Die Europäische Zentralbank warnt vor grenzüberschreitenden Regulierungsarbitragen bei Stablecoins und ruft zu einem weltweit einheitlichen Regulierungsrahmen auf.
ChainCatcher berichtet, dass die Europäische Zentralbank in ihrer heute veröffentlichten Vorschau auf die Finanzstabilitätsüberprüfung (der offizielle Bericht wird am Mittwoch veröffentlicht) feststellt, dass die Gesamtmarktkapitalisierung von Stablecoins bis 2025 bereits 280 Milliarden US-Dollar überschritten hat, was etwa 8 % des gesamten Kryptomarktes entspricht. Dabei machen USDT und USDC zusammen fast 90 % aus, und die Reservevermögen haben inzwischen die Größenordnung der 20 größten Geldmarktfonds der Welt erreicht.
Der Bericht der Europäischen Zentralbank weist darauf hin, dass eine weitverbreitete Nutzung von Stablecoins dazu führen könnte, dass Haushalte einen Teil ihrer Bankeinlagen in Stablecoins umschichten, was die Einzelhandelsfinanzierungsquellen der Banken schwächen und die Volatilität der Finanzierung erhöhen würde. Obwohl MiCAR europäischen Emittenten bereits die Zahlung von Zinsen untersagt hat, um solche Umschichtungen zu verhindern, fordern Banken weiterhin, dass die USA ähnliche Beschränkungen einführen. Darüber hinaus könnte das schnelle Wachstum von Stablecoins und deren Verbindung zum Bankensystem im Krisenfall zu massiven Mittelabflüssen führen. Der Bericht hebt das Risiko grenzüberschreitender „Multi-Issuer-Mechanismen“ hervor, warnt davor, dass EU-Emittenten möglicherweise nicht in der Lage sind, weltweite Rückzahlungsanfragen zu erfüllen, und fordert zusätzliche Schutzmaßnahmen vor der Zulassung sowie eine globale Angleichung der Regulierung.
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