvolumens ausmacht und unter dem diesjährigen Durchschnitt von etwa dem 4-fachen liegt, die hohe Rendite letztlich genügend Käufer anzog und die Anleihe am Sekundärmarkt stärkte.
KI-Schuldenwelle: 5,5 Billionen US-Dollar Finanzierungsflut
Diese Transaktion ist die neueste Welle der KI-Infrastruktur-Schuldenfinanzierung. Laut Strategen von JPMorgan Chase werden große Tech-Unternehmen bis 2030 voraussichtlich etwa 5,5 Billionen US-Dollar in KI investieren, wobei der Großteil über den Schuldenmarkt finanziert wird.
Das massive Anleihevolumen der Tech-Unternehmen macht es für Investoren schwierig, zu verdauen, und schwächt ihre Nachfrage nach neuen, KI-bezogenen Anleihen. Der jüngste Ausverkauf im Tech-Anleihensegment hat die Investoren weiter vorsichtig gemacht.
Diese Welle verändert die Kapitalstruktur der Tech-Giganten. Alphabet hat die Obergrenze für die jährlichen Investitionsausgaben um 15 Milliarden US-Dollar angehoben, was einen starken Kursrückgang ausgelöst hat; Meta selbst hat die Investitionsausgaben für 2026 auf 125 bis 145 Milliarden US-Dollar erhöht. Amazon soll Berichten zufolge ein Anleiheprogramm von mindestens 25 Milliarden US-Dollar gestartet haben. Die KI-Partnerschaft zwischen BlackRock und Microsoft hat bisher 12,5 Milliarden US-Dollar aufgebracht.
Marktsignale: Vom Kursverlust bei SpaceX bis zur Erholung bei Sopaipilla
Die positive Performance der Sopaipilla-Anleihe steht in scharfem Kontrast zu anderen KI-bezogenen Anleihen, die zuletzt schwach liefen. Die von SpaceX im Juni ausgegebene Anleihe im Wert von 25 Milliarden US-Dollar (Laufzeit bis 2056) fiel am Sekundärmarkt weiter, die Rendite stieg auf 7,5 %, was ebenfalls mit Junk Bonds vergleichbar ist. Diese BBB-Anleihe wurde mit einem Aufschlag von 175 Basispunkten gegenüber gleich langer US-Staatsanleihe gepreist und gehört nun zu den schwächsten aller Dollar-Benchmark-BBB-Anleihen.
Analysten weisen darauf hin, dass die Schwäche der SpaceX-Anleihe teilweise auf fehlende Liquidität am Sekundärmarkt und die vorsichtige Haltung der Investoren gegenüber extrem lang laufenden KI-Anleihen zurückzuführen ist. Die Erholung der Sopaipilla-Anleihe zeigt jedoch, dass bei ausreichend hoher Rendite Kapital bereit ist, das KI-Risiko zu tragen.
Das “neue Normal” der KI-Infrastrukturfinanzierung
Der Erfolg der 12,55 Milliarden US-Dollar-Anleihe von BlackRock zeigt, dass die Finanzierung von KI-Infrastruktur in eine neue Phase eintritt.
Hohe Renditen werden zum „Standard“ für KI-Anleihen – ein Coupon von 7,534 % war vor 2023 undenkbar, ist jetzt aber nötig, um Kapital anzuziehen. Bilanzneutrale Finanzierung wird zum Standardverfahren für die Tech-Giganten – durch SPVs wird die Schuld aus der Bilanz herausgenommen, was den KI-Kapazitätenbedarf deckt und zugleich die Auswirkungen auf das Kreditrating minimiert. BlackRock entwickelt sich vom reinen Asset Manager zum „Kapitalarchitekten“ der KI-Infrastruktur – von Hyperion in Louisiana bis zu Sopaipilla in Texas baut der weltgrößte Vermögensverwalter mit „fremdem Geld“ die physische Infrastruktur des KI-Zeitalters.
Für Investoren bietet eine Rendite von 7,5 % einen ausreichend großen Sicherheitspuffer, um die Unsicherheiten im KI-Investment zu kompensieren – zumindest bis zum nächsten Earnings Report.
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