Mitten in der Nacht, nachdem die Kurse 3 Stunden lang gestiegen waren, verstummten die Jubelrufe plötzlich.
Quelle: Wall Street Informationskreis
Gestern Abend entschied sich der Markt zunächst, den Daten zu vertrauen; in den kommenden Tagen muss er eine weitere Frage beantworten: Wird er wieder an die Ölpreise glauben?
Die Finanzmärkte erlebten erneut Jubel:
- Die US-Börsen legten durchweg zu: der Dow Jones Index stieg um 0,02%, der S&P 500 um 0,38%, der Nasdaq um 0,9%;
- Goldpreise erholten sich, erreichten zeitweise 4100 US-Dollar, schlossen aber bei einem Niveau von 4050 US-Dollar;
- Der US-Dollar-Index fiel während des Handels deutlich, konnte jedoch gegen Ende etwa die Hälfte des Verlusts ausgleichen;
- Die Ölpreise steigen weiter, US-Rohöl nähert sich der 80-Dollar-Marke;
- US-Staatsanleihen erholen sich, die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe fällt unter 4,60% und schließt bei 4,58%.
Erstens: Der Markt zeigt erneut das klassische Muster „US-Dollar fällt, alles steigt“, wobei offensichtlich die Erwartung gesenkter Leitzinsen gehandelt wird – die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli ist bereits auf 16% gesunken. Der US-Dollar fällt unter die Marke von 101, die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe unter 4,60%; die Alarmstufe wird auf Warnung herabgesetzt – denn beide Werte sind noch ein Stück von einer bestätigten Trendwende entfernt.
Zweitens: Die US-CPI-Daten für Juni wurden veröffentlicht – sie lagen durchweg unter den Erwartungen, sogar die Kerninflation war überraschenderweise niedriger als erwartet – dies sind die zufriedenstellendsten Inflationsdaten der letzten Monate, doch der Markt zeigte keine entsprechende Euphorie. Der Anstieg der US-Aktien steht nicht im Verhältnis dazu, der Dow Jones gewann kaum, der Nasdaq stieg um weniger als 1%.
Ein weiteres Detail ist zu beachten – Gold sprang an und fiel zurück, erreichte kurzfristig 4100 US-Dollar und schloss bei 4050 US-Dollar – nach Veröffentlichung der CPI-Daten stieg der Goldpreis drei Stunden in Folge, danach kam es zu einem Rückgang. Der Markt ist nicht blind optimistisch: Einerseits hat sich die Lage im Nahen Osten verschlechtert und somit verlieren die Juni-Daten teilweise an Aussagekraft; andererseits war die gestrige Rede des Federal Reserve Vorsitzenden Walsh kaum „dovish“ zu deuten, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September liegt weiterhin nahe 60%.
Viele Medien interpretieren dies leicht falsch und sagen: „CPI kühlt ab, die Federal Reserve ist beruhigt.“
Tatsächlich ist das nicht so. Walsh betonte heute weiterhin: Inflation is a choice (Inflation ist keine Naturkatastrophe, sondern eine politische Entscheidung).
Drittens: Die größte Veränderung am Dienstag war nicht das Auf und Ab einer bestimmten Anlage, sondern dass der Markt wieder zu „datenbasierten Bewertungen“ zurückkehrt und Daten erneut die „erste erklärende Variable“ werden.
In den nächsten Tagen müssen drei Variablen wiederholt beobachtet werden:
Ob sich der Ölpreis dauerhaft über 80 US-Dollar etablieren kann und ob das Energierisiko weiterhin auf die Inflation übergeht;
Ob die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe wieder über 4,6% steigt, um zu prüfen, ob der Anleihemarkt seine Meinung geändert hat;
Ob der US-Dollar-Index die Anpassung beendet und wieder Stärke zeigt.
Wenn sich alle drei gleichzeitig nach oben bewegen, könnte der durch den CPI ausgelöste Optimismus nur eine kurze Atempause gewesen sein; wenn sie sich unterschiedlich entwickeln, kann der Markt weiterhin dem Haupttrend „Inflationskühlung, zunehmende Risikobereitschaft“ folgen.
Gestern Abend war nicht das Ende, sondern die Wahl einer neuen Richtung.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen


Hinter dem Anstieg der japanischen Anleiherenditen: Zinserwartungen, Rückzug der Zentralbank, fiskalische Risiken und eine weltweite Verkaufswelle bei Anleihen brauen sich gleichzeitig zusammen
Der Markt beginnt sich Sorgen zu machen, ob es genügend Nachfrage gibt, um das riesige Angebot an japanischen Staatsanleihen aufzunehmen. Andernfalls könnten die Renditen weiter steigen, und die Auswirkungen könnten weit über den Anleihenmarkt hinausgehen.

