Der japanische Yen wird aufgrund erwarteter Interventionen stärker, während geopolitische Risiken den Rückgang des US-Dollars weiterhin begrenzen.
- Am Freitag während der asiatischen Handelszeit erlebte der US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen starke Verkaufswellen; der Wechselkurs fiel unter die Marke von 162,00 und erreichte mit 161,28 das niedrigste Niveau der letzten vier Handelstage, was einem Rückgang von etwa 0,65 % entspricht. Die Erwartungen des Marktes, dass die japanischen Behörden erneut eingreifen könnten, um den Yen zu stützen, steigen weiter an. Zusammen mit der generellen Schwäche des US-Dollars führte dies dazu, dass der Yen den zweiten Handelstag in Folge zulegte.
- Der US-Dollar-Index fiel auf ein neues Wochentief, nachdem das jüngste Sitzungsprotokoll der Federal Reserve veröffentlicht wurde und zeigte, dass unter den Entscheidungsträgern weiterhin Uneinigkeit über die Richtung der Zinspolitik herrscht. Dennoch bleibt die derzeitige Markterwartung für eine Zinserhöhung im September bei etwa 65 %. Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten könnten jedoch den weiteren Abwärtsspielraum des US-Dollars begrenzen.
- Im geopolitischen Bereich starteten die USA in dieser Woche eine neue Runde militärischer Angriffe auf den Iran, als Reaktion auf den Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte wiederum mit Angriffen auf US-Verbündete und militärische Einrichtungen in der Golfregion. US-Präsident Trump erklärte öffentlich, das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran sei „beendet“. Das anhaltende geopolitische Risiko bietet dem US-Dollar eine gewisse Unterstützung.
- Obwohl der Yen kurzfristig von den Erwartungen an eine Intervention profitiert, bleibt seine fundamentale Aufwärtsperspektive weiterhin begrenzt. Mehr als 90 % der japanischen Rohölimporte stammen aus dem Nahen Osten, sodass ein Risiko für Unterbrechungen der Energieversorgung die japanische Wirtschaft erheblich belasten könnte. Gleichzeitig besteht weiterhin ein beträchtlicher Zinsunterschied zwischen Japan und den wichtigsten westlichen Volkswirtschaften, was Händler davon abhält, aggressiv auf eine Yen-Aufwertung zu setzen.
- Analysten weisen darauf hin, dass vor einer Bestätigung, dass der US-Dollar gegenüber dem Yen ein mittelfristiges Hoch ausgebildet hat, weiterhin Vorsicht geboten ist. Die tatsächlichen Eingriffe der japanischen Behörden, der weitere Kurs der Federal-Reserve-Politik sowie die Entwicklung der Lage im Nahen Osten sind Schlüsselfaktoren, die den kurzfristigen Trend dieses Währungspaars bestimmen werden.
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