06:00 enormes Beben, das eigentliche Urteil fällt am Abend
Quelle: Wall Street Informationskreis
Der Rückzug von Kriegstransaktionen bedeutet nicht, dass das Kriegsrisiko verschwunden ist.
Als die globalen Märkte am Montag eröffneten (GMT+8 06:00), kam es zu extremen Schwankungen:
Der Ölpreis fiel zu Handelsbeginn um 5% und der Rückgang weitete sich zeitweise sogar auf 8% aus;
US-AktienFutures eröffneten mit einem Sprung nach oben und holten alle Verluste vom vergangenen Freitag auf;
Der Goldpreis sprang über 30 US-Dollar höher und testete die 4100 US-Dollar Marke;
Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sank deutlich auf das Niveau von 4,63%;
Der US-Dollar-Index eröffnete mit einer Abwärtslücke und liegt aktuell noch über dem Niveau von 101.
Erstens: Der vorläufige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat die Risikobereitschaft des Marktes wieder steigen lassen, aber die Marktentwicklung war weit heftiger als erwartet – die „überfüllten“ Kriegstransaktionen der Vorwoche wurden auf einen Schlag zurückgenommen. Das Unlogische daran ist, dass USA und Iran lediglich eine „bedingte Nichtangriffserklärung“ abgegeben haben, keinen offiziellen, stabilen oder verifizierbaren Waffenstillstand, aber der Markt handelt, als wäre ein solcher erreicht worden. Die Botschaft aus dem Iran lautet: Solange die USA pausieren, wird auch der Iran seine Gegenangriffe aussetzen; gleichzeitig laufen diplomatische Vermittlungen, doch die Probleme in der Straße von Hormus, im Roten MeerShipping und beim Atomkonflikt bleiben ungelöst.
Zweitens: Der Einbruch des Ölpreises zeigt, dass der Markt zuvor einen gewaltigen Kriegspreisaufschlag angesammelt hat. Je heftiger der Rückgang, desto deutlicher, dass dies kein neuer Trend ist, sondern eine panische Flucht aus überfüllten Positionen. Daher könnten heute beim Ölpreis zwei Phasen zu beobachten sein:
Im asiatischen Handelszeitraum wird zunächst die Waffenstillstandserwartung vollständig eingepreist, was zu panischer Auflösung der Positionen führt;
In den europäischen und New Yorker Handelszeiten fragt man nach: Ist das ein dauerhafter Waffenstillstand oder eine kurzfristige Unterbrechung für Verhandlungen durch Trump?
Drittens: Der Zeitpunkt dieser Umkehr ist entscheidend – ausgelöst durch das Erreichen der 4,7%-Marke bei der US-Staatsanleihenrendite, die zur neuen Verteidigungslinie von Trump wurde (zuvor war es 4,66%). Bei einer erneuten Annäherung an diesen Wert könnte Trump sein Verhalten erneut ändern.
Viertens: Der US-Dollar bleibt über 101, was zeigt, dass der Markt die Beweislage für einen Waffenstillstand nicht vollständig glaubt. Kapital ist nur teilweise aus Kriegstransaktionen abgezogen worden, die Dollar-Sicherungspositionen wurden noch nicht vollständig zurückgefahren und bleiben bestehen. Die 101er Marke ist heute eine wichtige Trennlinie: Ein Unterschreiten macht ein Rebound der globalen Risikoanlagen glaubhafter; ein Halten und erneuter Anstieg zeigt, dass der Markt die aktuelle Pause als taktische Unterbrechung betrachtet, und die Eröffnungs-Gaps bei Öl und US-Aktien könnten sich schließen.
Fünftens: Aus Trumps Sicht hat er einen Anreiz, den Ölpreis vor der US-Notenbank-Zinsentscheidung am Donnerstag (GMT+8 02:00) weiter zu drücken. Ein hoher Ölpreis würde nicht nur die Inflationserwartungen und die Staatsanleihenrenditen wieder antreiben, sondern könnte auch Walsh Gründe liefern, seine Falkenstellung beizubehalten und sogar Zinserhöhungssignale auszusenden. Trump kann die Fed-Entscheidung vielleicht nicht direkt beeinflussen, will aber zumindest nicht selbst Walsh einen weiteren Anlass zur Zinserhöhung vor der Entscheidung liefern.
Alles muss am Abend verifiziert werden – je heftiger die Eröffnung am Montag ausfällt, desto wichtiger wird die Bestätigung im New Yorker Handelszeitraum.
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