Analyse: Das ADR von SK Hynix lag zeitweise mit einem Aufschlag von 51 % gegenüber der südkoreanischen Aktie, was auf einen überhitzten Handel mit KI-Chips hinweist.
BlockBeats berichtet am 26. Juli unter Berufung auf das Wall Street Journal, dass die in diesem Monat in den USA gelisteten ADRs von SK Hynix weiterhin mit einem hohen Aufschlag im Vergleich zu den in Korea notierten Aktien gehandelt werden. Jeder ADR entspricht 0,1 einer an der Börse Seoul gelisteten Aktie und kann relativ einfach in koreanische Aktien umgetauscht werden. Dennoch schwankte der Aufschlag gegenüber den koreanischen Aktien in den zwei Wochen seit dem Börsengang zwischen 16 % und 51 % und lag am Freitag immer noch bei 29 %. US-Investoren sind bereit, einen höheren Aufpreis zu zahlen, um SK Hynix-Aktien direkt an der New Yorker Börse zu handeln, anstatt einen Broker zu suchen, der mit koreanischen Aktien handelt. Dies zeigt nicht nur die Bereitschaft des US-Markts, für Halbleitertitel insgesamt höhere Preise zu zahlen, sondern verdeutlicht auch das besondere Interesse an Speicherwerten und spiegelt die aktuelle Handelseuphorie rund um AI-Aktien wider.
Normalerweise kaufen Arbitrageure beim Auftreten signifikanter Preisunterschiede zwischen Doppellistings die Aktie am billigeren Markt, wandeln sie um und verkaufen sie am teureren Markt. Obwohl SK Hynix ADRs in koreanische Aktien umgewandelt werden können, ist aufgrund regulatorischer Einschränkungen die Rückumwandlung von koreanischen Aktien in ADRs schwierig und ohne Genehmigung der Firma nicht möglich. Deshalb können Hedgefonds kein risikofreies Arbitragegeschäft durchführen, und wenn der Aufschlag weiter steigt, können Short-Positionen auf ADRs zu hohen Verlusten führen.
Ein Teil des Aufpreises ist nachvollziehbar und ergibt sich unter anderem aus der koreanischen Börsenumsatzsteuer, geringeren US-Handels- und Verwahrungskosten, der Tatsache, dass durch die Notierung in US-Dollar der Währungsmanagementbedarf für US-Investoren sinkt, sowie aus einer höheren Steuereffizienz der ADRs in US-ETFs. Allerdings rechtfertigen diese Faktoren normalerweise nur einen Aufschlag von wenigen Prozentpunkten. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Aufpreis der TSMC ADRs lag zwischen 2010 und 2020 bei 3,2 %, stieg jedoch seit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 auf 15 %.
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