Goldman Sachs hält das Aufwärtsrisiko für Ölpreise für signifikant – im Extremfall könnte der Preis 120 US-Dollar überschreiten.
Laut einem Bericht von Jinse Finance am 27. Juli hat der Brent-Rohöl-Futures-Kontrakt nach einer Erholungsphase wieder zugelegt und notierte mit dem Hauptkontrakt zeitweise knapp unter der 100-Dollar-Marke, mit einem Wochenplus von über 12 %. Hintergrund sind unter anderem erneut aufgeflammte Schifffahrtsrisiken im Roten Meer Ende Juli, bei denen die Huthi-Miliz wiederholt Öltanker angegriffen hat, sowie Umsetzungen von Förderkürzungen durch ölproduzierende Länder im Nahen Osten, was den internationalen Ölpreis rapide ansteigen ließ. Im Zuge dessen veröffentlichte Goldman Sachs mehrere tiefgehende Rohstoffberichte zur Analyse von geopolitischen Preisaufschlägen. Goldman Sachs ist der Meinung, dass das Aufwärtspotenzial beim Ölpreis das Abwärtsrisiko deutlich überwiegt; kurzfristig wird die saisonal bedingte Lagerbestandsreduktion die hohen Preise stützen. Die Bank analysierte drei Szenarien für die Ölpreisentwicklung: Erstens das Basisszenario. Demnach wird vorausgesetzt, dass sich die geopolitische Lage im Nahen Osten entspannt, die Schifffahrt schrittweise wieder aufgenommen wird, und die Prognose „Brent-Rohöl 80 US-Dollar, WTI-Rohöl 76 US-Dollar“ für das vierte Quartal 2026 beibehalten wird; vorausgesetzt, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus 2027 reibungslos verläuft, liegt der durchschnittliche Jahrespreis bei „Brent 75 US-Dollar, WTI 70 US-Dollar“. Goldman Sachs schätzt, dass das globale Überangebot an Rohöl 2027 bei 3,2 Millionen Barrel pro Tag liegen wird, was nachhaltig preisdämpfend wirkt. Zweitens das Extremszenario einer Preisrallye: Sollte die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bis 2027 unterbrochen bleiben und die Förderkapazitäten am Persischen Golf erst Ende 2027 vollständig wiederhergestellt sein, könnte „Brent-Rohöl im vierten Quartal 2026 die Marke von 120 US-Dollar übersteigen, der Durchschnittspreis 2027 stabil bei 100 US-Dollar liegen“; würden zudem die Straße von Mandeb und der Suezkanal langfristig blockiert, könnte der Ölpreis nochmals um 25 US-Dollar pro Barrel zulegen. Drittens das Abwärtsszenario: Wenn das weltweite Angebot unerwartet stark steigt und die Energienachfrage weiter zurückgeht, könnte Brent-Rohöl Ende 2027 ein Minimum von 60 US-Dollar erreichen, wobei dieses Szenario als eher unwahrscheinlich gilt.
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