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Amazon, Nvidia und SoftBank investieren 110 Milliarden in OpenAI – was sind die Vorteile?

Amazon, Nvidia und SoftBank investieren 110 Milliarden in OpenAI – was sind die Vorteile?

华尔街见闻华尔街见闻2026/03/02 11:37
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Von:华尔街见闻

Am 27. Februar gab OpenAI bekannt, dass eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von etwa 110 Milliarden US-Dollar abgeschlossen wurde, mit einer Pre-Money-Bewertung von 730 Milliarden US-Dollar.

Nach der letztjährigen Finanzierung von 41 Milliarden US-Dollar ist dies ein weiteres Rekord-Fundraising für OpenAI und zugleich die bisher größte Finanzierung eines privaten Technologieunternehmens.

Die aktuelle Finanzierungsrunde wird von strategischen Investoren angeführt, wobei Amazon 50 Milliarden US-Dollar, SoftBank und Nvidia jeweils 30 Milliarden US-Dollar investiert haben.

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Nach Abschluss dieser Finanzierungsrunde steigt OpenAIs Bargeldbestand auf rund 150 Milliarden US-Dollar. OpenAI gibt an, dass das Kapital hauptsächlich für die Erweiterung der Recheninfrastruktur verwendet wird, um der schnell wachsenden Nutzerbasis gerecht zu werden.

01 Amazon investiert 50 Milliarden in Raten

Als großzügigster Investor dieser Runde wird Amazons Investition von 50 Milliarden US-Dollar in zwei Phasen ausgeführt: Die erste Tranche über 15 Milliarden US-Dollar ist bereits gesichert, die verbleibenden 35 Milliarden US-Dollar werden fließen, sobald OpenAI entweder einen Börsengang vollzieht oder AGI erreicht.

Daher hat Sam Altman schnell erklärt, dass man einem Börsengang bei passender Gelegenheit offen gegenübersteht.

Was AGI betrifft, so wurde es laut dem bisherigen Vertrag zwischen OpenAI und Microsoft definiert als „ein hochautonomes System, das den Menschen bei wirtschaftlich relevantesten Tätigkeiten übertrifft“. Die Statuten von OpenAI enthalten eine spezielle Klausel: Sobald AGI erreicht wird, verliert Microsoft den Zugang zur Technologie.

Doch Amazon bringt nicht nur Kapital ein – die beiden Unternehmen haben ein umfassendes Technologieabkommen geschlossen. Amazon bringt eigene Chips und Cloud-Services ein und erhält im Gegenzug Zugang zu OpenAIs Modellen und Technologien.

Der zentrale Punkt der Zusammenarbeit ist die Beschaffung von Rechenleistungen.

OpenAI wird in den nächsten acht Jahren zu den bereits bestehenden Verträgen im Wert von 38 Milliarden US-Dollar weitere 100 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung bei AWS einkaufen, wobei ein großer Teil dieses Betrags für Amazons eigene Trainium-Chips aufgewendet wird. OpenAI verpflichtet sich, rund 2 Gigawatt an Trainium-Rechenleistung zu kaufen, darunter das bald verfügbare Trainium3 und das 2027 anstehende Trainium4.

Amazons CEO Andy Jassy hob besonders hervor, dass Trainium-Chips ein Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, das 30% bis 40% über vergleichbaren GPUs liegt: „Jetzt setzen beide führenden KI-Labore auf diese Chips.“

Das andere Unternehmen, das ebenfalls trainiert, ist das derzeit eng mit der US-Regierung kooperierende Anthropic.

Ein weiteres Produkt-Bündnis zwischen OpenAI und Amazon ist die gemeinsame Entwicklung einer „Stateful Runtime Environment“, die auf Amazon Bedrock laufen wird. Diese Umgebung ermöglicht es Entwicklern, bei der Nutzung von OpenAI-Modellen den Kontext zu halten, frühere Arbeiten zu speichern und Werkzeuge übergreifend zu verwenden.

Außerdem hat sich AWS die exklusive Drittvertriebslizenz für die OpenAI-Unternehmensplattform Frontier gesichert.

Ein weiterer, noch direkterer Kooperationsaspekt: Amazon wird OpenAIs Modelle nutzen, um eigene Consumer-Anwendungen zu optimieren. Beide Unternehmen werden gemeinsam spezielle Modelle für die interne Nutzung in verschiedenen Produktlinien entwickeln, von E-Commerce bis zu Smart Hardware.

02 Nvidia 30 Milliarden: Aktionär + Lieferant

Die Zusammenarbeit zwischen Nvidia und OpenAI galt zeitweise als fraglich, nicht zuletzt nach Jensens Satz: „Eine Investition von 100 Milliarden US-Dollar bei OpenAI war nie versprochen.“

Letztlich kam es jedoch doch zur Investition – allerdings nicht wie kolportiert 100 Milliarden, sondern in drei Tranchen aufgeteilt 30 Milliarden US-Dollar.

Laut Mitteilung haben die beiden Unternehmen zudem ein neues Rechenkraft-Abkommen unterzeichnet: Nvidia stellt OpenAI 3 Gigawatt dedizierte Inferenz-Rechenleistung und 2 Gigawatt Trainings-Rechenleistung für das Vera Rubin-System bereit – zusätzlich zu den Hopper- und Blackwell-Systemen, die bereits auf Microsoft-, Oracle-Cloud und CoreWeave laufen.

Gemessen an Rechenleistung (1 GW entspricht 50 Milliarden US-Dollar) ist Nvidias Unterstützung für OpenAI wertmäßig weit höher als die kolportierten 100 Milliarden US-Dollar.

Nvidia ist also nicht nur Anteilseigner von OpenAI, sondern zugleich dessen größter Chip-Lieferant. Zudem kauft OpenAI mit dem „eigenen“ Geld letztlich wieder Chips von Nvidia, denn der Großteil der 30 Milliarden fließt als Rechenleistung zurück zu Nvidia.

Zusammengefasst: Es handelt sich weiterhin um ein zirkuläres Finanzierungsmodell.

03 SoftBank 30 Milliarden: IPO geht über alles

Wie bei Nvidia verteilt sich die Investmentzusage von SoftBank über drei Tranchen à 10 Milliarden US-Dollar.

Die Strategie von Masayoshi Son ist einfach: OpenAI ist derzeit der wahrscheinlichste Kandidat für einen Börsengang im KI-Segment, und SoftBank braucht das IPO, um die Performance des Vision Fund zu heben.

Eingeweihte berichten, dass diese Finanzierungsrunde als bedeutender Schritt vor dem Börsengang gilt – OpenAI könnte schon Ende dieses Jahres den IPO-Prozess einleiten.

Im Vergleich zu den anderen Investoren spielt SoftBank auch die Rolle des Vermittlers.

Brancheninsidern zufolge wird OpenAI noch etwa 10 Milliarden US-Dollar an Primärmarkt-Finanzierung erhalten. Zusagen dazu sollen in den nächsten Wochen finalisiert werden – die Investoren, darunter Staatsfonds und Finanzunternehmen, wurden offensichtlich von SoftBank vermittelt.

04 Microsoft: Dieses Mal kein Geld, Status bleibt

Angesichts von Amazons Einstieg veröffentlichten Microsoft und OpenAI heute eine gemeinsame Erklärung: Ihre Partnerschaft bleibt unverändert.

Darin steht: Microsoft bleibt exklusiver Cloud-Provider für stateless APIs der OpenAI-Modelle. Alle stateless (also kontextfreien) API-Aufrufe werden auf Azure gehostet – das ist derzeit die meistgenutzte Methode für den Zugriff auf OpenAI-Modelle.

Auch OpenAIs Eigenprodukte (inklusive des neuen „Frontier“-Plattform) werden auf Azure gehostet. Frontier ist OpenAIs brandneue Unternehmensplattform, die es Unternehmen ermöglicht, eigene KI-Agenten zu deployen.

Die Regelungen zu Lizenzierung und Umsatzbeteiligung für geistiges Eigentum zwischen Microsoft und OpenAI bleiben bestehen. OpenAI kann aber auch Rechenleistung anderweitig beschaffen, z. B. für Infrastrukturprojekte wie „StarGate“.

05 Copy&Paste des Narrativs der „Kreisfinanzierung“

Stellt man die Beiträge und Erträge der vier Konzerne gegenüber, ergibt sich das bereits angesprochene Muster einer „Kreisfinanzierung“:

  • Amazon gibt 50 Milliarden und erhält dafür Technologie- und Modellrechte von OpenAI sowie eine Bestellung von Cloud-Diensten im Wert von 100 Milliarden.

  • Nvidia gibt 30 Milliarden für das Versprechen, dass OpenAI ihre Chips kauft.

  • SoftBank investiert 30 Milliarden, setzt auf das IPO als Exit-Möglichkeit.

  • Microsoft investiert zwar diesmal nicht, hält aber die Exklusivrechte für die APIs und partizipiert weiter am Erlös pro API-Call.

Nach Abschluss dieser Finanzierungsrunde hat OpenAI zusätzlich 110 Milliarden US-Dollar eingesammelt und sich zugleich die Rechenressourcen der drei Giganten gesichert – im Gegenzug wurden künftige Technologie- und Cloud-Service-Vergaben schon an die Anteilseigner vergeben.

Dabei ist das IPO für Amazon und SoftBank entscheidende Bedingung für ihre Investitionszusage.

Damit befinden sich nun Microsoft, Amazon, Nvidia und SoftBank gemeinsam im Anteilseignerkreis von OpenAI – vier Konzerne, deren Geschäfte sich überschneiden und zum Teil konkurrieren. Wie Sam Altman all diese Interessen austariert, wird seine nächste große Herausforderung.

06 ChatGPT: Über 900 Millionen aktive Nutzer wöchentlich

Zurück zur Geschäftsperspektive: OpenAI braucht diese Finanzspritze tatsächlich.

Bisher verfügte OpenAI über etwa 40 Milliarden US-Dollar an Kapital. Mit der neuen Finanzierungsrunde steigen die verfügbaren Mittel auf rund 150 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 rechnet das Unternehmen nicht mit positivem Free Cashflow. Bis dahin fließen die meisten Mittel in Rechenzentren, Chip-Beschaffung und Cloud-Services.

Die Financial Times zitiert Insider mit spannenden Zahlen: Für 2025 wird ein Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar erwartet, dieses Jahr sogar 30 Milliarden, 2027 liegt das Ziel bei über 60 Milliarden und 2030 bei mehr als 280 Milliarden. Das Wachstum ist steil, aber das Kostenwachstum ist noch steiler.

Was die Nutzer betrifft: Nach offiziellen Angaben von OpenAI hat ChatGPT wöchentlich mittlerweile über 900 Millionen aktive Nutzer, über 50 Millionen Consumer-Abonnenten und mehr als 9 Millionen zahlende Geschäftskunden. Das in diesem Jahr eingeführte Developer-Tool Codex steigerte die Weekly Active User seit Jahresbeginn um das Dreifache auf 1,6 Millionen.

Die Nutzerdynamik ist gut, allerdings ruhen sich die Konkurrenten nicht aus.

Googles Gemini attackiert konsequent den Consumermarkt, während Anthropic im Enterprise-Markt schon vorliegt. Laut OpenAI-Management soll zum Jahresende die Hälfte der Umsätze mit Unternehmenskunden erzielt werden (aktuell sind es 40%). Das bedeutet: In den kommenden Quartalen muss OpenAI direkt gegen Anthropic antreten und mindestens 10% Marktanteil hinzugewinnen.

Ein weiteres Detail: Die Ownership-Struktur verändert sich.

Nach der Finanzierungsrunde steigt der Wert des Anteils der gemeinnützigen „OpenAI Foundation“ an den kommerziellen Aktivitäten von OpenAI auf über 180 Milliarden US-Dollar. Laut Eingeweihten könnte die Stiftung bei hoher Investorennachfrage bis zu 10 Milliarden US-Dollar an Aktien für wohltätige Zwecke und fürs Recruitment abgeben.

Mit anderen Worten: Nach dieser 110-Milliarden-Runde könnten auf dem Sekundärmarkt weitere OpenAI-Anteile für Private-Equity-Anleger verfügbar werden.

Quelle: Tencent Technologie

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