Die Wall Street gerät erneut in Turbulenzen, während Chip- und Speicheraktien stark fallen
Quelle: Globale Marktberichterstattung
Investoren verkaufen massiv US-Technologieaktien und stoßen Aktien von Chip-Herstellern, Speicherunternehmen sowie andere zuvor stark gestiegene und für den Anstieg des US-Marktes in diesem Jahr verantwortliche Unternehmen ab.
Am Donnerstag erfasste eine neue Welle von Marktschwankungen alle Handelsplätze, der Nasdaq Composite Index fiel um 1,5 %. Aktien von Speicher- und Festplattenherstellern erlitten starke Verluste, SanDisk, Western Digital und Seagate verloren jeweils über 9 %; Aktien von Intel, Micron und anderen Chip-Unternehmen fielen etwa 6 %.
Der Abwärtstrend griff auch auf die asiatischen Märkte über: Der japanische Speicherchip-Hersteller Kioxia brach am Freitag um 16 % ein, der Nikkei 225 Index sank um 5 %. Der südkoreanische Aktienmarkt blieb von besonders starken Auswirkungen der AI-Handelsvolatilität am Tag geschlossen.
Aktienindex-Futures zeigen, dass der Nasdaq 100 Index und der S&P 500 Index am Freitag zur Eröffnung um jeweils 1,3 % bzw. 0,8 % fallen werden.
Diese Verkaufswelle von Technologieaktien sendet ein neues Signal: Investoren beginnen, die extrem hohen Bewertungen der Unternehmen im Kern der Künstliche Intelligenz-Welle zu hinterfragen. Gleichzeitig zeigt sich, dass einige Händler damit begonnen haben, hoch gehebelte Positionen zu schließen – diese Trades nutzen erhebliche Verschuldung zur Maximierung der Rendite, bergen jedoch ein enormes Risiko bei Kursschwankungen.
Nikolaos Panigirtzoglou, Stratege bei JPMorgan, sagte: "Der im Juni begonnene Deleveraging-Prozess der Investoren hält weiter an. Bei gehebelten Aktien-ETFs, Optionen und Finanzierungsportfolios gibt es noch weiteren Raum für Deleveraging, was die Entwicklung des Aktienmarktes weiterhin belasten wird."
TSMC veröffentlichte am Donnerstag einen Quartalsgewinnsprung von 77 % und kündigte zusätzliche Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar zur Erweiterung der US-Produktion an; dennoch fiel die Aktie am Freitag über 7 % an der Börse in Taiwan.
IBM fiel am Dienstag um über 20 %, was sogar den Rückgang während des "Black Monday" 1987 übertraf. Zuvor hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung ausgegeben, da Kunden ihr Budget für traditionelle Systeme kürzen und stattdessen in den Aufbau von KI-Infrastruktur investieren.
Analysten von Vital Knowledge, einem Marktforschungsinstitut, beurteilten: „Technologieaktien befinden sich derzeit in einer Zwickmühle: Rasant steigende Ergebnisse treiben die Aktienkurse nicht an, und sobald Erwartungen nicht erfüllt werden, kommt es zu heftigen Verkäufen.“
SpaceX schloss letzten Monat einen Rekord-IPO im Umfang von 86 Milliarden US-Dollar ab und ist ein repräsentativer Wert der aktuellen AI-Investitionswelle. Die Aktie setzt ihre Korrektur fort und fiel um 3,1 % auf 131,11 US-Dollar.
Gleichzeitig fiel der von Goldman Sachs erstellte US-Aktien Momentum-Leader Index um 6 % und hat seit Monatsbeginn einen Gesamtverlust von 20 % erlitten.
Die großen Technologieunternehmen investieren derzeit kräftig in den Bau von Rechenzentren zur Unterstützung neuer Generationen von KI-Großmodellen. Ihre Aktienkurse schwächen sich ebenfalls ab: Google verlor 4,4 %, Amazon 1,2 %. In den vergangenen Wochen sind Zweifel an den umfangreichen Verschulungs- und Expansionsplänen der Anbieter von hyperskalierter Cloud-Infrastruktur aufgekommen, wodurch die Anleihen dieser Unternehmen ebenfalls unter Druck geraten sind.
Darüber hinaus beobachten Investoren aufmerksam die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran. Am Donnerstagnachmittag führte die USA bereits zum sechsten Mal in Folge Angriffe gegen den Iran durch.
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